Ultraviolette X-47 Venom: 30 kW und Radar für die A1-Klasse

Ultraviolette X-47 Venom: 30 kW und Radar für die A1-Klasse

Dazu kommen Tesseract Maxi und drei KI-Helmkonzepte

Ein Elektromotorrad mit Heckradar, ein Maxiroller mit 32 Litern Stauraum und Helme mit künstlicher Intelligenz: Die indische Marke zeigt in Mailand, wie breit sie elektrische Mobilität künftig aufstellen will. Die ersten X-47 Venom sollen Anfang 2027 ausgeliefert werden.

Der Horvath

Der Horvath

Veröffentlicht am 4.11.2026

1 033 Aufrufe

Mailand, EICMA 2026: Ultraviolette baut sein Programm nach dem europäischen Start der F77 im Vorjahr weiter aus. Im Zentrum des Messeauftritts vom 3. November steht die X-47 Venom, das erste Motorrad auf der neuen 100-Volt-Plattform VX-100. Dazu gesellen sich der erstmals in Europa vorgestellte Tesseract Maxi, die leichte Elektroenduro Shockwave sowie F77 und F99. Die Marke will sich vom Hersteller elektrischer Performance-Motorräder zum breiter aufgestellten Mobilitäts- und Technologieunternehmen entwickeln. Das zeigt sich auch abseits der Fahrzeuge: Sprachsteuerung und drei Helmkonzepte gehören ebenfalls zum Auftritt.

Ultraviolette X-47 Venom: Antrieb und A1

Die X-47 Venom ist als Crossover für unterschiedliche Untergründe ausgelegt. Ihr UV-Lightfury-Motor liefert laut Hersteller 30 kW elektrische Spitzenleistung, am Rad stehen 550 Nm an. Letzteres ist ausdrücklich ein Raddrehmoment. Für den Sprint von 0 auf 60 km/h nennt Ultraviolette 2,7 Sekunden, die 100-km/h-Marke soll nach 5,9 Sekunden fallen. Als Höchstgeschwindigkeit stehen 155 km/h im Datenblatt. Das fahrfertige Gewicht beträgt 206 kg, die Bodenfreiheit 200 mm. Die X-47 Venom ist in Europa für Inhaber des A1-Führerscheins zugelassen.

Ultraviolette X-47 Venom

Die X-47 Venom ist als Crossover für unterschiedliche Untergründe ausgelegt.

Bei der Bedienung setzt Ultraviolette auf die drei Fahrmodi Glide, Combat und Ballistic. In allen dreien lässt sich der Tempomat nutzen. Zehn Rekuperationsstufen, ein abschaltbares Zweikanal-ABS von Bosch, eine vierstufige Traktionskontrolle und Dynamic Stability Control ergänzen die Ausstattung. Der Motor verwendet weichmagnetische Verbundwerkstoffe, sogenannte Soft Magnetic Composites. Diese Konstruktion soll Leistungsdichte und Effizienz steigern sowie Masse und Energieverluste reduzieren. Daraus verspricht sich Ultraviolette auch ein handlicheres Motorrad und mehr nutzbare Reichweite.

X-47 Venom: Batterie und Laden an Typ 2

Für den Stadtbetrieb nennt Ultraviolette eine WMTC-Reichweite von 235 km. Basis ist die SRB-11-Batterietechnik mit 100-Volt-Konfiguration. Der Hersteller wirbt mit bis zu 20 Prozent höherer Energiedichte und doppelter Kühlleistung. Ein optimierter Wärmeweg soll Wärme bis zu 50 Prozent schneller ableiten. Ein gegossenes Aluminiumgehäuse dient als strukturelle Hülle und soll Festigkeit, Aufprallschutz und geringere Masse verbinden. Die Plattform ist modular für verschiedene Akkukapazitäten, Fahrzeugkonfigurationen und Leistungsstufen ausgelegt. IP67-Schutz sowie Widerstandsfähigkeit gegen Stöße, Vibrationen und thermische Belastungen gehören zum Konzept.

