Kawasaki auf der EICMA 2026 mit Versys 900 und KX327

Radar für die Versys und ein neuer Zweitakter fürs Gelände

Bei Kawasaki bekomme ich auf der EICMA 2026 sofort einen Platz in der ersten Reihe. Die Versys 900 wird ein Kassenschlager, die KLE650 erhört meine Gebete, und ein nagelneuer Zweitakter bringt mich komplett aus der Fassung.

by nastynils on 05.11.2026

Kawasaki gehört für mich zu den Herstellern mit den beeindruckendsten Neuheiten für die Saison 2027, und das merke ich auf der EICMA 2026 in Mailand schon nach wenigen Schritten. Auf dem Weg zum Stand gehe ich an vielen leiwanden Motorrädern achtlos vorbei, das tut mir fast leid. Doch manche Dinge überstrahlen einfach alles. Ich bekomme sofort einen Platz in der ersten Reihe, direkt vor der neuen Versys 900. Dahinter warten eine Reiseenduro, auf die ich lange gehofft habe, die Rückkehr der Kompressor-Ninja, ein Roboter auf vier Beinen und ein Zweitakter, der mich am Ende komplett aus der Fassung bringt. Was mich am meisten beeindruckt, ist die Breite: Kawasaki, früher vor allem die Rennsportmarke, ist heute von der Straße bis ins Gelände aufgestellt wie kaum ein anderer Hersteller.

Die Versys 900 mit dem Motor der Z900 wird ein Renner

Die Versys 900 baut auf dem Vierzylinder der Z900 auf, einem Motor mit legendärem Ruf. Der Reihenvierzylinder mit 948 cm³ leistet laut Kawasaki 122 PS und 97,3 Nm und steckt in einem komplett neuen Stahl-Gitterrohrrahmen. Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass dieses Motorrad ein Kassenschlager wird. Ich fürchte fast, die Kawasaki-Händler bestellen wieder zu vorsichtig, und dann ist sie sofort ausverkauft, so wie damals bei der Einführung der neuen Z900. Natürlich ist manches anders als bei anderen Sporttourern: Die Basis war ein Naked Bike, und im Rahmen steckt eben ein Reihenvierzylinder. Abschrecken lassen sollte man sich davon nicht, Kawasaki hat viel geändert. Stabil und souverän soll sie laufen und trotzdem handlich bleiben. Mit 900 Kubik spielt sie in der oberen Mittelklasse, eigentlich schon knapp an den Tausendern.

Radar an Bord und ein Seitenhieb auf die Versys 1100

Abstandstempomat, Kollisionswarnung und Totwinkelassistent: Die Versys 900 ist die erste Versys mit Radar.

Was die Versys 900 besonders macht, ist die Elektronik. Sie ist die erste Versys mit Radar: Abstandstempomat, Frontkollisionswarnung und Totwinkelassistent gehören zum Paket. Am Lenker sitzt eine komplette Schaltzentrale, über die man den Abstand einstellt und sich durchs Menü navigiert, Heizgriffe sind auch dabei. Wichtig ist mir ein Hinweis: Der adaptive Tempomat hält die Geschwindigkeit und passt sie an den Vordermann an, eine Notbremsung macht er aber nicht für dich. Gleich daneben steht die Versys 1100 SE mit voller Ausstattung, und ich finde es heftig, wie viel die 900er der großen Schwester wegnimmt. Am Stand gibt es sie in Rot und Grün, als SE mit mehr touristischer Ausstattung und mit Koffersätzen aus dem Zubehör. In Deutschland kostet sie 13.270 Euro inklusive Überführung, ab April 2027 steht sie beim Händler. Das wird ein Banger, in den Bestellbüchern wird es rauchen.

Die KLE650 erhört meine Gebete als Reiseenduro mit 21 Zoll

Der breite Lenker der KLE650 liegt bei der Sitzprobe in der Hand wie ein Dirigentenstab.

