BENDA auf der EICMA 2026 mit Capra und Vinster

BENDA auf der EICMA 2026 mit Capra und Vinster

Ein neuer V2 für drei Klassen und ein fetter V4

Früher hat sich auf Messen kaum jemand für BENDA interessiert. Auf der EICMA 2026 musste ich mich am Stand vordrängen. Ein neuer V2 trägt gleich drei Modelle, dazu kommen eine elektronische Kupplung und der größte V4 der Marke.

nastynils

nastynils

Veröffentlicht am 5.11.2026

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Am BENDA-Stand auf der EICMA 2026 in Mailand herrscht Gedränge. Um überhaupt an die Highlights heranzukommen, muss ich mich vordrängen und ein wenig wichtig machen. Das ist bemerkenswert, denn an den ersten Messestand dieser Marke erinnere ich mich gut: klein, und niemand hat sich dafür interessiert. Heute stehen dort Journalisten und Händler dicht an dicht, Endkunden sind am Dienstag hier auf der EICMA noch gar keine da. Bekannt geworden ist BENDA in den letzten Jahren mit Cruisern, breiten Hinterrädern und extrovertierten Designs. Heuer zeigt die Marke etwas ganz anderes: einen neuen V2 mit 700 Kubik, auf dem gleich drei neue Motorräder in drei Klassen stehen, in denen BENDA bisher gar nicht vertreten war. Dazu kommt eine elektronische Kupplung, die ich in der Vorbereitung glatt übersehen hatte.

Die Capra 700 ist die erste Reiseenduro von BENDA

Benda Capra 700

73 PS aus dem neuen 65-Grad-V2, 18 Liter Tank und 21 Zoll vorne: Das Paket meint es ernst.

Den Anfang macht die Capra 700, laut BENDA das erste Adventure-Motorrad der Marke und für den europäischen Markt entwickelt. Der 65-Grad-V2 mit 691,66 cm³ leistet 73 PS und 68 Nm, das Gewicht gibt BENDA mit 220 kg an. Das Paket klingt nach ernsthafter Reiseenduro: 18 Liter Tank, einstellbare Upside-down-Gabel mit 230 mm Federweg, 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten, Stahlgitterrohrrahmen, ein großes TFT und ein auffälliger, hochgezogener Doppelauspuff. Für mich ist das wieder eine echte Bereicherung im Reiseenduro-Segment. Doch genau dort wird es nächstes Jahr eng. Ich bin gespannt, wie die Capra einschlägt und wie sich all die neuen Reiseenduros, die 2027 auf den Markt kommen, einsortieren werden. Die Vielfalt ist unglaublich, und BENDA hat jetzt eine Antwort darauf.

Vinster 700 und Vinster X 700 gehen Richtung Scrambler

Benda Vinster 700

Gleicher V2, Einarmschwinge aus Aluminium und ein hochgezogener Auspuff: Die Vinster 700 geht Richtung Scrambler.

Gleich daneben wird mir warm ums Herz. Die Vinster 700 geht in Richtung Scrambler: hochgezogener Tank, grobstollige Reifen, der gleiche V2, dazu eine Einarmschwinge aus Aluminium und ein hochgezogener Auspuff. Die Vinster X 700 legt noch eine Schippe drauf, laut BENDA mit 19-Zoll-Vorderrad und mehr Touring-Ausstattung. Draufsetzen ging leider noch nicht, so gern ich wollte. Was mich beeindruckt: BENDA deckt mit einem neuen Motorenkonzept von Anfang an komplett verschiedene Segmente ab. Früher gab es von der Marke vor allem extrovertierte Showbikes wie die Napoleon Bob, die durch Optik und Präsenz bestechen. Diese neuen Motorräder sollen durch echten Nutzwert glänzen. Gefahren bin ich keines davon. Ich glaube aber, dass alle drei in Österreich, Deutschland und der Schweiz sehr gut ankommen werden.

Patricia aus Salzburg verrät, wann die Neuen kommen

Am Stand treffe ich Patricia, sie arbeitet im Marketing für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Büro sitzt in Salzburg, mittlerweile sind dort um die 30 Leute inklusive Außendienst. Ihre erste Messe war die EICMA vor einem Jahr, gleichzeitig ihr erster Arbeitstag. Eine Einschulung der härteren Sorte. Das Publikumsinteresse sei deutlich gestiegen, erzählt sie, bei der Pressekonferenz war trotz größerem Stand kein Platz mehr. Dann die wichtigste Frage: Wann kommen Capra, Vinster und Vinster X nach Europa? Patricia ist ehrlich, die drei Modelle sind noch Prototypen: „Die werden dieses Jahr noch technisch weiterentwickelt und refined und in Europa kann man 2028 ungefähr damit rechnen.“ Geduld ist also gefragt. Doch die Basis gibt es schon jetzt zu kaufen, und zwar mit einem Trick, den ich nicht am Schirm hatte.

Die Rock 707 EC kuppelt elektronisch und ich wusste es nicht

BENDA Rock 707 EC

EC steht für Electronic Clutch: Anfahren und Schalten gehen ohne Kupplungshebel, manuell geht trotzdem.

