Seit 2010 spielt die Diavel mit Zutaten, die man selten auf demselben Motorrad findet: Cruiser-Auftritt, Naked-Bike-Technik und eine ordentliche Portion Ducati-Sportlichkeit. Über die erste Generation und die Diavel 1260 führt der Weg zum V4. Für das Modelljahr 2027 wächst die Familie nun um die Diavel V4 S. Die bekannte V4 RS bleibt ebenfalls im Programm. Die neue S setzt vor allem beim Fahrwerk an, während mehrere technische Neuerungen auch der normalen Diavel V4 zugutekommen.

Ducati Diavel V4 S 2027: Jetzt mit semiaktivem Öhlins
Das S bringt mehr als goldene Gabelholme
Goldene Gabel, breiter Hinterreifen und 168 PS: Ducatis Muscle Roadster bekommt für 2027 eine S-Version. Doch auch bei Schaltung, Bedienung und Individualisierung tut sich einiges. Was steckt hinter dem Update?
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Der Horvath
Veröffentlicht am 2.11.2026
Diavel V4 S: 168 PS und feinere Gasannahme
Beim Motor bleibt Ducati dem V4 Granturismo mit 1.158 cm³ treu. Der Euro-5+-konforme Vierzylinder leistet laut Hersteller 168 PS bei 10.750 U/min und stemmt 126 Nm bei 7.500 U/min auf die Kurbelwelle. Bohrung und Hub betragen 83 mal 53,5 mm, das Motorgewicht liegt bei 66,7 kg. Vier elliptische Drosselklappenkörper mit jeweils einem Einspritzventil besitzen einen äquivalenten Durchmesser von 46 mm. Der Motor arbeitet als mittragendes Element im Fahrwerk.
Die gegenläufige Kurbelwelle wirkt den Kreiselkräften der Räder entgegen. Die Twin-Pulse-Zündfolge entsteht über um 70 Grad versetzte Hubzapfen. Ducati verspricht damit eine kräftige Leistungsentfaltung und einen charakteristischen Klang. Bei kleinen Gasöffnungen soll eine neue elektronische Regelstrategie das Spiel im Kettenantrieb vorausschauend berücksichtigen und Lastwechsel mildern. Gerade im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich soll sich der V4 dadurch geschmeidiger dosieren lassen.
Die hintere Zylinderbank wird im Stand und unter bestimmten Bedingungen auch bei niedrigen Drehzahlen während der Fahrt abgeschaltet. Das soll Verbrauch und Wärmebelastung für Fahrer und Beifahrer reduzieren. Steigen Drehzahl oder Drehmomentanforderung, arbeiten wieder alle vier Zylinder. Die Funktion ist in sämtlichen Fahrmodi aktiv und verändert auch den Auspuffklang. Die Wartungsintervalle: Ölwechsel alle 15.000 Kilometer oder zwei Jahre, Ventilspielkontrolle nach 60.000 Kilometern.
Quickshifter 2.0 ohne Mikroschalter
Auch die Schaltung erhält ein Update. Der Ducati Quick Shift 2.0 ermöglicht kupplungsloses Hoch- und Herunterschalten und ersetzt die bisherige Betätigung mit Hall-Mikroschalter durch eine direkte mechanische Anlenkung. Ein Sensor erfasst eingelegten Gang und Schaltwalzenposition, um den Schaltwunsch zu erkennen. Dazu sitzt der Schalthebel auf Lagern statt Gleitbuchsen. Weniger Reibung und Spiel sowie kürzere Hebelwege sollen laut Ducati ein direkteres, präziseres Schaltgefühl ergeben. Nebenbei fällt die linke Fußrastenpartie damit aufgeräumter aus.
Diavel V4 S: Öhlins reagiert auf Fahrmanöver
Das eigentliche S-Argument sitzt vorne und hinten: Erstmals bekommt die Diavel ein semiaktives Öhlins Smart EC 3.0. Vorne arbeitet eine voll einstellbare NIX30-Gabel mit 48 mm Standrohrdurchmesser und TiN-Beschichtung, hinten ein ARX40-Federbein. Das System nutzt die Daten der Sechsachsen-IMU und passt die Dämpfung an Bremsen, Beschleunigen und Kurvenfahrt an. Schieberventile sollen schnellere Reaktionen und einen größeren Einstellbereich ermöglichen. Die drei Fahrwerksmodi heißen Dynamic, Comfort und Low Grip und sind mit den Fahrmodi verknüpft.

