Akrapovič ist stets bestrebt, neue Vorschriften zu erfüllen und seinen Kunden die bestmöglichen Produkte und Auspuffanlagen zu bieten, die sie mit ihrem Sound, ihrer Leistung, ihrem Design, ihrem geringen Gewicht und ihrer hohen Qualität begeistern. Der neueste Euro-5+-Standard hat keine direkte Auswirkung auf den Lautstärkepegel, aber es stimmt, dass die erlaubte Lautstärke von Auspuffanlagen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken ist. Das sind die Regeln, die wir respektieren müssen. Lauter ist nicht unbedingt besser. Wir konzentrieren uns eher darauf, mit unseren Auspuffanlagen eine andere Klangfarbe zu erzielen und den Motorrädern einen anderen Charakter zu verleihen.

Akrapovic 2025: Innovation trotz Euro-5+-Herausforderungen
Leistungsgrenzen ausreizen, während die Abgasvorschriften strenger werden?
Zum Start der Saison 2025 stehen Hersteller und Tuner in ganz Europa erneut vor immer strengeren Abgasvorschriften, insbesondere durch die Einführung von Euro 5+. Doch inmitten dieses regulatorischen Drucks sticht ein Unternehmen weiterhin durch mutige Innovation und technische Exzellenz heraus: Akrapovic. Seit über drei Jahrzehnten hat sich der slowenische Auspuffspezialist diesen Herausforderungen nicht nur angepasst, sondern sie in Chancen verwandelt, um im Motorsport und bei Premium-Aftermarket-Lösungen die Führung zu übernehmen. Was ist das Geheimnis ihres anhaltenden Erfolgs? 1000PS hat sich mit dem Akrapovic-Team zu einem exklusiven Interview getroffen.
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Veröffentlicht am 30.4.2025
Wie viel „Sound“ ist unter den strengen Abgasvorschriften (Euro 5+ & Co.) noch möglich?
Wir investieren kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Technologie, um sicherzustellen, dass unsere Auspuffanlagen höchsten Standards entsprechen und Kunden sich keine Sorgen machen müssen, dass unsere typengenehmigten Systeme nicht den Vorschriften entsprechen, unter denen sie zugelassen wurden. Das ist uns sehr wichtig.
Was waren die größten Veränderungen in der 30-jährigen Geschichte von Akrapovic?
Igor Akrapovič war Motorradrennfahrer und hat schon während seiner Rennfahrerkarriere Motorräder getunt, um sie noch schneller zu machen. Es war diese Leidenschaft für Technik und die ständige Verbesserung von Motorradkomponenten, die ihn dazu bewog, ein eigenes Unternehmen zu gründen und seine Zukunft der Entwicklung von Hochleistungs-Auspuffanlagen zu widmen. Zunächst konzentrierte er sich auf Auspuffanlagen für Rennmotorräder und baute eine reiche Tradition an hochmodernen Produkten auf, von der aus er sich bald in den Massenmarkt für Motorräder und später auch in den Automarkt ausweitete.
Das Unternehmen entwickelte sich weiter, und die steigende Nachfrage nach seinen Produkten zwang es, seine Räumlichkeiten zu erweitern, die es fortlaufend mit der modernsten Ausrüstung ausstattete, die für die Entwicklung und Fertigung seiner Produkte erforderlich ist. Das Engagement, ständig in die Entwicklung von Produkten und die dafür erforderliche Technologie zu investieren, ist untrennbar mit dem Rennsport verbunden, der das perfekte Labor zum Testen technischer Lösungen und Materialien bietet. Der erste Sieg bei einem Weltmeisterschaftsrennen auf einem mit Akrapovič ausgestatteten Motorrad gelang Akira Yanagawa (Kawasaki) 1997 in der WorldSBK, und der erste mit einer Auspuffanlage des slowenischen Herstellers gewonnene Weltmeistertitel wurde im Jahr 2000 verzeichnet, als Akrapovič-Markenbotschafter Colin Edwards mit seiner Honda in der WorldSBK triumphierte. Bis heute hat das Unternehmen mit seinen Partner-Rennteams in verschiedenen Rennserien 190 Weltmeistertitel errungen, zusammen mit zahlreichen Siegen in der FIM MotoGP, FIM WorldSBK und FIM MXGP sowie bei berühmten Rennen wie der Isle of Man TT, den Nürburgring 24 Stunden, den 24 Stunden von Le Mans, den 24 Stunden von Daytona, der Dakar Rally und mehr.
Drei Jahrzehnte nach seiner Gründung betreibt das Unternehmen zwei hochmoderne Produktionsstandorte in Slowenien. Die Anlagen am Hauptsitz in Ivančna Gorica umfassen eine eigene Titan-Gießerei, einen Dauerhaltbarkeits-Prüfstand, auf dem ein Roboter das Motorrad fährt, ein metallurgisches Labor, eine F&E-Abteilung und eine Rennabteilung. Die gesamte Fertigung, von der Rohrherstellung bis zur Endmontage, findet in einer großen Produktionshalle in Črnomelj statt.
Welchen Einfluss haben unterschiedliche Materialien auf die Konstruktion von Auspuffanlagen?
