Triumph TXP-24 im Test: Elektro-Trial für junge Fahrer
Wie gut ist die Triumph TXP-24 wirklich für Kinder?
Die Triumph TXP-24 bringt kräftigen Elektroantrieb, Trial-Technik und viel Fahrspaß für junge Fahrer. Im Praxistest mit einem erfahrenen 11-Jährigen zeigt sich aber auch: Gewicht, Größe und Leistungsabgabe entscheiden darüber, für wen das E-Trial wirklich passt.
Die Triumph TXP-24 verspricht echten Elektro-Trial-Sport schon für junge Fahrer. Unser 11-jähriger Tester Ben bringt mehrere Jahre Trial-Erfahrung mit. Im Praxistest zeigt sich: Leistung und Fahrspaß sind reichlich vorhanden, doch Größe und Gewicht setzen klare Grenzen.
Erfahrener Nachwuchs statt absoluter Anfänger
Für die Einordnung dieses Tests ist wichtig, wer auf der TXP-24 unterwegs war. Ben ist elf Jahre alt, rund 1,50 Meter groß und fährt bereits seit mehreren Jahren Trial. Er kennt also das Fahren im Stehen, langsame Balancepassagen und das Überwinden von Hindernissen. Seine Einschätzungen stammen damit nicht von einem Kind, das zum ersten Mal an einem Gasgriff dreht.
Das spielt bei der TXP-24 eine große Rolle. Triumph positioniert das Topmodell der TXP-Familie für Fahrer ab zehn Jahren und erlaubt ein Fahrergewicht von bis zu 90 Kilogramm. In der Praxis sagt das Alter allein aber relativ wenig darüber aus, ob das Motorrad bereits für ernsthaften Trial-Einsatz passt. Körpergröße, Kraft und Erfahrung sind mindestens ebenso entscheidend.
Vier Leistungsstufen verlangen die richtige Wahl
Auf der TXP-24 stehen Geschwindigkeits- beziehungsweise Leistungsstufen zur Verfügung. Damit lässt sich die TXP-24 an den Fahrer anpassen. Genau diese Einstellung sollte man bei Kindern ernst nehmen.
Je höher die gewählte Stufe, desto schneller und energischer reagiert das Motorrad. Für Ben mit seiner Trial-Erfahrung war das gut beherrschbar, doch selbst er bemerkte, dass die Gasannahme in bestimmten Situationen recht direkt ausfallen kann. Vor allem beim langsamen Anfahren eines Hindernisses kann die TXP stärker beschleunigen als ursprünglich geplant. Das ist beim Trial entscheidend. Wer über einen Baumstamm oder eine Stufe fahren möchte, braucht nicht einfach möglichst viel Leistung, sondern eine sehr präzise Portion davon. Kommt der Schub etwas zu abrupt, fährt das Motorrad schneller nach oben, als es der junge Fahrer vorgesehen hat.
Für weniger erfahrene Kinder kann eine zu hohe Einstellung deshalb schnell zu viel sein. Die Möglichkeit, Leistung, Geschwindigkeit und Ansprechverhalten anzupassen, ist bei diesem Motorrad nicht bloß ein nettes Elektronikfeature, sondern ein zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts.
Der Elektromotor liefert mehr als genug Schub
Mit 1.600 Watt ist die TXP-24 das stärkste Modell der neuen Triumph-TXP-Reihe. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Triumph bei bis zu 38 km/h. Ben hat diese Reserven im Test durchaus genossen. Gerade das freie Herumfahren abseits klassischer Trial-Sektionen bereitete ihm viel Spaß. Auch einmal auszuprobieren, wie schnell die Triumph tatsächlich fährt, gehörte dazu. Bei höherem Tempo fühlte sich das Motorrad für ihn stabil und sicher an.
Diese Aussage darf man allerdings nicht pauschal auf jedes elfjährige Kind übertragen. Ben bringt mehrere Jahre Erfahrung auf Trial-Motorrädern mit. Wo er ein Motorrad bei höherem Tempo noch souverän einordnet, kann ein Anfänger bereits deutlich stärker gefordert sein.
Fast 50 Kilogramm sind für Kinder eine Ansage
Der größte Unterschied zwischen Hersteller-Zielgruppe und echtem Trial-Alltag zeigt sich beim Gewicht. Triumph nennt für die TXP-24 48,1 kg in der Trial-Konfiguration und 49,4 kg mit XPlore-Aufbau. Für einen Erwachsenen klingt das nach einem sehr leichten Motorrad. Für einen elfjährigen Fahrer mit 1,50 Meter Körpergröße ist es eine andere Welt.
