Bereits beim Aufsteigen wird deutlich, dass beide Motorräder unterschiedliche Fahrer ansprechen.
Mit ihrer Sitzhöhe von lediglich 810 Millimetern empfängt die Trident ihren Fahrer ausgesprochen zugänglich. Der breite Lenker und die entspannte Sitzposition sorgen sofort für Vertrauen. Man steigt auf und fühlt sich unmittelbar zuhause.
Verantwortlich dafür sind nicht nur die niedrigere Sitzhöhe, sondern auch die deutlich tiefer positionierten Fußrasten und der angenehm entgegenkommende Lenker. Man sitzt eher im Motorrad als auf dem Motorrad und kann problemlos viele Stunden im Sattel verbringen.
Die Street Triple RX setzt dagegen auf eine deutlich sportlichere Ergonomie. Die Lenkerstummel, die um fast drei Zentimeter höhere Sitzposition (839 Millimeter) und der spitzere Kniewinkel bringen den Fahrer wesentlich aktiver ins Motorrad. Genau diese Sitzposition vermittelt enorme Kontrolle bei schneller Gangart, verlangt auf längeren Etappen allerdings deutlich mehr Einsatz.
Die serienmäßigen Stummellenker sorgen für ein fantastisches Gefühl am Vorderrad und machen auf der Rennstrecke absolut Sinn. Im Alltag wirken sie jedoch fast schon überqualifiziert. Wer mehrere Stunden unterwegs ist, braucht eine gewisse Leidensfähigkeit und eine gute Rumpfmuskulatur. Die Trident kennt diese ergonomischen Kompromisse schlicht nicht und gehört aktuell zu den komfortabelsten Roadstern ihrer Klasse.
Auch beim Gewicht trennt die beiden Motorräder mehr, als es die nackten Zahlen vermuten lassen.
Die Street Triple RX bringt fahrfertig lediglich 188 Kilogramm auf die Waage und ist damit rund zehn Kilogramm leichter als die Trident. Verantwortlich dafür ist unter anderem der Aluminiumrahmen, während die Trident auf einen Stahl-Brückenrahmen setzt.
Diese zehn Kilogramm machen sich bemerkbar. Die RX lenkt noch spontaner ein, wechselt spielerischer die Richtung und wirkt insgesamt deutlich leichterfüßiger. Die Trident fährt sich keineswegs schwerfällig, vermittelt aber bewusst etwas mehr Ruhe und Gelassenheit.
Dass die Street Triple dabei so leichtfüßig wirkt, liegt nicht zuletzt an ihrer Konstruktion. Der Aluminiumrahmen stammt konstruktiv aus der Supersport-Ecke und passt perfekt zum kompromisslosen Charakter des Motorrads. Die Trident verfolgt dagegen bewusst den universelleren Ansatz.