Ducati Panigale V4S 2025 – Test auf Straße & Rennstrecke

Ducati Panigale V4S 2025 – Test auf Straße & Rennstrecke

Intensivtest durch Rennfahrer Martin Bauer

Die Ducati Panigale V4S steht exemplarisch für das, was moderne Superbikes heute ausmacht: extreme Leistung, Hightech bis ins kleinste Detail und eine kompromisslose Rennsport-DNA. Doch wie alltagstauglich ist ein Motorrad, das mit 216 PS und komplexer Elektronik ganz klar auf die Rennstrecke ausgelegt ist?

Martin_Bauer

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Veröffentlicht am 25.8.2025

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In einem umfassenden Test habe ich die Panigale V4S sowohl auf der Landstraße als auch auf dem Slovakia Ring bewegt - und zeige, was dieses Motorrad wirklich kann, wo seine Grenzen liegen und warum es trotz seiner Radikalität auch im Alltag überzeugen kann.

Straßentest – Panigale V4S im Alltagscheck

Gleich beim ersten Aufsteigen wird klar: Die Ducati Panigale V4S ist ein durch und durch sportlich gezeichnetes Motorrad. Der neu geformte Tank sorgt für besseren Halt mit den Knien, und die schlanke Bauweise erleichtert das Einfügen des Körpers in die Fahrzeuglinie. Trotz der sportlichen Sitzposition ist der Kniewinkel überraschend alltagstauglich, selbst größere Fahrer finden ausreichend Platz. Lediglich das Gewicht auf den Handgelenken und die Kupplungsarbeit im Stadtverkehr erinnern an den Rennsportfokus.

Der Motor zeigt sich kultivierter als erwartet. Mit 216 PS und 120 Nm ist die Leistungsentfaltung in den unteren Drehzahlen erstaunlich kontrolliert. Selbst bei langsamer Fahrt bleibt der V4 ruhig und zeigt keine Neigung zum Ruckeln. Wirklich lebendig wird das Triebwerk jedoch erst ab etwa 6.000 bis 7.000 U/min. Ab diesem Bereich schiebt die Ducati mit Nachdruck an um ab 9.000 U/min dann richtig zupacken zu können. Dieser Bereich bleibt aber auf der Straße meist unerreicht. Warum? Der erste Gang ist extrem lang übersetzt und reicht schon bis 160 km/h, was zwar auf der Rennstrecke Sinn ergibt, um dort auch den ersten Gang nutzen zu können, in engen Kehren auf der Straße aber unpraktisch wird. Hier müsste man mit einer kürzeren Gesamtübersetzung entgegenwirken.

Überraschend alltagstauglich - wenn man Abstriche machen kann.

Das elektronisch geregelte Öhlins-Fahrwerk erweist sich im Alltag als echter Pluspunkt. In komfortabler Abstimmung werden sogar schlechte Straßenabschnitte sauber geschluckt. Das Motorrad bleibt stets stabil, wirkt aber nie überdämpft. Wer den Modus auf sportlich stellt, merkt sofort das geschärfte Ansprechverhalten, ideal für dynamische Landstraßenausflüge. Generell bietet die überarbeitete elektronische Fahrwerkssteuerung auch gute automatische Modi, die je nach Fahrsituation die Dämpfung während der Fahrt anpassen und somit dem bequemen Fahrer die Einstellarbeit abnimmt.

Bei der Elektronik hat Ducati tief in die Trickkiste gegriffen. Das große 6,9-Zoll-TFT zeigt übersichtlich alle aktiven Systeme an, von der Traktions-, über Slide-, bis zur Wheelie-Kontrolle. Eine Besonderheit ist allerdings das neue eCBS, ein intelligentes kombiniertes Bremssystem, das beim Bremsen automatisch die Hinterradbremse aktiviert - selbst dann, wenn der Fahrer bereits die Bremse losgelassen hat. Das verleiht besonders beim Einlenken zusätzliche Stabilität und hilft dem Fahrer, etwas enger den Kurvenradius wählen zu können.

Unterm Strich präsentiert sich die Panigale V4S auf der Landstraße als erstaunlich beherrschbares Motorrad mit enormem Potenzial. Trotz der Leistungsexplosion ab höheren Drehzahlen lässt sich die Ducati im Alltag gut dosieren. Allerdings ist klar: Dieses Bike will gefordert werden, und das geht nur bedingt im öffentlichen Straßenverkehr.