Der gleiche V2 steckt nämlich schon in der Rock 707 EC, einem Cruiser, der jetzt erhältlich ist. Und EC steht für Electronic Clutch. Das erfahre ich erst am Stand, so schlecht war ich vorbereitet. Asche auf mein Haupt. Die Kupplung erledigt Anfahren, Schalten und Anhalten ohne Kupplungshebel, manuell kuppeln lässt sich trotzdem jederzeit. Der V2 hat hier 692 cm³ und 73 PS, hinten federt eine elektronische Luftfederung mit automatischer Höhenverstellung, die Sitzhöhe liegt zwischen 690 und 720 mm. Laut Berichten kostet die Rock 707 EC in Deutschland 9.999 Euro plus Nebenkosten. Gerade bei einem Cruiser ergibt so eine Kupplung Sinn, im Stadtverkehr wird er damit noch entspannter. Wer sich bisher vor dem Kupplungsspiel im Stau gefürchtet hat, kann jetzt durchatmen.

Dark Flag 600 Ultra EC und Dark Flag 950 als fettes Eisen

Moderator sitzt auf weißem BENDA-Cruiser Dark Flag 950 am EICMA-Stand

242 kg fahrbereit, und trotzdem sitzt man auf der Dark Flag 950 nur 690 mm hoch.

Bei den V4-Modellen geht es weiter mit der Electronic Clutch. Die Dark Flag 600 Ultra EC wächst gegenüber der bisherigen 500er auf einen 598,5-cm³-V4 mit 71 PS und bekommt ebenfalls die elektronische Kupplung. Für A2-Fahrer kündigt BENDA eine Version mit 35 kW an, die Einführung in Europa ist für 2027 geplant. Daneben steht das größte Motorrad, das BENDA je gebaut hat: die Dark Flag 950 mit 948-cm³-V4, 109 PS und 85 Nm, noch mit mechanischer Kupplung. Bei der Sitzprobe wird klar, wie mächtig dieses Eisen ist: 242 kg fahrbereit, und trotzdem sitzt man nur 690 mm hoch. Die ersten europäischen Märkte bekommen sie ab Ende November 2026, in Deutschland kostet sie 10.999 Euro.

Warum BENDA die Japaner und die Händler aufmischt

Was mich an diesem Stand am meisten beschäftigt, ist nicht ein einzelnes Motorrad. Ich bin mir ziemlich sicher, dass BENDA bei einigen Händlern einzieht, wo bisher etablierte japanische Marken stehen. Das bringt die Japaner gehörig unter Druck. Sie müssen sich nicht nur mit leiwanden Motorrädern um die Endkunden bemühen, sondern auch die Händler besser behandeln, statt ihnen mit der Brechstange den Schauraum vollzufüllen. Dazu kommt das Tempo: Die Salzburger saugen das Feedback der Kunden auf und spielen es in die Zentrale zurück, die Entwicklung ist atemberaubend. Selbst bei den Quads, die eigentlich Arbeitstiere sind, beeindrucken mich Lack und Finish. 2027 will ich wieder eine große Chinareise machen und mir Werke anschauen. Bei BENDA schaue ich bestimmt vorbei, denn diese Marke gibt Gas.

So sieht der BENDA-Stand im EICMA-Video aus

Wie voll es am BENDA-Stand wirklich war, zeigt mein vierstündiger Rundgang über die EICMA 2026 auf dem 1000PS-YouTube-Kanal. Ab der dritten Stunde geht es um BENDA, dieser Link springt direkt zum Stand. Zu sehen ist, wie ich mich zur Capra 700 durchkämpfe, dazu die Vinster 700 und die Vinster X 700 aus der Nähe, das Gespräch mit Patricia aus dem Salzburger Büro über den Europa-Start, die Rock 707 EC und meine Sitzprobe auf der Dark Flag 950. Auch die Quads, deren Lack und Finish mich überrascht haben, kommen ins Bild. Wer danach dranbleibt, bekommt mehr als 40 weitere Stände, von Honda über Ducati bis KOVE, mit Sitzproben, Standgesprächen und klaren Urteilen. Vier Stunden EICMA zum Nachschauen, ohne Gedränge und ohne Messeeintritt.

Daten-Kasten BENDA auf der EICMA 2026 im Überblick

  • Capra 700: 691,66 cm³ 65-Grad-V2, 73 PS bei 9.000/min, 68 Nm bei 6.500/min, 220 kg (Bezug in den BENDA-Unterlagen uneinheitlich), Sitzhöhe 850 mm, 18 l Tank, 21/18 Zoll, Europa laut BENDA-Marketing etwa 2028
  • Vinster 700 / Vinster X 700: 691,66 cm³ 65-Grad-V2, 73 PS bei 9.000/min, 68 Nm, Sitzhöhe 830 / 865 mm, 15 l Tank, Europa laut BENDA-Marketing etwa 2028
  • Rock 707 EC: 692 cm³ V2, 73 PS bei 9.000/min, Electronic Clutch, Sitzhöhe 690 bis 720 mm, Preis Deutschland 9.999 Euro plus Nebenkosten (laut Berichten)
  • Dark Flag 600 Ultra EC: 598,5 cm³ V4, 71 PS bei 10.500/min, 55 Nm, Electronic Clutch, A2-Version mit 35 kW, Sitzhöhe 680 bis 730 mm, Europa 2027 geplant
  • Dark Flag 950: 948 cm³ V4, 109 PS (80 kW) bei 9.000/min, 85 Nm, 242 kg fahrbereit, Sitzhöhe 690 mm, Preis Deutschland 10.999 Euro, erste Märkte in Europa ab Ende November 2026

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