Dann der Moment, auf den ich gewartet habe: die KLE650. Der bekannte Zweizylinder mit 649 cm³ steckt jetzt in einer richtigen Reiseenduro mit 21-Zoll-Vorderrad, die SE rollt auf schlauchlosen Reifen. Am Stand darf ich mich auf eine weiße KLE650 setzen, und der breite Lenker liegt in der Hand wie ein Dirigentenstab. Laut Berichten leistet die europäische Version 70 PS, da geht etwas weiter. Die Federvorspannung ist einstellbar, der Gitterrohrrahmen wirkt robust, und ich kann mir gut vorstellen, dass man mit ihr das eine oder andere Schotterstück inhaliert. In Deutschland kostet sie 8.920 Euro inklusive Überführung, den Tempomat gibt es serienmäßig. Gesucht, aber nicht gefunden habe ich die KLE500 SE Smartride. Ihre Fliehkraftkupplung erledigt Anfahren und Anhalten ohne Kupplungshebel, geschaltet wird weiter von Hand, für 8.195 Euro inklusive Überführung. Für mich ist vor allem die KLE650 eine großartige Bereicherung.

Roboterhund CORLEO und die Rückkehr der Kompressor Ninja

Mit Ram Air leistet die Ninja H2 immer noch 209 PS, bei 238 kg fahrbereit.

Dann bleibt mir kurz die Luft weg. Am Stand steht CORLEO, ein robotisches Vierbein-Fahrzeug, bei dem laut Kawasaki ein 150-cm³-Wasserstoffmotor als Generator arbeitet. Serienreif soll das Konzept um 2035 sein. Alle stellen sich an, um hinaufzukraxeln, ich komme gar nicht dran. Eine Testfahrt will ich trotzdem, das steht fest. Als Wachhund im Garten käme an diesem Trum keiner vorbei. Meine Hündin Akira versteckt sich schon, wenn daheim die Alarmanlage angeht, mit dem Stofftier im Maul unterm Kastl im Badezimmer. Bringe ich ihr diesen Roboter heim, wird sie ohnmächtig. Gleich daneben die echte Kompressormaschine: Die Ninja H2 hat wieder eine Euro-Zulassung. Sie leistet etwas weniger als früher, mit Ram Air sind es immer noch 209 PS bei 238 kg fahrbereit. In Deutschland kostet sie 33.050 Euro inklusive Überführung.

Neue Ninja 650 und warum Kawasaki so breit aufgestellt ist

Upside-down-Gabel von Showa, radiale Vierkolben-Bremssättel und 4,3-Zoll-TFT für 8.470 Euro inklusive Überführung.

Mein Spickzettel leistet ganze Arbeit, denn auf ihm steht auch die Ninja 650. Sie bekommt eine Upside-down-Gabel von Showa mit 37 mm Standrohren, radial montierte Vierkolben-Bremssättel und ein neues 4,3-Zoll-TFT. Das schaut gleich leiwander aus, und 8.470 Euro inklusive Überführung sind kein schlechter Preis. Die ZX-4R, die mit ihrem kleinen Vierzylinder schon eine Lawine losgetreten hat, finde ich am Stand nicht. Insgesamt bin ich geflasht von dieser Vielfalt. Wer Kawasaki noch als reine Rennsportmarke im Kopf hat, reibt sich die Augen: straßenorientierte Versys mit aufrechter Sitzposition, dazu die Abenteuer-Motorräder KLE500 und KLE650, die direkt ins Herz fahren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat sich Kawasaki bei den Zulassungszahlen in den letzten Jahren irrsinnig nach oben gekämpft, einfach mit leiwanden Motoren. Das freut mich wirklich, denn Kawasaki schreitet da sehr engagiert voran.

Der neue Zweitakter KX327X ist die unterschätzte Neuheit

Der erste Kawasaki-Zweitakter über 250 cm³ seit mehr als 20 Jahren kommt laut Kawasaki mit Einspritzung und Elektrostarter.

