VOGE auf der EICMA 2026 mit R800 und SR450X

VOGE auf der EICMA 2026 mit R800 und SR450X

Roller Naked Bike Cruiser und ein Supersportler

Auf VOGE war ich auf der EICMA 2026 nicht perfekt vorbereitet. Ich war überrascht, was da alles an neuen Modellen auf uns zurollt! Am Stand warten ein Adventure-Roller mit Zweizylinder, ein neues Naked Bike mit 95 PS, ein Cruiser ohne Kupplungshebel und eine 125er, auf der ich mit 1,85 Metern bequem sitze.

nastynils

nastynils

Veröffentlicht am 7.11.2026

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Am zweiten Tag der EICMA 2026 in Mailand muss ich etwas zugeben: Auf VOGE habe ich mich nicht perfekt vorbereitet. Auf meinem Zettel stehen ein Roller, ein Cruiser mit 625 Kubik und ein Naked Bike, mehr nicht. Am Stand zeigt sich schnell, wie wenig das ist. Bekannt ist VOGE bei uns vor allem für seine Reiseenduros, mit denen die Marke heuer schon für Begeisterung gesorgt hat. Jetzt hat sie spannende Modelle bei den Naked Bikes, bei den Rollern und bei den Cruisern am Start, dazu einen Supersportler mit Vierzylinder und eine 125er, die mich beim Draufsetzen komplett überrascht. Ich arbeite mich vom Adventure-Roller über das neue Naked Bike bis zum Cruiser ohne Kupplungshebel durch. Zum Schluss setze ich mich auf ein Motorrad, bei dem ich nicht ganz sicher bin, ob ich das überhaupt darf.

Der SR450X ist ein Adventure Roller mit Zweizylinder

Moderator sitzt auf dem VOGE SR450X Adventure-Roller am Messestand

Fürstliche Raumverhältnisse, großes Display und Speichenräder machen den SR450X zum Adventure-Roller.

Den Anfang macht der SR450X, ein Adventure-Scooter. Damit hat das ganze Segment der Adventure-Roller 2027 eine große Auswahl. Laut Berichten ist er der erste Zweizylinder-Roller von VOGE. Der Motor hat 398 cm³. Auf der Standangabe lese ich 42 PS. Bei solchen Werten muss man aufpassen, das sind teilweise noch die Quelldaten. Wird er in Europa homologiert, können 2 PS weg- oder dazukommen, die Größenordnung passt aber. Dazu nennt VOGE 210 kg Nettogewicht. Ich sehe ein verstellbares Windschild, eine durchaus ernste Gabel, anständige Bremsen und wieder so ein fettes Display. Die Raumverhältnisse sind fürstlich, und unter der Sitzbank dürfte anständig Platz sein. Er rollt auf Speichenrädern mit 17 Zoll vorne und 14 Zoll hinten. In Österreich kostet er 7.199 Euro, laut Berichten kommt er ab Dezember 2026. Für das Segment ist das eine schöne Bereicherung.

Die neue R800 ist ein Naked Bike mit 95 PS

Dann die neue Naked-Bike-Schiene aus demselben Haus, angeführt von der R800. Die Standtafel nennt einen Zweizylinder mit 798 cm³, 95 PS bei 9.000/min, 81 Nm und 190 kg Nettogewicht. Komischerweise ist sie damit genau richtig dimensioniert für die europäischen Führerscheinklassen. In der Front steckt eine eingebaute Kamera, im Cockpit wieder ein riesiges Display, bedient über kompakte Schalter mit einem 4-Wege-Joystick. Dazu kommen ein fetter Auspuff, eine leiwande Schwinge und Nissin-Bremsen vorne wie hinten. Die R800 hat einen Quickshifter in beide Richtungen, vier Fahrmodi und einen Lenkungsdämpfer, laut Berichten auch eine einstellbare KYB-Gabel. Nach Preisen suche ich vergeblich, und laut Berichten hat VOGE auch nach der Präsentation noch keine genannt. Ein cooles Naked Bike, auf dessen Preis ich wirklich gespannt bin.

Der Cruiser CU625 kostet in Österreich unter 8.000 Euro

Schwarzer VOGE Cruiser CU625 mit Messe-Model am Stand der EICMA 2026

V2 mit 578,2 cm³, Riemenantrieb und nur 710 mm Sitzhöhe: Die CU625 gibt es auch mit automatisiertem Getriebe.

In der Mittelklasse zeigt VOGE die R625, ein Naked Bike mit 581 cm³ Zweizylinder und 64 PS. Laut Standtafel liegen 58 Nm an, das Nettogewicht beträgt 188 kg, und Griff- und Sitzheizung sind an Bord. Für die R625 habe ich keinen Preis, für den Cruiser gleich nebenan schon. Jetzt festhalten: Auf meinem Schummelzettel steht die CU625 für Österreich mit 7.999 Euro inklusive Steuern, laut Berichten ab März 2027. Irre. Dafür gibt es einen flüssigkeitsgekühlten V2 mit 578,2 cm³, offiziell 61 PS und 61 Nm, dazu Riemenantrieb, 199 kg Nettogewicht und nur 710 mm Sitzhöhe. Ein geiler V2 und ein mächtiges Motorrad für das Geld. Wer einen günstigen Einstieg in die Cruiser-Welt sucht und mit den Füßen sicher auf den Boden kommen will, sollte sich diese Zahl merken.