Beim normalen Fahren kommt Ben mit der TXP-24 zurecht. Sobald klassische Trial-Techniken ins Spiel kommen, wird die Masse aber spürbar. Das Motorrad im Stand zu entlasten, das Vorder- oder Hinterrad gezielt anzuheben, Stand-Sprünge durchzuführen oder ein Hindernis ohne Anlauf zu überwinden, ist für ihn derzeit schwierig. Hier zeigt sich eine Besonderheit des Trial-Sports: Es reicht nicht, dass ein Kind den Boden erreicht und das Motorrad beschleunigen kann. Beim anspruchsvolleren Trial muss der Fahrer die Maschine mit seinem ganzen Körper bewegen können.
Aus Bens Sicht wären dafür noch ein bis zwei Jahre Wachstum hilfreich. Ein Jugendlicher mit beispielsweise 1,60 bis 1,65 Meter Körpergröße hätte bei identischem fahrerischem Können bereits deutlich bessere Voraussetzungen.
Enge Kurven zeigen ebenfalls die Dimensionen
Auch in engen Kurven merkt Ben, dass die TXP-24 kein kleines Kinder-Trial mehr ist. Größe und Gewicht verlangen mehr Körpereinsatz und machen langsame Richtungswechsel anspruchsvoller. Das bedeutet nicht, dass ein Elfjähriger mit der Triumph nicht fahren kann. Im Gegenteil: Ben konnte damit fahren, üben und viel Spaß haben. Der Unterschied liegt darin, was man unter geeignet versteht.
Für normales Offroad-Fahren und das Erlernen grundlegender Techniken funktioniert das Motorrad bereits in diesem Alter. Wer hingegen anspruchsvolle Trial-Sektionen mit engem Raum, langsamen Hindernissen und Techniken aus dem Stand fahren möchte, sollte neben dem Alter auch die körperlichen Voraussetzungen genau betrachten.
Die Bremsen funktionieren auch mit Kinderhänden
Positiv fielen Ben die Bremsen auf. Die hydraulische Anlage lässt sich mit wenig Handkraft bedienen und fein dosieren. Triumph verbaut an der TXP-24 eine hydraulische Bremsanlage mit 203-mm-Scheibe vorne und 180-mm-Scheibe hinten. Gerade bei einem Nachwuchsmotorrad ist die leichte Bedienbarkeit wichtiger als möglichst spektakuläre Bremsleistung auf dem Datenblatt.
Ben empfand die Verzögerung als angenehm kontrollierbar. Das passt gut zum Einsatzgebiet, denn im Trial arbeitet man permanent mit der Bremse und benötigt viel Gefühl am Hebel.
Trial ohne Sitz oder XPlore mit Sitzbank
Getestet wurde die TXP-24 in der Trial-Konfiguration ohne klassische Sitzbank. Der Fahrer steht dabei auf den Fußrasten und bewegt seinen Körper aktiv über dem Motorrad. Dass der Oberkörper dabei etwas Richtung Lenker orientiert ist, gehört zur normalen Trial-Fahrtechnik und ist keine ungewöhnlich nach vorne gebeugte Sitzposition.
Die TXP-24 lässt sich jedoch umbauen. Mit Sitzbank wird aus dem stehenden Trial-Konzept die von Triumph als XPlore bezeichnete Variante für stärker sitzend geprägtes Offroad-Fahren.
Für jüngere Fahrer könnte genau diese Nutzung einfacher sein. Im flüssigeren Gelände werden Hindernisse eher mit etwas Geschwindigkeit und Schwung überfahren. Im Trial müssen dieselben Aufgaben teilweise extrem langsam oder direkt aus dem Stand gelöst werden. Dann machen sich Gewicht und Dimensionen wesentlich stärker bemerkbar. Das 2-in-1-Konzept erweitert damit den Einsatzbereich deutlich. Die gleiche Maschine kann für Trial-Übungen genutzt werden, aber auch einfach zum Offroad-Fahren und Spaßhaben.
Elektrisch heißt vor allem: Ruhe beim Üben
Einer der größten praktischen Vorteile fiel im Test sofort auf: die Lautstärke. Genauer gesagt deren Abwesenheit.
Die TXP-24 ist beim Fahren extrem leise. Gerade bei einem Kindermotorrad kann das den Einsatz erheblich erleichtern. Übungseinheiten verursachen praktisch keinen klassischen Motorlärm und das Motorrad kann dadurch in Situationen sinnvoll sein, in denen ein Verbrenner deutlich stärker auffallen würde.