Zur Absicherung kombiniert Ultraviolette ein Batteriemanagementsystem, das Zellspannung, Temperatur und Strom überwacht, mit Sicherungen auf Zellebene und einer Pyrosicherung. Diese soll bei einem kritischen Fehler den Stromkreis innerhalb von Mikrosekunden trennen. Geladen wird über eine Typ-2-Schnittstelle und ein eingebautes, luftgekühltes 1,6-kW-Ladegerät. Optional gibt es einen externen 3-kW-Boost-Charger. Der Onboard-Lader besitzt Überspannungsschutz, Erdung und Filter gegen elektromagnetische Störungen. Er soll laut Hersteller auch bei Umgebungstemperaturen von 45 bis 50 Grad Celsius seine volle Leistung bereitstellen.

X-47 Venom: Heckradar und Touchscreen

Das serienmäßige UV-Hypersense-System nutzt ein 77-GHz-Heckradar mit bis zu 200 Metern Erfassungsreichweite. Es soll sich an Schräglagen bis 20 Grad anpassen und Roll- sowie Nickbewegungen ausgleichen. Die Funktionen umfassen Totwinkelerkennung, Spurwechselhilfe, Warnungen vor von hinten überholenden Fahrzeugen und eine Auffahrwarnung. Letztere informiert den Fahrer über die integrierten Hypersense-Spiegel und aktiviert zugleich die Warnblinkanlage, um nachfolgenden Verkehr aufmerksam zu machen. Die Assistenzsysteme sollen damit zusätzliche Informationen über das Geschehen hinter dem Motorrad liefern.

Das UV Interface X besteht aus einem 7-Zoll-TFT-LCD-Touchscreen mit einer von Ultraviolette als taktisch bezeichneten Bedienoberfläche. Dazu kommen integrierte Dashcams vorne und hinten mit Sony-IMX-307-Sensor, eine Parkhilfe mit Rückkamerabild und eine überarbeitete Navigation mit Mappls. Die Vernetzung mit der zugehörigen App ermöglicht Kommunikation zwischen Fahrzeug und Smartphone sowie Softwareupdates.

Tesseract Maxi: 6 kWh und 32 Liter Stauraum

Beim Tesseract Maxi setzt Ultraviolette auf einen Elektro-Maxiroller für Stadt, Schnellstraße und Alltag. Ein 6-kWh-Akku und 15 kW elektrische Spitzenleistung bilden die Antriebsbasis. Per Schnellladung soll sich die Batterie in weniger als einer Stunde auf 80 Prozent laden lassen. Der Roller rollt auf 14-Zoll-Rädern und bietet unter der Sitzbank 32 Liter Stauraum. Ein aerodynamisch ausgelegtes Design gehört ebenso zum Konzept wie Zubehör für längere Ausfahrten: Tourenscheibe, Handprotektoren, Hecktasche und Kofferträger.

Ultraviolette Tesseract Maxi

Der Tesseract Maxi verbindet 14-Zoll-Räder mit 32 Litern Stauraum unter der Sitzbank.

Auch beim Roller fährt Elektronik mit. Hypersense-Radar und integriertes Dashcam-System arbeiten mit Omnisense-Spiegeln zusammen. Genannt werden Totwinkelerkennung, Spurwechsel- und Überholhilfe sowie Kollisionswarnungen in Echtzeit. Mehrfarbige LED-Anzeigen sind in die Rückspiegel integriert. Traktionskontrolle und Rekuperation ergänzen das Paket. Die Fahrzeuginformationen laufen auf einem 7-Zoll-TFT-Touchscreen zusammen.

Shockwave, F77 und F99 ergänzen den Auftritt

Die Shockwave soll laut Ultraviolette das leichte, zugängliche Fahrgefühl der Zweitaktära auf ein Elektromotorrad übertragen. Für die Enduro nennt der Hersteller 505 Nm am Hinterrad und 2,9 Sekunden von 0 auf 60 km/h. Vorne sitzt ein 19-Zoll-Speichenrad mit 90/90-R19-Reifen, hinten ein 17-Zoll-Speichenrad mit 110/90-R17-Bereifung.