Rennstreckentest – Die Panigale V4S im Grenzbereich

Auf dem Slovakia Ring zeigt die Panigale V4S ihre wahre Bestimmung. Hier, auf einer anspruchsvollen Strecke mit schnellen Kuppen, langen Geraden und engen Kehren, läuft das V4-Triebwerk zur Höchstform auf. Ab 8.000 U/min liefert der Motor konstant über 200 PS, und das bis hinauf zum Begrenzer bei 15.000 U/min. Die Drehfreude, gepaart mit der erstaunlichen Laufruhe, ermöglicht es, Gang für Gang mit voller Wucht zu nutzen - ohne nervöse Reaktionen oder unsaubere Gasannahme. Das ermöglicht auch, die 216PS sehr gut dosierbar einsetzen zu können.

Besonders spürbar ist der Effekt der rückwärtslaufenden Kurbelwelle. Diese hilft aktiv dabei, das Vorderrad bei starker Beschleunigung am Boden zu halten - ein echtes Sicherheits- und Performanceplus. Diese Eigenschaft hilft gerade in den unteren Gängen, wo die Aerodynamik aufgrund der geringen Anströmung noch nicht richtig greift. Bei Geschwindigkeiten über 200 km/h, etwa über die Kuppen des Slovakia Rings, wirkt die Front dank Aerodynamik und Motorbalance dann beruhigend stabil und es kann deshalb sehr viel von der Leistung auch in Vortrieb umgesetzt werden. Was dann trotzdem zu viel ist, regelt die Elektronik verlässlich behutsam weg. Dabei zeigt sie, was sie wirklich kann. Die Fahrhilfen greifen sensibel, aber nicht bevormundend ein. Besonders das eCBS überzeugt beim harten Anbremsen vor engen Kurven, wo das Motorrad dank zusätzlicher Hinterradbremse ruhig und stabil bleibt. Auch beim Einlenken bleibt ein Restbremsmoment bestehen, was das Handling weiter verbessert. Ein Pluspunkt sowohl auf der Rennstrecke wie auch auf der Straße.

Selbst wenn sie im Alltag fahrbar ist, wurde die Panigale V4 S für die Rennstrecke gebaut.

Auch das neue Chassis-Setup mit veränderten Steifigkeiten und die leichtere Zweiarmschwinge zeigen auf der Rennstrecke ihre Wirkung. Das Bike bleibt auch bei Bodenwellen stabil, absorbiert Stöße in Schräglage besser und bietet guten Grip am Hinterrad, vor allem mit Racing-Reifen in Big-Size-Dimension. Auch wenn die neue Schwinge gut funktioniert, werden aber wahrscheinlich viele der geschichtsträchtigen Einarmschwinge nachweinen, die das Erscheinungsbild von Ducati über Jahrzehnte geprägt hat. Aber irgendwann hat alles ein Ende, oder hättet ihr euch noch vor 10 Jahren vorstellen können, dass Ducati keinen V2 mehr in den Superbikes verbaut?

Das semiaktive Fahrwerk ist über die Modi Track 1 und Track 2 ideal anpassbar. Während Track 1 auf knackige Performance abzielt, bietet Track 2 eine etwas komfortablere, aber ebenso sportliche Abstimmung - ideal für Strecken mit mehr Unebenheiten. Ein Wechsel auf Big-Size-Pneus von Pirelli sorgt zusätzlich für mehr Kurvenfreude am Scheitelpunkt und unterstützt enge Radien, ohne dass die Geometrie manuell angepasst werden muss.

Im Zusammenspiel aller Komponenten wird klar: Die Panigale V4S ist auf der Rennstrecke ein scharfes, aber kontrollierbares Werkzeug - präzise, fordernd und enorm leistungsfähig.

Wie viel kostet eine Ducati Panigale V4 S?
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Ducati Panigale V4 S 2025 - Erfahrungen und Expertengutachten

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Die Updates der Panigale V4 S treffen fahrdynamisch voll ins Schwarze. Mehr Stabilität und besseres Turning scheinen auf den ersten Blick gegensätzliche Entwicklungsziele, doch nicht zuletzt dank des Umstiegs auf die Zweiarmschwinge sind sie im 2025er-Modell vereint. Die neue Pani ist pfeilschnell und kommt Hobbyracern nun viel mehr entgegen. Doch weiterhin gilt: Spaß kostet - für die hier getestete S-Version muss man tief in die Tasche greifen.


Grandios neutrales Handling mit Drang zur engen Linie

Stabilität beim Beschleunigen, kein Rühren mehr

Verbesserte Ergonomie, weniger fordernd

Tolle und innovative Assistenzsysteme kommen gerade Hobbyracern zugute

216 PS trotz Euro-5+

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Quelle: 1000PS

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