Der Name KLE weckt Erinnerungen, ihr Motor auch: Mit 45 PS bei 9000 U/Min und 42,6 Newtonmeter Drehmoment bei 6000 Umdrehungen ist der 451-Kubik-Reihenzweizylinder im Herzen der KLE 500, den man ja schon aus der Ninja oder Z500 kennt, ein ausgereiftes Aggregat, das durchaus pfiffig ans Werk geht, aber trotzdem sehr zugänglich ist. Spritzig, präsent, nur oben raus würde man sich manchmal vielleicht noch ein bisschen mehr wünschen, aber wir bewegen uns hier eben in der A2-Klasse und da braucht er keine Vergleiche zu scheuen. Unterstützt wird das ganze mit einem extrem präzisen Getriebe, das Schaltvorgänge zum Vergnügen macht. Das Motorrad ist agil, lässt sich mit dem breiten Lenker trotz 21-Zoll-Vorderrad spielerisch in die Kurve dirigieren. Nichts zu meckern gibt es auch an den Bremsen, die die Kawasaki jederzeit im Griff haben, nicht zu bissig, aber doch scharf genug, um die Fuhre jederzeit einzufangen.

Kawasaki KLE 500: Wohlfühl-Allrounder für alle Tage
Wir sind die A2-Reiseenduro auf uns abseits der Straße gefahren
Mit „Life is a Rally“ hatte Kawasaki der KLE 500 einen pfiffigen Werbeslogan mit auf den Weg gegeben. Zu pfiffig bzw. zu große Erwartungen schürend? Wir haben uns das beim Newchurch Summit genau angesehen, sind mit der A2-Reiseenduro kurvenreich(st)e Passtraße genauso gefahren, wie zum teil knackige Schotterpassagen.
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wolf
Veröffentlicht am 10.9.2026
Altbewährter Motor im neuaufgelegten Klassiker
Kawasaki KLE500 SE 2026 - Wichtigste Spezifikation
Motor und Antrieb
| Motorbauart | Reihe |
|---|---|
| Bohrung | 70 mm |
| Hub | 58.6 mm |
| Leistung | 45 PS |
| U/min bei Leistung | 9’000 U/min |
| Drehmoment | 42.6 Nm |
| U/min bei Drehmoment | 6’000 U/min |
| Verdichtung | 11.3 |
| Gemischaufbereitung | Einspritzung |
| Drosselklappendurchmesser | 32 mm |
| Starter | Elektro |
| Kupplung | Mehrscheiben im Ölbad, Antihopping, Kupplungssysteme |
| Zündung | Digital |
| Antrieb | Kette |
| Getriebe | Gangschaltung |
| Ganganzahl | 6 |
| Zylinderzahl | 2 |
| Taktung | 4-Takt |
| Ventile pro Zylinder | 4 |
| Ventilsteuerung | DOHC |
| Kühlung | flüssig |
| Schmierung | Druckumlauf |
| Hubraum | 451 ccm |
Fahrwerk vorne
| Aufhängung | Telegabel Upside-Down |
|---|---|
| Durchmesser | 43 mm |
| Federweg | 210 mm |
Fahrwerk hinten
| Aufhängung | Zweiarmschwinge |
|---|---|
| Federbein | Monofederbein |
| Aufnahme | Uni Trak |
| Federweg | 196 mm |
Chassis
| Rahmen | Stahl |
|---|---|
| Rahmenbauart | Gitterrohr |
| Lenkkopfwinkel | 28 Grad |
| Nachlauf | 104 mm |
Bremsen vorne
| Bauart | Einzelscheibe |
|---|---|
| Durchmesser | 300 mm |
| Kolben | Zweikolben |
Bremsen hinten
| Bauart | Scheibe |
|---|---|
| Durchmesser | 230 mm |
| Kolben | Zweikolben |
Fahrassistenzsysteme
| Assistenzsysteme | ABS |
|---|
Daten und Abmessungen
| Reifenbreite vorne | 90 mm |
|---|---|
| Reifenhöhe vorne | 90 % |
| Reifendurchmesser vorne | 21 Zoll |
| Reifenbreite hinten | 140 mm |
| Reifenhöhe hinten | 70 % |
| Reifendurchmesser hinten | 17 Zoll |
| Länge | 2’300 mm |
| Breite | 980 mm |
| Höhe | 1’460 mm |
| Radstand | 1’555 mm |
| Sitzhöhe von | 870 mm |
| Gewicht fahrbereit (mit ABS) | 195 kg |
| Tankinhalt | 16 l |
| Führerscheinklassen | A2 |
| Reichweite | 400 km |
| CO²-Ausstoß kombiniert | 93 g/km |
| Kraftstoffverbrauch kombiniert | 4 l/100km |
| Bodenfreiheit | 185 mm |
Ausstattung
| Ausstattung | Connectivity, LED-Scheinwerfer, TFT Display, Moderne Elektronik, Beleuchtung |
|---|
Man findet sich auf Anhieb gut zurecht im Sattel der KLE
Trotzdem schreit sie weniger nach sportlicher Pässehatz mit dem Messer zwischen den Zähnen, sondern hat ihre Qualitäten definitiv im entspannten Touring. Das beginnt schon beim Aufsteigen, wo man sich sofort wohl fühlt im Sattel der KLE, fast unabhängig von der Körpergröße. Die Sitzhöhe mit 850 Millimetern überschaubar, von der Ergonomie finden sich aber auch große Fahrer gut zurecht. Auch beim Stehendfahren, was vor allem mit dem relativ hoch montierten Lenker zu tun hat. Das Fahrwerk ist nicht einstellbar, mit richtig ordentlichen Federwegen von 210 Millimeter vorne und 196 Millimeter hinten bügelt es aber Unebenheiten weg wie nix. Von der Abstimmung ist es definitiv auf der komfortablen Seite, die schlechten, holprigen Straßen, die wir in unserem Test angegangen sind, waren mit der KLE ein Genuss zu fahren.
Fahrwerk ist für Reisen, nicht fürs rasen ausgelegt
Erst wenn man es wirklich sportlich angehen will, gerät das Fahrwerk an seine Grenzen. Soll heißen: Um auf der Großglockner Hochalpenstraße in maximaler Schräglage die gut ausgebauten Kehren durchzuknallen, ist die KLE weniger gemacht, da fehlt dem Fahrer auch die Nähe zum Vorderrad, das letzte Vertrauen. Im Reisebetrieb, für den Fahrwerk und Motorrad ja ausgelegt sind, macht es freilich einen richtig guten Job. Da wird auch die Bodenfreiheit, die mit 185 Millimeter für eine Reiseenduro doch im unteren Bereich angesiedelt ist und deutlich unter dem Federweg ist, kein Problem bereiten. Begründet wird sie darin, dass es im Baukastensystem mit Nakedbike und Supersportler zu aufwändig gewesen wäre, den Abgasstrang so umzubauen, so dass er nicht unter dem Motor läuft. Was dann auch neu homologiert hätte werden müssen und den Preis des Motorrads in die Höhe getrieben hätte.