Die Diavel V4 S erhält eine 48-mm-Öhlins-NIX30-Gabel mit semiaktiver Smart-EC-3.0-Regelung.
Über die erweiterte OBTi-Bedienoberfläche lassen sich die Eingriffe für unterschiedliche Fahrsituationen anpassen, nun auch gesondert für die erste Beschleunigungsphase. Eine neue Strategie erhöht in sportlichen Einstellungen die Zugstufendämpfung der Gabel nach dem Lösen der Bremse. Dadurch soll die Front ruhiger bleiben und das Motorrad engeren Linien folgen. Erkennt Cruise Detection gleichmäßige Fahrt, etwa auf der Autobahn, wird die Dämpfung weicher. Die Elektronik soll also sowohl im Winkelwerk als auch auf der Anreise mitdenken.
Die normale Diavel V4 verwendet weiterhin eine voll einstellbare 50-mm-Upside-down-Gabel und ein voll einstellbares Federbein mit Ausgleichsbehälter. Bei der Gabel werden Druckstufe und Vorspannung links, die Zugstufe rechts eingestellt. Die Federwege betragen vorne 120 und hinten 145 mm. Hinten sind das 15 mm mehr als bei der Diavel 1260.
Diavel V4 S: 222 kg, aber ohne Benzin
Aluminium-Monocoque, Aluminium-Einarmschwinge und Stahl-Gitterrohrheck bilden die Basis. Der Rahmen ist an den Zylinderköpfen befestigt. Ducati nennt 1.593 mm Radstand, 26 Grad Lenkkopfwinkel und 112 mm Nachlauf. Der Stahltank fasst 20 Liter. Die S wiegt laut Hersteller 222 kg fahrfertig ohne Kraftstoff, die Standardversion 225 kg im gleichen Zustand. Leichtere Räder und die Lithiumbatterie sollen das Zusatzgewicht von semiaktivem Fahrwerk und Euro-5+-Auspuff bei der S ausgleichen.

Einarmschwinge und neuer Fünfspeichenradsatz prägen die rechte Seite. Ducati nennt 222 kg ohne Kraftstoff.
Die neuen Fünfspeichenräder messen vorne 3,5 mal 17 und hinten 8,0 mal 17 Zoll. Bei der S sind die Speichen zusätzlich bearbeitet. Aufgezogen werden Pirelli Diablo Rosso IV in 120/70 ZR17 und 240/45 ZR17. Zusammen mit den Rädern sollen sie laut Ducati ein neutraleres Kurvenverhalten und bessere Linienhaltung ermöglichen. Gebremst wird vorne mit zwei schwimmenden 330-mm-Scheiben, radialen Brembo-Stylema-Monoblocks und einer PR16/19-Radialpumpe mit integriertem Aluminiumbehälter. Hinten arbeiten eine 265-mm-Scheibe und ein Brembo-Zweikolbensattel.
Diavel V4 S: Neue Linien und 790 mm Sitzhöhe
Der 240er-Hinterreifen bleibt die optische Ansage. Für 2027 kommen von der Diavel V4 RS inspirierte Lufteinlässe, neue Seitenteile, eine schlankere Instrumentenabdeckung und ein neu gestaltetes Einsitzerheck dazu. Der seitliche Auspuff behält seine vier Endrohre und erhält eine neue Abdeckung. Vorne leuchtet das LED-Tagfahrlicht als doppeltes C, hinten greift die LED-Matrix unter dem Heck das Motiv auf. Dynamische Blinker sitzen vor Brems- und Kupplungsarmatur im Lenker, abhängig von der jeweiligen Homologation.

Der neu gestaltete Sitz liegt 790 mm hoch. Für die Solokonfiguration wird das Heck abgedeckt.
Die Sitzhöhe beträgt 790 mm. Der neu gestaltete Sitz soll mehr Platz in Längsrichtung, Halt beim Beschleunigen und Bewegungsfreiheit in Schräglage bieten. Dazu kommen mittig platzierte Fußrasten und ein breiter, hoher Lenker, der wie beim bisherigen V4-Modell 20 mm näher am Fahrer sitzt als bei der 1260. Für den Beifahrer sind ein breiter, gepolsterter Sitz sowie versenkbare Fußrasten und ein ausziehbarer Haltegriff vorgesehen. Der Beifahrersitz gehört zum Lieferumfang und ersetzt bei Bedarf die Heckabdeckung.
