Benda LFC 700 Pro Test: Power-Cruiser mit Showfaktor

Benda LFC 700 Pro Test: Power-Cruiser mit Showfaktor

Viel Motorrad fürs Auge, weniger zum Anrauchen

300er Hinterreifen, Luftfahrwerk, fast 300 Kilogramm und eine Silhouette, die selbst neben amerikanischen Cruisern nicht untergeht: Die Benda LFC 700 Pro will Aufmerksamkeit. Auf dem Papier erinnert das Konzept an Ducatis Diavel V4 und XDiavel V4. Im Test zeigt sich, wie viel Italien tatsächlich in der Chinesin steckt.

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Veröffentlicht am 19.6.2026

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Benda LFC 700 Pro: Die wohl extremste Optik ihrer Preisklasse

Es gibt Motorräder, die durch Design auffallen. Und es gibt die Benda LFC 700 Pro.

Der 300er Hinterreifen auf 18 Zoll wirkt bereits auf Fotos absurd breit, in Natura dominiert er das gesamte Motorrad. Vorne setzt Benda auf einen 130er Reifen auf einer 19-Zoll-Felge. Dazwischen spannt sich ein gewaltiger Aluminiumrahmen, der einen großen Teil der Seitenansicht prägt. Zusammen mit dem langen Tank, der tiefen Silhouette und dem enormen Radstand von 1.720 Millimetern entsteht eine Erscheinung, die auf jedem Parkplatz sofort Aufmerksamkeit erzeugt.

Natürlich denkt man dabei unweigerlich an Ducati Diavel V4 und XDiavel V4. Aber auch die früheren X-Diavel-V2-Modelle kommen einem in den Sinn. Doch die Benda wirkt noch länger, noch breiter und noch extremer inszeniert.

Benda LFC 700 Pro

Reihen-Vierer statt V2 oder V4: Ein ungewöhnlicher Cruiser-Antrieb

Im Zentrum arbeitet ein 675-Kubik-Reihenvierzylinder mit Ram-Air-System. Laut Hersteller stehen 86 PS bei 10.300 U/min und 60 Nm bei 8.600 U/min zur Verfügung.

Damit unterscheidet sich die Benda bereits grundlegend von ihren italienischen Vergleichsmodellen.

Benda vs. Ducati

ModellLeistungDrehmomentGewichtRadstandNachlauf
Benda LFC 700 Pro86 PS60 Nm295 kg1.720 mm208 mm
Ducati XDiavel V4168 PS126 Nm229 kg1.620 mm124 mm
Ducati Diavel V4168 PS126 Nm223 kg1.593 mm112 mm

Allein die Differenz beim Nachlauf erklärt einen großen Teil des Fahrgefühls. Die Benda besitzt fast den doppelten Nachlauf einer Diavel V4. Dazu kommt ein um mehr als zwölf Zentimeter längerer Radstand sowie über 70 Kilogramm Mehrgewicht.

Benda LFC 700 Pro

Fahrverhalten: Geradeaus großartig, im Winkelwerk arbeitsintensiv

Der lange Radstand verleiht der Benda LFC 700 Pro eine beeindruckende Stabilität. Auf der Autobahn, auf langen Bundesstraßen oder auf entspannten Küstenstraßen liegt das Motorrad satt auf der Straße. Der Geradeauslauf ist beinahe stoisch. Das Motorrad fährt wie auf Schienen und vermittelt dabei viel Ruhe. Genau hier spielt das Konzept seine größte Stärke aus.

Sobald die Straße enger wird, verändert sich das Bild. Die Ducati Diavel V4 und die neue Ducati XDiavel V4 überraschen immer wieder mit ihrer Agilität. Trotz breitem Hinterreifen lassen sie sich erstaunlich leicht in Schräglage bringen und fahren beinahe wie sportliche Naked Bikes.

Die Benda verfolgt einen anderen Ansatz: Sie möchte aktiv in die Kurve gedrückt werden. Von selbst fällt sie nicht in den Radius. Enge Kehren und enge Kurvenkombinationen verlangen deutlichen Körpereinsatz und kräftige Lenkimpulse. Hinzu kommt die begrenzte Schräglagenfreiheit. Die Fußrasten setzen früh auf und erinnern den Fahrer regelmäßig daran, dass hier nicht Kurvenwetzen, sondern Cruisen im Lastenheft stand.

Besonders deutlich wird der Unterschied zur Ducati auf engen Straßen. Während die Diavel und XDiavel förmlich nach dem nächsten Radius suchen, verlangt die Benda nach einer ruhigeren Gangart. Wer sie schnell bewegen möchte, kann das durchaus tun, muss dafür aber arbeiten.

Benda LFC 700 Pro

Luftfahrwerk: Interessante Technik mit gemischtem Nutzen

Das große technische Highlight der Pro-Version ist das elektronische Luftfahrwerk. Benda ersetzt das konventionelle Federbein des Basismodells durch das sogenannte Dual-Chamber Air Suspension System. Sitzhöhe und Dämpfung lassen sich elektronisch anpassen. Zusätzlich wurde der Aluminiumrahmen im Frontbereich versteift und um weitere Verstärkungen ergänzt.

