Ducati Multistrada V4 S Grand Tour: Mehr Technik für 2026

Ducati Multistrada V4 S Grand Tour: Mehr Technik für 2026

Die Reise-Multi bekommt ein umfangreiches Technik-Update

Ducati überarbeitet die Multistrada V4 S Grand Tour für lange Reisen. Neu sind erweiterte Assistenzsysteme, eine automatische Absenkung und Änderungen am V4.

Der Horvath

Der Horvath

Veröffentlicht am 1.10.2026

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Bei der Ducati Multistrada V4 S Grand Tour steckt der Einsatzzweck bereits ziemlich eindeutig im Namen. Ducati bündelt in der neuen Version zahlreiche Komfort-, Gepäck- und Assistenzlösungen ab Werk und richtet die Reiseenduro damit weiterhin an Fahrer, die mit möglichst wenig Nachrüstarbeit auf große Tour gehen wollen. Das grundsätzliche Konzept ist bereits von der bisherigen Grand Tour bekannt. Für die neue Generation geht Ducati allerdings an mehreren Stellen einen Schritt weiter.

Ducati Multistrada V4 S Grand Tour 2026: Was ist neu?

Auf den ersten Blick bleibt die Grand Tour ihrem bisherigen Rezept treu: Koffer drauf und ab ans Meer – nur eben mit einer Ausstattungsliste, bei der vor der Abfahrt deutlich weniger Kästchen im Zubehörkatalog angekreuzt werden müssen. Neu hinzu kommen beziehungsweise ändern sich unter anderem die Assistenzsysteme, die Fahrwerksfunktionen und die Motorabstimmung. Außerdem erhält die Multistrada V4 S Grand Tour eine eigene Lackierung mit schwarzen Oberflächen an Rahmen, Schwinge, Gabelbrücken, Lenker und weiteren Bauteilen. Auf den Felgen findet sich ein eigener „Grand Tour“-Schriftzug, auch Fahrer- und Soziussitz erhalten spezielle Details.

Bei der bisherigen Grand Tour wurde bereits eine exklusive dunkel gehaltene Grand-Tour-Lackierung mit roten Ducati-Akzenten angeboten. Die neue Ausführung führt dieses eigenständige Auftreten weiter.

Ducati Multistrada V4 S Grand Tour Motor: 170 PS aus 1.158 Kubik

Im Zentrum steht weiterhin der 1.158 cm³ große V4 Granturismo. Für die aktuelle Version nennt Ducati 170 PS beziehungsweise 125 kW bei 10.750 U/min und ein maximales Drehmoment von 123,8 Nm bei 9.000 U/min. Die Abgasnorm lautet Euro 5+. Neu beziehungsweise weiterentwickelt ist zudem die Extended Cylinder Deactivation. Dabei wird die hintere Zylinderbank nicht nur im Stand deaktiviert, sondern auch unter bestimmten Fahrbedingungen. Laut Ducati sollen sich dadurch Verbrauch und Emissionen gegenüber der vorherigen Generation um bis zu sechs Prozent reduzieren lassen.

Weiterhin setzt der V4 Granturismo auf eine gegenläufig rotierende Kurbelwelle. Ducati verspricht sich davon einen reduzierten Einfluss der Kreiselkräfte der Räder auf das Fahrverhalten. Ein wichtiges Thema für Reisefahrer bleibt das Wartungsintervall: Die Kontrolle des Ventilspiels ist weiterhin erst nach 60.000 Kilometern vorgesehen.

Ducati Multistrada V4 S Grand Tour mit fünf Fahrmodi

Bei der Elektronik gibt es ebenfalls Änderungen gegenüber der bisherigen Grand Tour. Das 2024er Datenblatt führte vier Riding Modes an: Sport, Touring, Urban und Enduro. Bei der neuen Multistrada V4 S Grand Tour stehen fünf Fahrmodi zur Verfügung:

  • Sport
  • Touring
  • Urban
  • Wet
  • Enduro

Hinzu kommen vier Power Modes sowie Ducati Traction Control, Ducati Wheelie Control und Engine Brake Control. Die Engine Brake Control lässt sich in drei Stufen konfigurieren.

Ducati Vehicle Observer zieht in die Multistrada V4 S Grand Tour ein

Zu den wesentlichen technischen Ergänzungen zählt der Ducati Vehicle Observer, kurz DVO. Das System berechnet Kräfte, die auf das Motorrad wirken, mithilfe zahlreicher virtueller Sensorinformationen. Diese Daten sollen anschließend von den elektronischen Regelsystemen genutzt werden. Ducati nennt hier unter anderem eine verfeinerte Regelung von Kurven-ABS und Ducati Wheelie Control.

Ebenfalls an Bord ist das Electronic Combined Braking System. Dieses verteilt die Bremsleistung zwischen Vorder- und Hinterrad abhängig von Fahrsituation und Beladung. Bei einer Notbremsung aktiviert Ducati Brake Light EVO zusätzlich die Blinker, um den nachfolgenden Verkehr auf den Bremsvorgang aufmerksam zu machen.

Vorne arbeiten zwei 330-Millimeter-Scheiben mit radial montierten Brembo-Stylema-Sätteln. Hinten kommt eine 280 Millimeter große und sechs Millimeter starke Bremsscheibe zum Einsatz. Das Kurven-ABS stammt aus dem Bosch-Brembo-System 10.3ME.

