Royal Enfield auf der EICMA 2026 mit Himalayan 750

Royal Enfield auf der EICMA 2026 mit Himalayan 750

Ein Zweizylinder für die Reise und ein Elektro Scrambler

Auf der EICMA 2026 musste ich mich zur neuen Himalayan 750 durchkämpfen. Royal Enfield packt seinen Zweizylinder erstmals in eine Reiseenduro, und nach der Sitzprobe ist mein Urteil klar. Dazu ein Elektromotorrad und ein Wunsch an alle Hersteller.

nastynils

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Veröffentlicht am 7.11.2026

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Am Morgen herrscht am Stand von Royal Enfield auf der EICMA 2026 in Mailand Ausnahmezustand. Pressekonferenz, rund 600 Leute stehen im Kreis und recken die Hälse. Wer sich da hineinzwängt, sieht ohnehin nichts, also ziehe ich weiter und komme später wieder. Doch auch dann ist es nicht viel ruhiger: Um die Neuheiten bilden sich Menschentrauben, und ich muss mich regelrecht durchkämpfen. Der Grund für den Andrang steht in der Mitte des Stands. Royal Enfield packt seinen bekannten Zweizylinder erstmals in eine Reiseenduro, die Himalayan 750. Daneben zeigt die Marke, wie sie sich die elektrische Zukunft vorstellt, mit einem kleinen Elektromotorrad, das einen historischen Namen trägt. Zwei Motorräder, zwei völlig verschiedene Antworten auf dieselbe Frage: Wie zugänglich kann Motorradfahren sein?

Die Himalayan 750 packt den Zweizylinder in die Reiseenduro

Royal Enfield Himalayan 750 in Silber mit Koffern und Topcase auf dem EICMA-Stand 2026

Mit GIVI-Koffern und Topcase kostet die Himalayan 750 in Antarctic Silver in Italien 9.290 Euro.

Die Himalayan 750 ist die große Schwester der Himalayan 450 mit Einzylinder. Laut Royal Enfield steckt ein luft- und ölgekühlter Reihenzweizylinder mit 743 cm³ im Rahmen, er leistet 55 PS bei 7.000/min und 63 Nm bei 5.000/min. Fahrfertig mit 90 Prozent Tankfüllung wiegt sie 224 kg. Vorne arbeitet eine einstellbare Showa-Upside-down-Gabel mit 190 mm Federweg, hinten ein Showa-Federbein mit 175 mm, die Räder messen 19 und 17 Zoll. Dazu kommen Kurven-ABS, schräglagenabhängige Traktionskontrolle, fünf Fahrmodi, Tempomat und Reifendruckkontrolle. Ein großer Tank verspricht schöne Reichweite. Bestellen kann man sie in Europa seit dem 3. November. In Italien kostet sie zum Start 7.390 Euro mit Guss- und 7.790 Euro mit Speichenrädern. Die Version in Antarctic Silver mit GIVI-Koffern und Topcase liegt bei 9.290 Euro. Damit bleibt die Basis klar unter 8.000 Euro.

Nicht immer ist mehr auch mehr bei der Himalayan 750

Ich setze mich drauf, um die Dimensionen abzuschätzen, und mein erster Gedanke ist: ausgewachsen. Trotzdem bleibt die Sitzsilhouette kompakt, obwohl jetzt ein Zweizylinder drinsteckt. Die Sitzhöhe gibt Royal Enfield mit 815 mm an. Wie gut man auf den Boden kommt, lässt sich am Stand schwer sagen, denn die Maschine steht auf dem Ständer und federt nicht ein. Keine Sorge also: In der Praxis wird sie deutlich zugänglicher sein, als es auf der Messe aussieht. Der Windschutz wirkt kompakt, wie gut er funktioniert, zeigt erst die Fahrt. Mein Urteil steht trotzdem: eine leiwande Ergänzung der Palette und eine unfassbar wertvolle Bereicherung für den Reiseenduro-Markt. Nicht immer ist mehr auch mehr. Leistbar, zugänglich und mit dem bekannten Zweizylinder, den viele schon lieben, ist sie eine tolle Ergänzung zum kleinen Einzylinder.