Die ebenfalls ausgestellte F77 kombiniert eine von der Luftfahrt inspirierte, aerodynamisch geprägte Verkleidung mit bis zu 30 kW Spitzenleistung und 9,5 kW Dauerleistung. Ultraviolette nennt 500 Nm Raddrehmoment, 2,8 Sekunden von 0 auf 60 km/h und bis zu 231 km WMTC-Stadtreichweite aus einem 10,3-kWh-Akku. Mit Boost-Charger soll das Laden von 20 auf 80 Prozent 2,5 Stunden dauern. Zehn Rekuperationsstufen, vierstufige Traktionskontrolle, abschaltbares Zweikanal-ABS, DSC, LED-Beleuchtung, mehrere Fahrmodi und ein 5-Zoll-TFT gehören zur Ausstattung. OTA-Updates, Standortbestimmung, Fahrtenhistorie, Diebstahlschutz und Parkhilfe ergänzen die Vernetzung.

Am sportlichen Ende steht die F99 mit in Indien entwickeltem Antrieb, Chassis und 400-Volt-Batteriearchitektur. Sie besitzt ein vollständiges Exoskelett und einen Batteriepack aus Kohlefaser sowie einen flüssigkeitsgekühlten Antriebsstrang. Laut Hersteller beschleunigt sie in weniger als drei Sekunden auf 100 km/h und in weniger als zehn Sekunden auf 200 km/h. Ultraviolette nennt außerdem nationale Rekorde für ein indisches Motorrad: 10,712 Sekunden über die Viertelmeile und 258 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Violette A.I. und drei vernetzte Helmkonzepte

Mit SoundHound AI entwickelt Ultraviolette eine natürlichere Sprachbedienung. Auf der Messe demonstriert die Marke, wie sich nach dem Aktivierungswort Violette Fahrmodi wählen, Navigation starten und Informationen aus der digitalen Bedienungsanleitung abrufen lassen. Dazu zählen empfohlener Reifendruck, Serviceanweisungen und Anleitungen. Gezeigt werden außerdem Funktionen für Kontrollen vor der Fahrt, Fahrstatistiken, vorausschauende Hinweise und Servicewarnungen. Violette A.I. läuft auf dem 7-Zoll-Touchscreen Interface X und verbindet Navigation, Live-Telemetriediagnose, digitale Handbücher und freihändige Sicherheitsbefehle. Edge Computing und weitergehende KI-Assistenten sind Teil der Entwicklungsrichtung.

Die drei Helmstudien greifen unterschiedliche Ideen auf. Star Vue verbindet Augmented Reality mit Mobilität und soll den Helm zur Schnittstelle zwischen Fahrer und digitaler Welt machen. Fang 01 setzt auf eine exoskelettartige Schutzform, die dynamisch mit ihrer Umgebung interagieren soll. Decibelle verbindet Technologie und Mode mit einem Designansatz für Straße und Rennstrecke. Integrierte hochauflösende Audiowiedergabe gehört zu diesem Konzept. Alle drei werden als Konzepte vorgestellt.

Ultraviolette Star Vue

Star Vue ist eine Helmstudie, die Augmented Reality mit Mobilität verbinden soll.

X-47 Venom: Preis und europäischer Vertrieb

Für die X-47 Venom nennt Ultraviolette einen Einführungspreis von 8.450 Euro. Die Auslieferungen sollen Anfang 2027 beginnen. Deutschland, Österreich und die Schweiz betreut Zero Center AG. In Italien ist Zero Center Italia S.R.L. zuständig, in Spanien und Portugal Rhino Electric Motors S.L. MotoMondo UK Ltd. übernimmt Großbritannien, MotoMondo BV Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Irland. Dazu kommen Pink Mobility in Frankreich sowie Elektrorider in Ungarn und der Donauregion.