Fast hätte ich vergessen, warum ich den ganzen Tag so aufgekratzt war. Hinter einer Absperrung steht eines meiner Highlights der Messe: die KX327X, ein nagelneuer Zweitakter von Kawasaki. Laut Berichten ist es der erste Kawasaki-Zweitakter über 250 cm³ seit mehr als 20 Jahren, mit 327 cm³. Laut Kawasaki hat er Einspritzung, Elektrostarter und Auslasssteuerung. Die KX327 ist die Motocross-Version, die KX327X das Cross-Country-Modell. Rahmen, Schwinge, Motor, alles daran schaut richtig geil aus. Und das ist kein bisschen hergerichtetes Motocross-Motorrad: mehr Schwungmasse, passende Getriebeabstufung, gemacht fürs Gelände. Gedacht ist sie vor allem für Amerika und Australien. Doch auch wer in Österreich oder Deutschland Cross-Country fährt, etwa in der German Cross Country Championship, kann zugreifen. Alle erzählen, die Verbrenner seien tot, und Kawasaki bringt eine komplett neue Motorengeneration. Ich bin sicher, das verkauft sich wie deppert, denn viele sind immer gern Zweitakt gefahren.

So erlebst du den Kawasaki Stand im EICMA Video

Wie aufgekratzt ich am Kawasaki-Stand wirklich war, zeigt mein vierstündiger Rundgang über die EICMA 2026 auf dem 1000PS-YouTube-Kanal. Nach gut eineinhalb Stunden geht es um Kawasaki, dieser Link springt direkt zum Stand. Zu sehen sind die Versys 900 aus der ersten Reihe samt Schaltzentrale am Lenker, die Versys 1100 SE daneben, meine Sitzprobe auf der weißen KLE650, der Roboter CORLEO mit der Warteschlange davor, die Ninja H2 und die Ninja 650. Am Ende stehe ich vor der Absperrung bei KX327 und KX327X und kann mich kaum mehr beruhigen. Wer danach dranbleibt, bekommt mehr als 40 weitere Stände, von Honda über Ducati bis KOVE, mit Sitzproben, Standgesprächen und klaren Urteilen. Vier Stunden EICMA zum Nachschauen, ohne Gedränge und ohne Messeeintritt.

Daten-Kasten Kawasaki auf der EICMA 2026 im Überblick

  • Versys 900 / Versys 900 SE: 948 cm³ Reihenvierzylinder, 122 PS bei 9.500/min, 97,3 Nm bei 8.000/min, Sitzhöhe 825 bis 845 mm, 20 l Tank (laut Berichten), Radar-Assistenz ARAS, Preis Deutschland 13.270 / 14.170 Euro inkl. Überführung, ab April 2027
  • KLE650 / KLE650 SE: 649 cm³ Reihenzweizylinder, 70 PS (laut Berichten), 21 Zoll vorn, 17 Zoll hinten, Sitzhöhe 870 mm (laut Berichten), Tempomat serienmäßig, Preis Deutschland 8.920 / 10.420 Euro inkl. Überführung, ab März bzw. Februar 2027
  • KLE500 SE Smartride: Fliehkraftkupplung für Anfahren und Anhalten, Felgen für schlauchlose Reifen, Preis Deutschland 8.195 Euro inkl. Überführung, ab Dezember 2026
  • Ninja H2: 209 PS mit Ram Air bei 11.000/min, 238 kg fahrbereit, Preis Deutschland 33.050 Euro inkl. Überführung, ab April 2027
  • Ninja 650: Showa-USD-Gabel mit 37 mm, radiale Vierkolben-Bremssättel, 4,3-Zoll-TFT, 68 PS (laut Berichten), Sitzhöhe 785 mm, Preis Deutschland 8.470 Euro inkl. Überführung, ab November 2026
  • KX327 / KX327X: Zweitakt-Einzylinder mit 327 cm³ (laut Berichten), Einspritzung, Elektrostarter, Auslasssteuerung, Preise für Deutschland folgen
  • CORLEO: Konzept auf vier Beinen, 150-cm³-Wasserstoffmotor als Generator, Serienreife um 2035

Conclusion: Kawasaki Ninja H2 2027


Conclusion: Kawasaki Ninja 650 2027


Conclusion: Kawasaki KX327 2027


Conclusion: Kawasaki Versys 900 2027


Conclusion: Kawasaki Versys 900 SE 2027


Conclusion: Kawasaki KLE650 2027