Diavel V4: Vier Fahrmodi und drei Leistungsstufen
Die Sechsachsen-IMU von Bosch liefert die Grundlage für Cornering ABS EVO, Ducati Traction Control EVO 2, Ducati Wheelie Control EVO und Ducati Power Launch EVO. Dazu kommen Quickshifter und Tempomat. Die vier Fahrmodi Sport, Touring, Urban und Wet lassen sich anpassen und auf Werkseinstellung zurücksetzen. Sport kombiniert die volle Leistung mit direkter Gasannahme, zurückhaltender Traktions- und Wheelie-Regelung sowie ABS-Stufe 2. Touring behält die volle Leistung, spricht sanfter an und verwendet stärkere Regeleingriffe sowie ABS-Stufe 3.
Urban und Wet nutzen den Low Power Mode mit 115 PS bei 8.750 U/min und 114 Nm bei 5.750 U/min. Urban kombiniert das mit hohen Eingriffsstufen von Traktions- und Wheelie-Kontrolle sowie ABS-Stufe 3. Wet ist auf geringe Haftung und eine besonders sanfte Gasannahme abgestimmt. Die drei Power Modes High, Medium und Low unterscheiden sich also nicht nur durch die Leistung. High und Medium liefern beide 168 PS und 126 Nm, reagieren aber unterschiedlich auf den Gasgriff.
Das ABS bietet drei Stufen. Stufe 1 regelt ausschließlich vorne und verzichtet auf Kurvenfunktion und Hinterrad-Abhebeerkennung, wodurch hinten ein Anstellen beim Bremsen möglich bleibt. Stufe 2 behält die Kurvenfunktion bei, verzichtet aber auf die Abhebeerkennung. Stufe 3 aktiviert beides und optimiert das Zusammenspiel von Vorder- und Hinterradbremse. Die Traktionskontrolle berücksichtigt neben Schräglage und aktuellem Schlupf auch dessen Änderungsgeschwindigkeit. Sie kann Zündung, Einspritzung und Drosselklappen beeinflussen und bietet vier Stufen, davon eine für Nässe. Auch die Wheelie-Kontrolle ist vierstufig einstellbar.
Power Launch bietet drei Stufen und regelt beim Start zunächst die Drehzahl, anschließend die Drehmomentabgabe. Der Fahrer legt den ersten Gang ein, öffnet das Gas vollständig und dosiert die Kupplung. Traktions- und Wheelie-Kontrolle unterstützen dabei. Die Funktion endet ab einer bestimmten Geschwindigkeit oder beim Schalten in den dritten Gang. Ein Algorithmus begrenzt zum Kupplungsschutz die Zahl aufeinanderfolgender Starts. Das neue Display zeigt anschließend die Beschleunigungszeiten für 0 bis 100 und 0 bis 200 km/h an und speichert Bestwerte.
Diavel V4 S: Großes TFT und Navigation ab Werk
Das neue 6,9-Zoll-TFT im Format 8:3 verwendet Optical Bonding und wird über Wippschalter links am Lenker bedient. Die Road-Ansicht teilt den Bildschirm in drei Bereiche: zentral Drehzahlmesser und Ganganzeige, links unter anderem Einstellungen, Navigation, Musik und Smartphone-Funktionen, rechts Geschwindigkeit, Uhrzeit, Kühlmitteltemperatur und Tempomatstatus. Für Navigation oder andere Ansichten können die Spalten ihre Größe und Position verändern. Auch eine Reifendruckanzeige lässt sich im entsprechenden Layout darstellen.
Neu sind die grafische Echtzeitanzeige der Eingriffe von Traktions- und Wheelie-Kontrolle sowie die serienmäßige Turn-by-Turn-Navigation. Oben sitzen eine gelbe Kontroll-LED für Assistenzsysteme und eine rote für Schalt- beziehungsweise Drehzahlhinweise. In Reserve bleiben Tankbalken und Restreichweite sichtbar. Ducati Multimedia System, Bluetooth und Ducati Link App sind integriert, eine neue USB-C-Buchse im Cockpit liefert 20 Watt. Die S bringt serienmäßig Heizgriffe im gleichen Design wie die normalen Griffe und eine Lithiumbatterie mit. Die Basis nutzt ungeheizte Griffe und eine Blei-Säure-Batterie.