Wir verwenden eine Vielzahl von Materialien, darunter Titan, Edelstahl und Carbonfaser. Die Kombination dieser Materialien erlaubt es uns, die bestmöglichen Produkte zu gestalten, indem wir die Eigenschaften jedes Materials kombinieren. Auspuffanlagen erfordern die richtige Balance zwischen verschiedenen Eigenschaften, Festigkeit, Hochtemperaturbeständigkeit und Leichtigkeit. Wir bemühen uns hauptsächlich, Titan einzusetzen, das im Vergleich zu anderen, in der Entwicklung von Auspuffanlagen gebräuchlichen Materialien durch sein geringes Gewicht überzeugt, was der Hauptvorteil dieses Materials ist. Die Materialwahl wird auch durch den vorgesehenen Einsatzzweck des Motorrads bestimmt, für das wir die Auspuffanlage entwickeln. Handelt es sich beispielsweise um den Einsatz an Track-Days, legen wir großen Wert sowohl auf Leistung als auch auf geringes Gewicht, zusammen mit dem Look und dem Sound, die bei jeder Auspuffanlage ein wichtiger Faktor sind. Die Materialwahl wird von den Anforderungen des Produkts bestimmt. Neben dem höheren Preis der Rohstoffe müssen wir auch berücksichtigen, dass Titan zum Beispiel schwieriger zu bearbeiten ist, was wir aus jahrzehntelanger Erfahrung wissen. Das wird durch die 190 Weltmeistertitel bestätigt, von denen die meisten mit Titan-Systemen gewonnen wurden.
Wie kann sich Akrapovic im Aftermarket für Endkunden weiterhin attraktiv positionieren?
Wir werden weiterhin bestrebt sein, die besten Auspuffanlagen zu entwickeln und unseren Kunden das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Wir werden weiterhin Systeme entwickeln, die für den Kunden ästhetisch ansprechend sind, ein einzigartiges Klangerlebnis bieten und den neuesten Vorschriften entsprechen, leicht, leistungsorientiert und langlebig sind.
Wie sieht das Verhältnis von OEM zu Aftermarket bei Akrapovic im Motorradbereich aus?
Das Verhältnis hängt vom jeweiligen Monat ab. Wir streben ein Verhältnis von 50/50 zwischen dem OEM- und dem Aftermarket-Segment an. Unabhängig vom Kanal ist es unser Ziel, unseren Kunden stets die bestmöglichen Produkte zu bieten. Grundsätzlich sind OEM-Kunden sehr anspruchsvoll, und davon profitieren die Aftermarket-Kunden, weil Akrapovič-Auspuffanlagen nach denselben anspruchsvollen OEM-Standards gefertigt werden.
Welche Rolle spielt der High-End-Rennsport nach wie vor bei der Entwicklung neuer Produkte?
Der Rennsport lag dem Unternehmen schon immer in den Genen. Akrapovič verfügt über mehr als dreißig Jahre Erfahrung im Rennsport auf höchstem Niveau, wobei 190 Weltmeister auf zwei und vier Rädern auf ihre Auspuffanlagen vertrauen, um die Leistung und Ergebnisse zu erzielen, die sie benötigen. Rennteams und Fahrer sind unsere anspruchsvollsten Kunden, für die nur ein herausragendes Produkt gut genug ist. Wir waren immer der Überzeugung, dass Rennen das beste Testfeld für unsere Auspuffanlagen sind, und sie haben wie ein Labor zur Entwicklung neuer Lösungen funktioniert. Wir verwenden im Rennsport erprobte Lösungen und Materialien, um Auspuffanlagen für Serienmotorräder zu bauen. Einige Teile der Akrapovič-Auspuffanlage für ein Serienmotorrad werden auf denselben Maschinen gefertigt wie die Akrapovič-Systeme, die in der MotoGP, WorldSBK, MXGP, EnduroGP und so weiter im Renneinsatz sind. Wer eine Akrapovič-Auspuffanlage besitzt, hat gute Chancen, dass sie aus denselben Materialien besteht wie die Systeme dieser Rennmaschinen, besonders bei Offroad- und Sportmotorrädern.
Auch im Motorsport werden die Lärmvorschriften auf den Rennstrecken immer strenger. Was können wir in diesem Segment künftig von Akrapovic erwarten?
Wir arbeiten mit Rennteams zusammen, um Auspuffanlagen als Teil eines Rennmotorrads zu entwickeln, die den technischen Reglements entsprechen müssen. Unser Ziel ist es, Systeme zu entwickeln, die die Lärmgrenzwerte einhalten, ohne die Leistung negativ zu beeinflussen. Ein gutes Beispiel sind Auspuffanlagen im Motocross, wo die Vorschriften in den letzten Jahrzehnten die Lautstärkepegel immer stärker begrenzt haben, unsere neuen Systeme aber im Vergleich zur vorherigen Generation von Auspuffanlagen die Leistung entweder gehalten oder sogar verbessert haben.
Track-Day-Fahrer gehören zu unseren treuesten und leidenschaftlichsten Kunden, und wir bemühen uns, ihnen Lösungen zu bieten, die der steigenden Nachfrage in diesem Segment gerecht werden, zumal Rennstrecken weltweit immer strengere Lärmgrenzwerte durchsetzen. Sollte die Nachfrage steigen, werden wir die Entwicklung unserer „Track-Day“-Systeme weiter vorantreiben.
Akrapovic 2025: Innovation trotz Euro-5+-Herausforderungen Bilder
Quelle: 1000PS