Die KTM-Gruppe und die Designagentur Kiska gehen künftig getrennte Wege. Nach Jahrzehnten der wirtschaftlichen Abhängigkeit und Zusammenarbeit stellt sich daher für viele Motorradbegeisterte die Frage: Löst sich KTM damit auch vom stark polarisierenden Kiska-Design?

KTM & Kiska: Trennt sich KTM vom polarisierenden Design?
Neues Inhouse-Designzentrum geplant, Trennung von Kiska
Die KTM-Gruppe und die Designagentur Kiska gehen künftig getrennte Wege. Nach Jahrzehnten enger Zusammenarbeit stellt sich die Frage: Löst sich KTM damit auch vom stark polarisierenden Kiska-Design?
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Poky
Veröffentlicht am 17.2.2026
Kiska wieder eigenständig - wie geht es weiter?
KTM steigt bei Kiska vollständig aus
Was im Innviertel produziert wurde, entstand optisch über Jahre hinweg in Anif bei Salzburg. Kiska prägte das Erscheinungsbild von KTM vom Motorrad über Bekleidung bis zum X-Bow - und das über Jahrzehnte.
Es handelte sich dabei um keine klassische Agenturbeziehung. Die KTM-Gruppe war an Kiska beteiligt und zugleich Hauptkundin. In der Hochphase hielt die Pierer Mobility AG 50 Prozent der Anteile, zuletzt waren noch 20 Prozent im Firmenbuch ersichtlich - mittlerweile firmiert die Pierer Mobility AG als Bajaj Mobility AG.
Nun wurde die Eigentümerbeziehung vollständig beendet. "Nach der Rückübernahme der letzten verbliebenen Anteile von der KTM-Gruppe durch die Gesellschafter agiert das Unternehmen aus Anif wieder vollständig eigenständig", sagt Kiska-Geschäftsführer Julian Herget.
KTM plant eigenes Designzentrum in Salzburg
Wie Anfang Februar bekannt wurde, plant KTM ein eigenes Inhouse-Designteam in Salzburg aufzubauen.
KTM bestätigte, man hole im Zuge der Fokussierung auf das Kerngeschäft im Motorradmarkt den Gestaltungsprozess näher ans Unternehmen. Ein neues Designzentrum solle das Innovations-Know-how bündeln und räumlich getrennt vom Entwicklungszentrum in Mattighofen an Produktinnovationen arbeiten.
Die Zusammenarbeit mit Kiska bleibe laut Kiska-Geschäftsführer dennoch bestehen: "Es gibt eine mehrjährige Vereinbarung, die KTM den Zugriff auf die Ressourcen sichert und uns den Umsatz", betont Herget.
Loxone übernimmt Mehrheit bei Kiska
Die Anteile der KTM-Gruppe übernimmt die Loxone GmbH. Loxone hält künftig 71 Prozent an Kiska, 29 Prozent verbleiben bei Geschäftsführung und Management.
Das Technologieunternehmen aus Kollerschlag rettete Kiska nach der KTM-Insolvenz mit einer Kapitalspritze in Höhe von fünf Millionen Euro. Laut Bilanz für das Geschäftsjahr 2024/2025 (Stichtag März) konnte die Agentur dadurch die wirtschaftlichen Folgen überwinden.
KTM-Insolvenz traf auch Kiska hart
Die enge Abhängigkeit von KTM habe sich laut Herget als problematisch erwiesen: "Die große Abhängigkeit von KTM war für Kiska ungesund."
Im Zuge der KTM-Insolvenz mussten 42 Mitarbeiter gekündigt werden. Aktuell beschäftigt die Agentur 160 Personen. Einige der gekündigten Kollegen seien inzwischen zurückgekehrt.
Das Geschäftsjahr 2024/2025 wurde im März 2025 mit einem Fehlbetrag von 4,6 Millionen Euro abgeschlossen. Der Umsatz lag bei 26 Millionen Euro. Rund 3,5 Millionen Euro an Forderungen - etwa 70 Prozent - mussten aufgrund der KTM-Insolvenz abgeschrieben werden.
Kiska setzt auf internationale Diversifikation
Kiska will künftig breiter aufgestellt sein. Der Fokus bleibe auf Zwei- und Vierrad, mit Blick auf Asien und die USA.
Zu den neuen Kunden zählen laut Angaben:
- AIMA Technology Group (China) im Bereich E-Bikes und Elektroroller
- Drei neue Anbieter im Motorrad- und Premium-E-Scooter-Segment in Indien und China
- Ein führender Powersport-Anbieter in den USA
- Ein namhafter Kunde aus dem Bereich Agriculture in den USA
Darüber hinaus verantwortet Kiska den Relaunch der Traditionsmarke Weck sowie die Neuentwicklung der Marke Vitrea (Rehabilitationskonzern). Auch für Mehrheitsgesellschafter Loxone sei man im Bereich Marken- und Designentwicklung tätig.
"Wir werden uns nie wieder von einem Kunden abhängig machen", so Herget.
Für 2026/2027 plant Kiska ein Wachstum zwischen 15 und 20 Prozent. Zudem sollen zehn neue Mitarbeiter eingestellt werden - ein Bekenntnis zum Standort Anif.
Löst sich KTM vom Kiska-Design?
Über viele Jahre war das markante, kantige KTM-Design eng mit dem Namen Kiska verbunden. Kaum eine Marke im Motorradsegment setzte so konsequent auf eine wiedererkennbare Formsprache.
Gleichzeitig wurde das Design am Markt immer wieder kontrovers diskutiert. Während viele Fans die aggressive Linienführung als Ausdruck der READY-TO-RACE-DNA sahen, empfanden andere die Gestaltung als bewusst provokant.
In näherer Zukuft werden wir wohl nach wie vor viel Kiska-Handschrift im KTM-Design sehen, das legen auch Erlkönigsichtungen aus den letzten Monaten nahe. Mit dem Aufbau eines eigenen Designzentrums wird KTM den gestalterischen Prozess künftig jedoch stärker intern steuern. Mittelfristig könnte sich auch für die Kernmarke eine neue Designsprache herauskristallisieren. Auch ob die bekannte Design-Linie bei Husqvarna und GasGas weitergeführt wird, bleibt offen.
Fest steht: Die strukturelle Trennung ist vollzogen - die Zusammenarbeit als Kunde soll jedoch (vorerst) weiterlaufen.
KTM & Kiska: Trennt sich KTM vom polarisierenden Design? Bilder
Quelle: 1000PS
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