Die CU625 AMT kommt ohne Schalthebel und Kupplungshebel

Am Stand steht der Cruiser auch als CU625 AMT. Ein Blick nach unten genügt: kein Schalthebel, kein Kupplungshebel, weil ein automatisiertes Schaltgetriebe die Arbeit übernimmt. VOGE gibt für diese Version 35 kW an, also 48 PS, dazu 52 Nm und 205 kg Nettogewicht. Laut Standtafel bringt sie drei Fahrmodi, ABS, Traktionskontrolle, ein TFT mit Reifendruckkontrolle und eine Fahrtenschreiber-Kamera mit. Offiziell führt VOGE Global das Modell als CU625 und CU625 AMT, ob die Automatik-Version auch nach Österreich, Deutschland und in die Schweiz kommt, ist noch offen. Damit wird klar, wie breit VOGE inzwischen aufgestellt ist: Naked Bikes, Reiseenduros, Roller und Cruiser, dazu Quads. Von den Neuheiten finde ich den Scooter und die neue Naked-Bike-Linie am spannendsten. Doch zwei Motorräder hebe ich mir für den Schluss auf.

Die 125er bietet sogar großen Fahrern richtig viel Platz

Unterhalb des Supersportlers RR660S steht eine 125er, die so ernst aussieht, dass ich sie zuerst mit einem größeren Motorrad verwechsle. Also setze ich mich drauf. Fettes Display, gute Aussicht, und dann haut es mich vom Hocker: Ich habe ausreichend Platz. Normale asiatische Motorräder in der 125er-Klasse sind für Leute mit 1,85 Metern ein absolutes No-Go. Auf dieser hier sitze ich richtig gut, voll in Ordnung, ein leiwandes Eisen. Das überrascht mich komplett. Für groß gewachsene Einsteiger ist das eine gute Nachricht, denn sie mussten sich bisher auf vielen 125ern ziemlich zusammenfalten. Wer in diesem Hubraum sucht und nicht klein ist, sollte bei VOGE also unbedingt Probe sitzen, bevor er sich für die übliche Verrenkung entscheidet.

Die RR660S ist mehr Eiscafé als Rennstrecke

Gelber VOGE Supersportler RR660S mit Vierzylinder am Messestand

Keine Trackday-Waffe, aber vor dem Eiscafé wäre ich mit der RR660S schwer respektiert.

Dann wage ich mich doch auf die RR660S, auch wenn ich nicht weiß, ob ich darf. Wenn sie mich rausschmeißen, ist es mir wurscht. Der Vierzylinder hat 662,8 cm³ und offiziell 74 kW, also 101 PS, bei 11.500/min, dazu 64 Nm. Sie wiegt 215 kg fahrbereit, hinten rollt ein 180er, vorne ein 120er Reifen. Auch hier habe ich richtig Platz, offiziell lassen sich Sitzhöhe, Fußrasten und Lenker verstellen. Die Lenkerstummel gehen nicht so weit nach unten wie bei einer alten R6 oder einer CBR600, und die Gabel ist nicht voll einstellbar. Meine Erstdiagnose, oberflächlich und unseriös, aber auf Basis meiner Erfahrung: keine Trackday-Waffe, mit der ich eine ZX-6R abziehe. Doch ein ergonomisch gut gemachter Supersportler mit liebevollen Details, mit dem ich gerne auf der Straße fahre. Vor dem Eiscafé wäre ich damit schwer respektiert.

Der VOGE Stand im Video vom Roller bis zum Supersportler

Den ganzen VOGE-Stand gibt es in meinem vierstündigen Rundgang über die EICMA 2026 auf dem 1000PS-YouTube-Kanal, dieser Link springt direkt zum Stand. Zu sehen sind der Adventure-Roller SR450X mit seinem großen Display, die neue R800 mit Kamera in der Front und Nissin-Bremsen, die R625 und der Cruiser CU625, bei dessen AMT-Version Schalt- und Kupplungshebel fehlen. Am Ende sitze ich auf einer 125er, die mich mit ihrem Platzangebot überrascht, und auf der RR660S, die ich ehrlich zwischen Eiscafé und Rennstrecke einordne. Wer dranbleibt, bekommt mehr als 40 weitere Stände, von Honda über Ducati bis KOVE, mit Sitzproben, Standgesprächen und klaren Urteilen. Vier Stunden EICMA zum Nachschauen, ohne Gedränge und ohne Messeeintritt.

Daten-Kasten VOGE auf der EICMA 2026 im Überblick

  • SR450X: 398 cm³ Zweizylinder, 42 PS laut Standangabe (31 kW laut VOGE Global), 210 kg Nettogewicht, Sitzhöhe 795 mm, 17/14 Zoll, Preis AT 7.199 Euro, laut Berichten ab Dezember 2026 und in DE ab 7.369 Euro inkl. Nebenkosten
  • R800: 798 cm³ Zweizylinder, 95 PS bei 9.000/min, 81 Nm bei 6.500/min, 190 kg Nettogewicht, Sitzhöhe 810 mm, Preis noch offen
  • R625: 581 cm³ Zweizylinder, 64 PS bei 9.000/min, 58 Nm bei 6.500/min, 188 kg Nettogewicht, Sitzhöhe 795 mm
  • CU625: 578,2 cm³ V2, 61 PS bei 8.500/min, 61 Nm bei 5.500/min, 199 kg Nettogewicht, Sitzhöhe 710 mm, Preis AT 7.999 Euro, laut Berichten ab März 2027
  • CU625 AMT: 578,2 cm³ V2, 35 kW (48 PS) bei 8.250/min, 52 Nm bei 5.500/min, 205 kg Nettogewicht, Sitzhöhe 710 mm, automatisiertes Schaltgetriebe
  • RR660S: 662,8 cm³ Vierzylinder, 74 kW (101 PS) bei 11.500/min, 64 Nm bei 10.000/min, 215 kg fahrbereit, Preis AT 8.999 Euro, laut Berichten ab März 2027

EICMA 2026