Die Flying Flea und mein Wunsch nach schnellerem Laden

Elektromotorrad Flying Flea S6 in Blau und Gelb mit Speichenrädern auf der EICMA 2026

Die S6 von Flying Flea geht in die Scrambler-Ecke, schneller laden müsste sie trotzdem.

Gleich daneben steht die S6 der neuen Elektromarke Flying Flea. Der Name stammt von einem historischen Produkt von Royal Enfield und kehrt jetzt elektrisch zurück. Sie ist kein Hardcore-Offroader, sondern geht ein bisschen in die Scrambler-Ecke: lässig, unkompliziert, zugänglich, eines dieser Spielzeuge, mit denen man einfach Spaß hat. Was mich bei allen Elektromotorrädern beschäftigt, gilt auch hier. Die Reichweite ist mir gar nicht so wichtig. Was ich mir wünsche, ist schnelleres Laden. Beim ersten Modell der Marke, der C6, dauert das Laden von 20 auf 80 Prozent laut Royal Enfield gut eine Stunde. Dabei haben wir eine relativ dichte Ladeinfrastruktur, und kleine Akkus ließen sich am Typ-2-Stecker rasch füllen. Das betrifft die ganze Branche, auch deutlich teurere Motorräder: Das Pulver geht einfach nicht schnell genug rein. Ein super lässiges Scrambler-Konzept ist es trotzdem.

Warum ein Motocross Park mitten in Wien möglich wäre

Ich hoffe, dass viele Hersteller an der Elektromobilität dranbleiben und die Ladetechnik endlich schneller hinkriegen. Das würde uns ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Stell dir vor, solche Elektromotorräder, die auch sportliche Aktivitäten ermöglichen, kommen mitten in den urbanen Raum. Statt oder neben einer Skateboard-Strecke könnte man einen kleinen Motocross-Park bauen, mitten in Wien, mitten in Berlin, mitten in Leipzig, mitten in Zürich. Mit benzingetriebenen Fahrzeugen wäre das unmöglich. Dafür müssen die Konzepte aber massentauglicher werden und auch beim Preis zugänglicher. Die C6 startet laut Royal Enfield Stadt für Stadt in Paris, Barcelona, Rom, Berlin und London, zum europaweit einheitlichen Preis von 5.990 Euro. Das ist ein Anfang. Darauf freue ich mich schon wahnsinnig.

Der Royal Enfield Stand im großen EICMA Video

Wie dicht die Menschentrauben um die neue Himalayan 750 waren, zeigt mein vierstündiger Rundgang über die EICMA 2026 auf dem 1000PS-YouTube-Kanal. Royal Enfield kommt nach gut einer halben Stunde, dieser Link springt direkt zum Stand. Zu sehen ist, wie ich mich zur Himalayan 750 durchkämpfe und mich zur Sitzprobe draufsetze, damit man ihre Dimensionen besser einschätzen kann. Danach geht es zur Flying Flea S6 und zu meinem Plädoyer für schnelleres Laden. Wer weiterschaut, landet direkt im Anschluss am Honda-Stand mit dem V3R und den drei neuen Africa Twin, insgesamt warten mehr als 40 Stände. Vier Stunden EICMA mit Sitzproben, Standgesprächen und klaren Urteilen, ganz ohne Gedränge und ohne Anreise nach Mailand.

Daten-Kasten Royal Enfield auf der EICMA 2026 im Überblick

Himalayan 750: 743 cm³ luft- und ölgekühlter Reihenzweizylinder, 55 PS bei 7.000/min, 63 Nm bei 5.000/min, 224 kg fahrfertig (90 Prozent Tankfüllung), Sitzhöhe 815 mm, Showa-Fahrwerk mit 190/175 mm Federweg, 19/17 Zoll, Italien 7.390 Euro (Guss), 7.790 Euro (Speiche), 9.290 Euro (mit GIVI-Gepäck), Bestellung in Europa ab 3. November 2026 Flying Flea C6: 15,4 kW Spitzenleistung, 60 Nm, 3,91-kWh-Akku, 104 km Reichweite (WMTC), 115 km/h, Laden 20 auf 80 Prozent in gut einer Stunde, 5.990 Euro in den europäischen Startstädten

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