Ungewöhnliche Hinterrad-Dimension schränkt die Reifenwahl ein
Die Kombination mit 21 Zoll Radgröße vorne und 17 Zoll hinten teilt sich die KLE mit durchaus geländetauglichen Reiseenduros wie BMW F900 GS, Triumph Tiger 900 Rally Pro oder Suzuki V-Strom 800 DE, allerdings beschränkt die ungewöhnliche Dimension des Hinterrades die Reifenwahl doch erheblich. Neben dem serienmäßig aufgezogenen japanischen IRC Trail Winner, der sowohl auf der Straße, als auch im Schotter gute Figur macht, solange es nicht zu matschig ist, wird es schwer, passende Gummis mit gröberem Profil zu finden.

Puristisch – so wie es zu Beginn eine Tenere gewesen ist
Wenn man mit der KLE dann von der befestigten Straße abbiegt, sei es auf einen Schotterweg oder auch auf etwas anspruchsvollere Passagen, wie wir sie am Offroad-Parcour des Newchurch Summits gefunden haben, muss man zumindest nicht viel einstellen, weil nicht viel einzustellen ist. Das Fahrwerk ist fix, Traktionskontrolle gibt’s keine, Fahrmodi ebenso wenig – alles ähnlich puristisch, wie eine Yamaha Ténéré zu Beginn dahergekommen ist. Das ABS lässt sich komplett wegschalten, es gibt kein Offroad-ABS, welches nur am Hinterrad deaktiviert ist und für die Zielgruppe des Motorrads wohl keine schlechte Wahl gewesen wäre. Hier ist definitiv Spielraum fürs nächste Modell-Update.
Man kann es auch Offroad ordentlich stauben lassen
Dennoch geht mit der Kawasaki auch auf unbefestigten Wegen durchaus einiges, wie uns Profi Bernd Hiemer gezeigt hat, der es auch ordentlich krachen und stauben lassen: Das Motorrad kann mehr, als die meisten Fahrer damit fahren werden wollen. Und wenn ein stabiler Motorschutz dran ist, darf es unten auch ab und an mal kratzen. Hardcore-Offroadgerät ist die KLE trotzdem definitiv keines, mit ihrem wunderbaren Motor und dieser Agilität aber ein Wohlfühl-Allrounder für den täglichen Weg in die Arbeit genauso, wie für die Reise, die durchaus auch knifflige Schotterpassagen beinhalten darf, fürs Endurowandern ohne Messer zwischen den Zähnen.

Die Kawasaki KLE 500 wird in zwei Varianten angeboten
Angeboten wird die Kawasaki KLE 500 in zwei Varianten. Das Standardmodell gibt es in Österreich um 7.099 Euro und in Deutschland um 6.895, die von uns getestete Kawasaki SE-Variante kostet 7.899 (Ö) bzw. 7.695 (D). Da bekommt man zusätzlich TFT-Farbdisplay mit Smartphone Konnektivität, LED-Blinker, einen höheren Windschild, richtig stabile Handschützer sowie einen großen Aluminium-Unterfahrschutz. Vor allem aber ein einsteigerfreundliches Motorrad, das einem auf den unterschiedlichsten Wegen ein verlässlicher Begleiter sein wird.
- Wie viel kostet eine Kawasaki KLE500 SE?
- Hier findest du einen Überblick über das Preisniveau von neuen und gebrauchten Motorrädern!
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Kawasaki KLE500 SE 2026 - Erfahrungen und Expertengutachten
wolf
Kawasakis Rückkehr ins Reiseenduro-Segment fiel nicht so radikal aus, wie es der Werbeslogan "Life is a Rally" vielleicht erwarten hat lassen, die KLE 500 ist aber ein Motorrad, das genau das kann, was ein Allrounder können muss, der Alltagsmotorrad genauso sein will wie bereit für die Reise. Ob für erste Berührungen mit unbefestigten Wegen oder auf Straßen unterschiedlichster Qualität – mit der Kawasaki wird man es entspannt meistern.
Honda NX500, BMW F450 GS, CFMOTO 450 MT, Royal Enfield Himalayan 450
Kawasaki KLE 500: Wohlfühl-Allrounder für alle Tage Bilder
Quelle: 1000PS