Das Hands-Free-System erkennt den elektronischen Schlüssel in etwa 1,5 Metern Entfernung und erlaubt das Einschalten per Knopf. Auch das Lenkschloss wird elektrisch betätigt. Die Coming-Home-Funktion lässt nach dem Ausschalten bei Dunkelheit kurz das Abblendlicht, bei Helligkeit das Tagfahrlicht weiterleuchten.
Diavel V4 S: Farben und Ausstattung ab Werk
Mit Ducati Factory Made lässt sich die Diavel bereits beim Kauf konfigurieren, die gewählten Teile werden direkt im Werk montiert. Die Farbfamilien heißen Icon mit Ducati Red und Ducati Yellow, Style mit Thrilling Black und Sandstone sowie Sophistication mit Dark Stealth und Silver Ice. Bei der S kommen Ducati Corse, Performance und fünf Farben aus dem Lamborghini-Ad-Personam-Programm hinzu. Wer vor dem Eisgeschäft lieber den eigenen Geschmack zeigt, bekommt damit reichlich Auswahl.

Die Performance-Lackierung gehört zu den erweiterten Factory-Made-Optionen der Diavel V4 S.
Das Programm umfasst außerdem Räder, Bremssättel, spezielle Sitze, halbstarre Seitenkoffer mit Beifahrerrückenlehne und Zubehörpakete bis hin zur Trockenkupplung. Im Ducati-Performance-Katalog stehen komplette Racing-Auspuffanlagen, offene Trockenkupplungskits, gefräste Aluminiumteile und Carbonkomponenten. Bei den mit Stern markierten Auspuff- und Kupplungsangeboten verweist Ducati auf die jeweilige Homologation. Die neue Diavel V4 und V4 S sollen ab Januar zunächst zu italienischen Händlern kommen, weitere Märkte folgen schrittweise.
Weitere Ducati Neuheiten
FAQ zur Ducati Diavel V4 und V4 S 2027
Was unterscheidet die Diavel V4 S von der normalen V4? Die S erhält semiaktives Öhlins Smart EC 3.0, zusätzlich bearbeitete Räder, Lithiumbatterie und serienmäßige Heizgriffe. Außerdem stehen ihr sämtliche Factory-Made-Farboptionen offen. Ohne Kraftstoff wiegt sie laut Ducati drei Kilogramm weniger.
Wie viel Leistung hat die Ducati Diavel V4 S 2027? Der 1.158-cm³-V4 liefert 168 PS bei 10.750 U/min und 126 Nm bei 7.500 U/min. Diese Werte gelten auch für die normale Diavel V4.
Welche Neuerungen bekommen beide Diavel-Versionen? Dazu zählen die überarbeitete Gasannahme, Quickshifter 2.0, neue Designteile und Räder, Diablo-Rosso-IV-Reifen, das 6,9-Zoll-TFT, serienmäßige Navigation, USB-C und Ducati Factory Made.
Wie alltagstauglich ist die Ausstattung ausgelegt? Ducati kombiniert 790 mm Sitzhöhe und einen 20-Liter-Tank mit Tempomat, Hands-Free-System und Smartphone-Anbindung. Der Beifahrersitz ist enthalten, Griff und Fußrasten lassen sich für die Solokonfiguration verstauen.
Welche Wartungsintervalle nennt Ducati? Der Ölwechsel steht alle 15.000 Kilometer oder zwei Jahre an, die Ventilspielkontrolle nach 60.000 Kilometern.
Ducati Diavel V4 S 2027: Jetzt mit semiaktivem Öhlins Bilder
Quelle: 1000PS
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027 – Öhlins-Gabel
Ducati Diavel V4 S 2027 – Gabel und Lufteinlass
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027 – Tank und Lufteinlass
Ducati Diavel V4 S 2027 – Sitz und Heck
Ducati Diavel V4 S 2027 – Heckabdeckung
Ducati Diavel V4 S 2027 – Scheinwerfer
Ducati Diavel V4 S 2027 – Front und Cockpit
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027 – Sitz und Cockpit
Ducati Diavel V4 S 2027
Ducati Diavel V4 S 2027
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