In der Praxis empfiehlt sich die höchste Fahrwerksposition in Kombination mit der straffen Abstimmung. Nur so bleibt möglichst viel Schräglagenfreiheit erhalten.

Die automatische Absenkung beim Anhalten klingt zunächst spektakulär, wirkt im Alltag jedoch weniger überzeugend. Das System reagiert relativ träge und bringt kaum einen echten Mehrwert. Man hat oft das Gefühl, auf die Höhenverstellung zu warten, statt von ihr zu profitieren. Anders als bei einer BMW R 1200 GS entsteht hier nicht der Eindruck einer funktionalen Revolution, sondern eher jener eines interessanten Technik-Gimmicks.

Benda LFC 700 Pro

Ergonomie: Hier sammelt die Benda viele Pluspunkte

Womit die Benda LFC 700 Pro wirklich überzeugt, ist die Ergonomie: Die Sitzbank ist breit, straff gepolstert und bietet viel Bewegungsfreiheit. Man kann auf langen Etappen problemlos nach vorne oder hinten rutschen und findet schnell eine angenehme Sitzposition.

Auch der Kniewinkel fällt überraschend entspannt aus. Trotz der weit vorne positionierten Fußrasten sitzt man nicht unbequem. Der Lenker liegt etwas weiter vorne, als die Optik vermuten lässt und erzeugt sogar einen gewissen Druck auf das Vorderrad. Das sorgt für mehr Kontrolle, als man bei diesem Erscheinungsbild erwarten würde.

Positiv aufgefallen sind zudem die Spiegel. Sie bieten eine gute Sicht nach hinten, vibrieren kaum und lassen sich bei Bedarf einklappen. Der seidenweich laufende Vierzylinder unterstützt den Tourencharakter zusätzlich. Am Lenker kommen nur wenige Vibrationen an, wodurch die Benda auch auf längeren Etappen angenehm zu fahren ist.

Benda LFC 700 Pro

Ausstattung: Moderne Optik, klassische Technik

Beim Blick auf die Ausstattung zeigt sich jedoch, wo der günstige Preis zustande kommt. Ride-by-Wire fehlt ebenso wie ein Tempomat, wobei gerade Letzterer hervorragend zum Langstreckencharakter des Motorrads passen würde.

Der Gasgriff besitzt spürbares Spiel und wirkt nicht besonders hochwertig. Auch die Hebeleien überzeugen nicht vollständig. Zwar lassen sich Brems- und Kupplungshebel einstellen, selbst in der engsten Position bleiben sie jedoch vergleichsweise weit vom Lenker entfernt.

Hingegen bringt der neue 300er CST-Hinterreifen laut Hersteller ein geringeres Aufstellmoment als der bisherige 310er Reifen und soll das Handling verbessern. Gleichzeitig dürfte die Reifenversorgung im Alltag deutlich unkomplizierter ausfallen.

Benda LFC 700 Pro

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Benda LFC 700 PRO 2025 - Erfahrungen und Expertengutachten

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Wer die Benda LFC 700 Pro aufgrund ihrer Optik für eine preiswerte Alternative zur Ducati Diavel V4 oder Ducati XDiavel V4 hält, wird nach den ersten Kilometern eines Besseren belehrt. Die Ducati-Modelle sind leistungsstarke Power-Cruiser mit erstaunlich sportlichem Fahrverhalten. Die Benda ist dagegen ein klassischer Cruiser in spektakulärer Verpackung. Die Benda LFC 700 Pro fährt nicht wie eine Ducati. Sie versucht das auch gar nicht. Sie bietet ihren ganz eigenen Zugang zum Cruiser-Thema – weniger Performance, dafür mehr Präsenz. Die Sitzposition ist gelungen, der Geradeauslauf beeindruckend, der Motor angenehm kultiviert und die Optik einzigartig. Und genau darin liegt ihr Reiz. Der Preis von 12.999 Euro in Deutschland beziehungsweise 14.499 Euro in Österreich positioniert sie zudem weit unterhalb der italienischen Konkurrenz.


Eigenständige, brachiale Optik mit hohem Wiedererkennungswert

Bequeme Sitzposition und entspannter Kniewinkel

Sehr guter Geradeauslauf auf langen Etappen

Seidenweich laufender Reihenvierzylinder

Elektronisches Luftfahrwerk als technische Besonderheit

300er Hinterreifen mit besserer Verfügbarkeit als der bisherige 310er

Gute Spiegel mit wenig Vibrationen

Deutlich günstiger als die Ducati Diavel/XDiavel V4

Für einen "Power-Cruiser" relativ schwach motorisiert

Hohes Gewicht von 295 Kilogramm

Träges Handling auf kurvigen Strecken

Geringe Schräglagenfreiheit

Automatische Absenkung des Luftfahrwerks mit wenig praktischem Nutzen

Kein Ride-by-Wire

Kein Tempomat

Gasgriff mit spürbarem Spiel

Klangbild wenig emotional

Hebel auch in engster Einstellung relativ weit vom Lenker entfernt

Benda LFC 700 Pro Test: Power-Cruiser mit Showfaktor Bilder

Quelle: 1000PS

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