Am Aprilia-Stand auf der EICMA 2026 in Mailand muss ich mich erst einmal sortieren. Ich suche nämlich etwas, das es nicht gibt. Den 457er Zweizylinder hat Aprilia bereits im Supersportler und im Naked Bike, und es kursieren Gerüchte über eine kleine Tuareg auf dieser Basis. Ich hätte eigentlich mit ihr gerechnet. Am Stand sehe ich davon nichts, die Hoffnung bleibt also vorerst eine Hoffnung. Dafür stehen hier zwei Motorräder, zu denen ich eine echte Beziehung habe: die RS 660, diesmal in einer wunderschönen Sonderlackierung, und die Tuareg, die mich heuer begeistert hat wie kaum eine andere Aprilia. Der Besuch ist kurz, aber er weckt mehr Erinnerungen als mancher große Stand. Und er zeigt, dass Aprilia gerade auch abseits der großen Neuheiten Motorräder baut, die man lange behält.

Aprilia auf der EICMA 2026 mit RS 660 und Tuareg
Die Phillip Island Tribute und meine Liebe zur Tuareg
Am Aprilia-Stand auf der EICMA 2026 habe ich auf eine kleine Tuareg gehofft und keine gefunden. Dafür saß ich auf der RS 660 Phillip Island Tribute und stand vor der Aprilia, die bei mir 2026 die meisten Pluspunkte gesammelt hat.
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nastynils
Veröffentlicht am 7.11.2026
Die RS 660 Phillip Island Tribute ist ein Sammlerstück

Die Seriennummer sitzt auf der Gabelbrücke, Preis und Stückzahl fehlen in Aprilias Pressemitteilung.
Die RS 660 Phillip Island Tribute hat eine wahnsinnig schöne Lackierung, also setze ich mich gleich einmal drauf. Laut Aprilia trägt sie die Farben des Streckenlogos: weiße Basis, Grün an den Seiten und am Heck, rote Felgen, dazu das Streckenlayout, den Schriftzug Phillip Island Circuit und eine Zielflagge auf der Verkleidung. Die Sonderserie ist limitiert, die Seriennummer sitzt auf der Gabelbrücke, und ein Emblem am Tank zeigt die Zahl der Aprilia-Siege auf dieser Strecke. Zehn waren es in verschiedenen WM-Klassen, der MotoGP-Sieg von Raúl Fernández 2025 war laut Aprilia der 300. WM-Sieg der Marke. Ab 2027 fehlt Phillip Island im MotoGP-Kalender. Technisch bleibt alles beim Alten: 660-cm³-Reihenzweizylinder, 105 PS und 70 Nm, auch als A2-Version mit 35 kW. Preis und Stückzahl nennt Aprilia in der Pressemitteilung nicht.
Warum die RS 660 bei uns so viele Freunde hat
Die RS 660 hatten wir vor Jahren als Dauertester bei 1000PS. Danach hat sie ein damaliger Mitarbeiter gekauft. Er fährt sie immer noch, auch heuer die ganze Saison, tausende Kilometer, viel davon auf der Rennstrecke. Er hat von der RS 660 geschwärmt: Zufriedenheit und Zuverlässigkeit, alles paletti. Nach drei Saisonen ist sie ihm jetzt ein bisschen zu wenig geworden, er geht den nächsten Schritt. Eine wunderschöne Zeit hatte er trotzdem. Und ich auch: Meine schönste Zeit im Sattel der RS 660 hatte ich in Rijeka. Das ist genau so ein Layout, auf dem dieses Motorrad richtig Freude macht. Wer einen sportlichen Zweizylinder sucht, der lange Freude macht und auch nach Jahren nicht langweilig wird, findet in der RS 660 einen treuen Begleiter.
Die Tuareg hat 2026 bei mir die meisten Pluspunkte

Mit der Tuareg bin ich durch ganz Colorado gefahren, nur die Front gefällt mir nicht.
Gleich daneben steht die Aprilia, die bei mir 2026 die meisten Pluspunkte gesammelt hat: die Tuareg. Am Stand ist es die Rally-Version, gefahren bin ich eine normale. Mit ihr bin ich durch ganz Colorado gefahren, auf einer Testmaschine mit 21.000 Meilen auf der Uhr, Natur ohne Ende, viel Offroad, alles leiwand. Für mich ist sie ein super Offroad-Motorrad mit wahnsinnig gutem Handling und richtig guter Balance im Sattel. Sie steht immer noch im Schatten der Ténéré 700, und trotzdem ist sie eine unfassbar gute Offroad-Maschine. Einen Nachteil hat sie aus meiner Sicht: Die Front gefällt mir nicht. Sie verkörpert nicht, was diese Maschine ist, nämlich eine agile, auch sportliche Enduro. Komisch eigentlich, denn ich fahre sie trotzdem gern. Wer eine Reiseenduro für echtes Gelände sucht, sollte die Tuareg unbedingt probefahren.
Den Aprilia-Stand gibt es im großen EICMA-Video
Mein kompletter Rundgang über die EICMA 2026 läuft als vierstündiges Video auf dem 1000PS-YouTube-Kanal. Aprilia kommt nach knapp zwei Stunden, dieser Link springt direkt zum Aprilia-Stand. Zu sehen sind meine Suche nach einer kleinen Tuareg, die Sitzprobe auf der RS 660 Phillip Island Tribute mit ihrer Sonderlackierung und die Tuareg in der Rally-Version, zu der ich von meiner Reise durch Colorado erzähle. Gleich danach geht es am selben Stand mit Moto Guzzi weiter. Wer dranbleibt, bekommt mehr als 40 weitere Stände, von Honda über KTM bis BENDA, mit Sitzproben, Standgesprächen und klaren Urteilen. Vier Stunden EICMA zum Nachschauen, ohne Gedränge und ohne Anreise nach Mailand. Für Sportfahrer und Reiseenduristen gleichermaßen ein guter Grund, sich einen Abend freizunehmen und einmal quer durch alle Hallen zu bummeln.
Daten-Kasten Aprilia auf der EICMA 2026 im Überblick
- RS 660 Phillip Island Tribute: 660 cm³ Reihenzweizylinder, 105 PS bei 10.400/min, 70 Nm bei 8.400/min, auch als 35-kW-Version, limitierte Sonderserie mit Seriennummer