Das 2016 von Narayan Subramaniam und Niraj Rajmohan gegründete Unternehmen exportiert nach eigenen Angaben in 20 Länder. Es bezeichnet sich als ersten indischen Elektrohersteller mit europäischer Motorradzertifizierung. Zu seinen Investoren gehören Lingotto, TDK Ventures, Qualcomm Ventures, Zoho Corporation, TVS Motors, Yali Capital und Speciale Invest. Nach dem Ausbau in Europa bereitet Ultraviolette laut CEO Subramaniam die Expansion nach Nordamerika, Lateinamerika und Südostasien vor. CTO Rajmohan betont dabei den modularen Ansatz, mit dem sich die Technik auf weitere Produkte und Fahrzeugsegmente übertragen lassen soll.

Weitere News von der EICMA 2026

FAQ zu Ultraviolettes EICMA-Neuheiten

Welche Reichweite hat die X-47 Venom? Ultraviolette nennt 235 km im WMTC-Stadtzyklus. Die Angabe bezieht sich auf diesen Zyklus.

Wie lädt die X-47 Venom? Über eine Typ-2-Schnittstelle und einen eingebauten 1,6-kW-Lader. Optional ist ein externer 3-kW-Boost-Charger erhältlich.

Was kostet die X-47 Venom und wann kommt sie? Der angekündigte Einführungspreis beträgt 8.450 Euro. Die Auslieferung soll Anfang 2027 starten.

Was bietet der Tesseract Maxi im Alltag? Der Elektro-Maxiroller besitzt einen 6-kWh-Akku, 14-Zoll-Räder und 32 Liter Stauraum unter der Sitzbank. Radarassistenz, Dashcam und ein 7-Zoll-Touchscreen ergänzen die Ausstattung.

Was unterscheidet die drei Helmstudien? Star Vue setzt auf Augmented Reality, Fang 01 auf ein exoskelettartiges Schutzkonzept und Decibelle auf die Verbindung von Design, Technologie und integrierter Audiowiedergabe.

Ultraviolette X-47 Venom: 30 kW und Radar für die A1-Klasse Bilder

Quelle: 1000PS

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 1

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 2

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 3

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette Tesseract Maxi - Bild 4

Ultraviolette Tesseract Maxi

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 5

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 6

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 7

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 8

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 9

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 10

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 11

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 12

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 13

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 14

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 15

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 16

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 17

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 18

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 19

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 20

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 21

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 22

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 23

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 24

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 25

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 26

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 27

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette X-47 Venom - Bild 28

Ultraviolette X-47 Venom

Ultraviolette Tesseract Maxi - Bild 29

Ultraviolette Tesseract Maxi

Ultraviolette Tesseract Maxi - Bild 30

Ultraviolette Tesseract Maxi

Ultraviolette Tesseract Maxi - Bild 31

Ultraviolette Tesseract Maxi

Ultraviolette Tesseract Maxi - Bild 32

Ultraviolette Tesseract Maxi

Ultraviolette Tesseract Maxi - Bild 33

Ultraviolette Tesseract Maxi

Ultraviolette Tesseract Maxi - Bild 34

Ultraviolette Tesseract Maxi

Ultraviolette – Star Vue - Bild 35

Ultraviolette – Star Vue

Ultraviolette – Star Vue - Bild 36

Ultraviolette – Star Vue

Ultraviolette – Star Vue - Bild 37

Ultraviolette – Star Vue

Ultraviolette – Fang 01 - Bild 38

Ultraviolette – Fang 01

Ultraviolette – Fang 01 - Bild 39

Ultraviolette – Fang 01

Ultraviolette – Fang 01 - Bild 40

Ultraviolette – Fang 01

Ultraviolette – Decibelle - Bild 41

Ultraviolette – Decibelle

Ultraviolette – Decibelle - Bild 42

Ultraviolette – Decibelle

Ultraviolette – Decibelle - Bild 43

Ultraviolette – Decibelle