Die Aluminiumräder messen 19 Zoll vorne und 17 Zoll hinten. Montiert werden Pirelli Scorpion Trail II in den Dimensionen 120/70-19 vorne und 170/60-17 hinten.

Ducati Multistrada V4 S Grand Tour Radar: Jetzt auch mit FCW

Schon die Grand Tour 2024 verfügte über ein Radarsystem mit Adaptive Cruise Control und Blind Spot Detection. Für die neue Version führt Ducati zusätzlich Forward Collision Warning, kurz FCW, an. Das System erweitert damit die Radar-Ausstattung um eine Frontkollisionswarnung.

Zur Serienausstattung gehören außerdem:

  • Adaptive Cruise Control
  • Blind Spot Detection
  • Forward Collision Warning
  • Reifendruckkontrolle TPMS
  • LED-Zusatzscheinwerfer
  • dynamische Blinker, sofern homologiert
  • Nebelschlussleuchte

Ducati Skyhook Suspension EVO bekommt weitere Sensorik

Die Multistrada V4 S Grand Tour setzt weiterhin auf das semiaktive Ducati Skyhook Suspension Evolution von Marzocchi. Vorne stehen 170 Millimeter, hinten 180 Millimeter Federweg zur Verfügung. Ducati nennt zudem einen um acht Millimeter erweiterten Vorspannungsbereich.

Neu ist ein Positionssensor an der Gabel. Zusammen mit der IMU und einer vorausschauenden Logik wie der Erkennung von Bodenwellen soll das System die Dämpfung laufend an den Straßenzustand anpassen. Eine Auto-Levelling-Funktion erkennt die Beladung des Motorrads und passt die Fahrzeuglage entsprechend an. Zusätzlich kann der Fahrer die Fahrwerkscharakteristik während der Fahrt über einen eigenen Schalter an der linken Lenkerarmatur verändern.

Automatic Lowering Device statt bisherigem Minimum Preload

Auch bei der Absenkung gibt es eine interessante Weiterentwicklung. Beim Modell von 2024 wurde noch Minimum Preload genannt. Dabei ließ sich die Federvorspannung reduzieren, um beim Anhalten leichter den Boden zu erreichen. Die neue Grand Tour besitzt nun das Automatic Lowering Device. Das Motorrad senkt sich bei Geschwindigkeiten unter 10 km/h automatisch um bis zu 30 Millimeter ab. Oberhalb von 50 km/h fährt es wieder auf normale Fahrhöhe.

Für Stop-and-go, Rangieren oder den klassischen Moment vor dem Hotel, wenn der Parkplatz natürlich genau dort abschüssig ist, wo man eigentlich stehen bleiben möchte, klingt das auf dem Papier durchaus praktisch. Weiterhin vorhanden ist Easy Lift. Beim Einschalten der Zündung öffnet das System die Hydraulik des Fahrwerks und soll dadurch den Kraftaufwand beim Aufrichten vom Seitenständer reduzieren.

Ducati Multistrada V4 S Grand Tour Gepäck: 60 Liter serienmäßig

Die beiden Seitenkoffer gehören weiterhin zur Serienausstattung und sind in das Farbkonzept des Motorrads integriert. Zusammen bieten sie 60 Liter Volumen. Der Hauptständer ist ebenfalls serienmäßig und soll unter anderem das Montieren, Abnehmen sowie Be- und Entladen der Koffer erleichtern. Ducati hat Seitenkoffer und Topcase weiter hinten positioniert, um dem Sozius mehr Bewegungsfreiheit zu geben. Für das Topcase kommt eine Halterung aus Druckguss zum Einsatz.

Beheizte Sitze, Heizgriffe und Hands-Free-Tankdeckel

Beim Komfort hält Ducati an den bekannten Zutaten der Grand Tour fest. Serienmäßig verbaut sind:

  • Heizgriffe
  • beheizter Fahrersitz
  • beheizter Soziussitz
  • Hauptständer
  • Hands-Free-Zündung
  • Hands-Free-Tankdeckel

Vor dem Fahrer bleibt das 6,5 Zoll große TFT-Farbdisplay. Über Ducati Connect lässt sich das Smartphone integrieren. Die Navigation wird über Phone Mirroring dargestellt, wodurch sich das Display in eine farbige Kartennavigation verwandelt. Neben Navigation lassen sich auch Telefon- und Musikfunktionen über das System steuern.

Ducati 4EVER und Roadside Assistance

Zur Ausrichtung als Reisemotorrad gehören auch die Serviceprogramme. Ducati 4EVER umfasst in Europa eine vierjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Zusätzlich erhalten Multistrada-V4-Modelle laut Ducati Roadside Assistance. Je nach Fall umfasst das Programm Pannenhilfe, Transport von Fahrer und Beifahrer, ein Ersatzfahrzeug sowie eine Unterbringung in einem Vier-Sterne-Hotel während des Deckungszeitraums.

Ducati verweist außerdem auf mehr als 800 Vertragshändler in über 90 Ländern. Die neue Multistrada V4 S Grand Tour wird ab November in den europäischen Ducati-Händlernetzen erhältlich sein.

Weitere Ducati Neuheiten

Wie viel kostet eine Ducati Multistrada V4 S Grand Tour?
Hier findest du einen Überblick über das Preisniveau von neuen und gebrauchten Motorrädern!

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Quelle: 1000PS

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