Auch im Familienalltag machte der Elektroantrieb einen unkomplizierten Eindruck. Das Laden bereitete keine Schwierigkeiten und die vorhandene Akkuladung reichte im Test für einen kompletten Nachmittag mit Kindern aus. Auch das Nachladen wurde als unkompliziert und schnell empfunden. Triumph beziehungsweise OSET nennt für die TXP-24 bis zu rund drei Stunden Fahrzeit bei leichter Nutzung. Bei intensiverem Trial- oder Wettbewerbseinsatz fällt die Laufzeit entsprechend geringer aus.
Eltern sollten die Leistung aktiv mitbestimmen
Die Einstellmöglichkeiten sind bei der TXP-24 besonders sinnvoll, weil sich das Motorrad an sehr unterschiedliche Fahrer richten kann. Triumph erlaubt eine Leistungsbegrenzung zwischen 25 und 100 Prozent und auch Höchstgeschwindigkeit sowie Gasannahme lassen sich konfigurieren. Die Einstellungen sind per PIN geschützt. Dazu kommen eine magnetische Sicherheitsleine und eine zweistufige Aktivierung, die unbeabsichtigtes Losfahren verhindern soll.
Gerade angesichts der direkten Reaktion in den höheren Einstellungen sollte die Abstimmung nicht dem Zufall überlassen werden. Ein Kind, das technisch gut fährt, benötigt nicht automatisch sofort die maximale Leistung. Entscheidend ist eine Einstellung, bei der Gasannahme, Geschwindigkeit und körperliche Fähigkeiten zusammenpassen.
Für wen passt die Triumph TXP-24?
Unser Test zeigt deshalb ein etwas differenzierteres Bild als die reine Altersangabe ab zehn Jahren. Ein fahrerfahrenes Kind um elf Jahre kann mit der TXP-24 bereits gut fahren, üben und sehr viel Spaß haben. Für freies Offroad-Fahren und die ersten bis mittleren Trial-Aufgaben bietet sie reichlich Möglichkeiten.
Für ernsthafte Trial-Techniken entscheidet jedoch die Statur. Bei 1,50 Meter Körpergröße war die Maschine für Ben noch zu schwer, um sie in jeder Situation aktiv anheben und versetzen zu können. Ein etwas älterer oder größerer Jugendlicher dürfte mit den knapp 50 Kilogramm deutlich leichter zurechtkommen.
Wer die TXP-24 ausschließlich anhand des Mindestalters auswählt, macht es sich deshalb zu einfach. Entscheidend ist, was das Kind mit dem Motorrad machen möchte.
Conclusion: Triumph TXP-24 2026
Die Triumph TXP-24 ist kein kleines Spielzeugmotorrad, sondern ein ausgewachsenes Elektro-Offroad-Bike für Nachwuchsfahrer mit entsprechenden Ambitionen. Der kräftige Elektromotor, die anpassbare Leistung, gut dosierbare Bremsen und das leise Fahrgeräusch funktionieren im Familienalltag sehr gut. Gleichzeitig zeigt der Praxistest mit einem erfahrenen Elfjährigen die Grenze des Konzepts. Knapp 50 Kilogramm sind für anspruchsvolle Trial-Techniken eine Menge Motorrad. Wer Hindernisse aus dem Stand überwinden, die Maschine aktiv versetzen und klassische Trial-Manöver fahren möchte, braucht neben Erfahrung auch genügend Körpergröße und Kraft. Als Elektro-Offroader zum Üben, Herumfahren und Hineinwachsen bietet die TXP-24 dagegen einen großen Einsatzbereich. Und das vielleicht wichtigste Urteil kommt vom Fahrer selbst: Ben hatte mit der Triumph ausgesprochen viel Spaß. Auf seiner Weihnachtswunschliste steht sie jedenfalls schon.
- Sehr leiser Elektroantrieb, ideal zum Üben
- Leistung und Geschwindigkeit anpassbar
- Gut dosierbare, leichtgängige Bremsen
- Viel Fahrspaß und souveränes Fahrgefühl bei höherem Tempo
- 2-in-1-Konzept für Trial- und XPlore-Einsatz
- Akkureichweite im Praxistest für einen Kindernachmittag ausreichend
- Hochwertige, attraktive Optik für junge Fahrer
- Mit knapp 50 kg für kleinere Kinder sehr schwer
- Direkte Gasannahme kann in höheren Leistungsstufen fordernd sein
- Enge Kurven verlangen bei kleineren Fahrern viel Körpereinsatz