Aprilia verweist auf 54 Weltmeistertitel, sieben davon mit der RSV4 in der Superbike-WM. Auf dieser Basis wächst die Baureihe neben RSV4 und RSV4 Factory um eine neue Spitzenversion: die auf 500 nummerierte Exemplare limitierte Obscure Spe.Ed. Das Kürzel steht für Special Edition. Aprilia Racing steuert Technik für ein klar definiertes Ziel bei: weniger Gewicht und mehr Performance auf der Rennstrecke. Die Straßenzulassung behält das Sondermodell trotzdem.

Aprilia RSV4 Obscure Spe.Ed.: Carbon für 500 Exemplare
Leichtere Räder, Leg Wings und 220 PS für die Rennstrecke
Aprilia schickt die RSV4 auf Diät: Die Obscure Spe.Ed. kombiniert Carbonräder mit neuer Aerodynamik und mechanisch einstellbarem Öhlins-Fahrwerk. Die nummerierte Sonderversion bleibt straßenzugelassen, setzt ihren Schwerpunkt aber klar auf der Rennstrecke.
&width=72&height=72&bgcolor=rgba_39_42_44_0&mode=crop)
Der Horvath
Veröffentlicht am 3.11.2026
Carbonräder drücken Gewicht und rotierende Massen
Die wichtigste Diätmaßnahme sitzt an den Rädern. Laut Aprilia wiegen die BST-Carbonfelgen zusammen über zwei Kilogramm weniger als die geschmiedeten Aluminiumräder der RSV4 Factory. Die geringeren rotierenden Massen sollen Handling, Bremsverhalten und Beschleunigung verbessern. Dazu kommen Kotflügel, Seitenverkleidungen, Fersenschützer und Lufteinlässe für die Vorderradbremse aus Carbon. Letztere sollen die beim harten Einsatz entstehende Wärme wirksam abführen. Insgesamt nennt Aprilia 201 kg fahrfertig bei 90 Prozent Tankfüllung, drei Kilogramm weniger als bei der Factory. Mit der optionalen kompletten ART-Auspuffanlage aus dem Zubehörprogramm von Aprilia Racing sinkt die Gewichtsangabe auf 196 kg. Die Anlage trägt ein SC-Project-Endrohr aus Carbon.

Die BST-Carbonräder sind laut Aprilia zusammen über zwei Kilogramm leichter als die geschmiedeten Aluminiumräder der RSV4 Factory.
Leg Wings bringen zusätzliche Last aufs Hinterrad
Bei der RSV4 RF LE führte Aprilia 2018 aerodynamische Anbauteile ein. Nun übernimmt die Obscure Spe.Ed. sogenannte Leg Wings vom RS-GP-Prototyp. Nach Herstellerangabe kommen sie erstmals in dieser Kategorie zum Einsatz und erhöhen den Abtrieb an der Hinterachse um 20 Prozent. Das soll die Haftung des Hinterreifens verbessern, ohne das Handling zu beeinträchtigen. Die Carbonteile ergänzen das im Windkanal entwickelte Aerodynamikpaket der RSV4 Factory mit zwei überlappenden flügelartigen Flächen unter der Verkleidung sowie den Seitenverkleidungen. Diese Lösungen sollen den Luftwiderstand reduzieren und heiße Motorabluft vom Fahrer fernhalten.
Der 65-Grad-V4 leistet serienmäßig 220 PS
Der flüssigkeitsgekühlte, längs eingebaute 65-Grad-V4 ist aus RSV4 und RSV4 Factory bekannt. Aprilia bezeichnet dieses Motorkonzept als ersten Hochleistungs-Vierzylinder-Serienmotor mit engem V-Winkel. Seine 1.099 cm³ ergeben sich aus 81 mm Bohrung und 53,32 mm Hub, die Verdichtung beträgt 13,3:1. Zwei obenliegende Nockenwellen je Zylinderbank betätigen vier Ventile pro Zylinder. Laut Datenblatt stehen an der Kurbelwelle 220 PS beziehungsweise 161,8 kW bei 13.000 U/min und 127 Nm bei 10.800 U/min an. Aprilia beansprucht damit die Spitzenposition unter den homologierten Serien-Superbikes. Mit der kompletten ART-Anlage nennt der Hersteller 223,1 PS und 131,8 Nm bei denselben Drehzahlen. Zur Straßenzulassung dieser Zubehörkonfiguration macht die Unterlage keine gesonderte Angabe.
Die Gemischaufbereitung übernehmen eine Airbox mit dynamischen Frontlufteinlässen, vier Marelli-Drosselklappenkörper mit jeweils 52 mm Durchmesser und acht Einspritzdüsen. Gesteuert wird per Ride-by-Wire. Das Sechsgang-Kassettengetriebe verfügt über Aprilia Quick Shift zum kupplungslosen Hoch- und Herunterschalten, die Mehrscheiben-Ölbadkupplung über ein mechanisches Anti-Hopping-System. Der Primärantrieb nutzt geradverzahnte Zahnräder mit integrierter elastischer Kupplung und einer Übersetzung von 73/44 beziehungsweise 1,659. Zum Hinterrad geht es per Kette mit 41/16 beziehungsweise 2,562.
Mechanisches Öhlins-Fahrwerk für eigene Abstimmung
Aprilia setzt auf mechanisch einstellbare Federelemente, um die individuelle Rennstreckenabstimmung zu unterstützen. Vorn arbeitet eine Öhlins-NIX-Gabel mit 43-mm-Standrohren und TiN-Oberflächenbehandlung, hinten ein Öhlins-TTX-Zentralfederbein mit Ausgleichsbehälter. Federvorspannung, Zug- und Druckstufe sind jeweils einstellbar. Der Federweg beträgt vorn 125 und hinten 115 mm. Das Datenblatt führt beim hinteren Federbein zusätzlich eine Radstandverstellung an. Der Aluminium-Brückenrahmen aus gepressten und gegossenen Elementen erlaubt Anpassungen von Lenkkopfposition und -winkel, Motorhöhe und Schwingendrehpunkt. Dazu kommen eine doppelt verstrebte Upside-down-Aluminiumschwinge und ein Sachs-Lenkungsdämpfer.

Mechanisch einstellbar: die Öhlins-NIX-Gabel der RSV4 Obscure Spe.Ed.
Brembo Hypure und Carbonfelgen im 17-Zoll-Format
Vorn verzögern zwei schwimmend gelagerte 330-mm-Edelstahlscheiben mit leichten Bremsringen und Aluminiumträgern mit sechs Bolzen. Radial montierte Brembo-Hypure-Monoblock-Sättel greifen mit je vier gegenüberliegenden 30-mm-Kolben zu. Hinten kombiniert Aprilia eine 220-mm-Scheibe mit einem Brembo-Sattel mit zwei separaten 32-mm-Kolben. Sinterbeläge und Stahlflex-Leitungen gehören an beiden Achsen dazu, vorn eine Radialpumpe und hinten eine Pumpe mit integriertem Behälter. Das Bosch-Kurven-ABS bietet drei Mappings und eine Regelstrategie gegen das Abheben des Hinterrads, genannt RLM.
Die Carbonräder messen vorn 3,5 x 17 und hinten 6 x 17 Zoll. Aufgezogen werden schlauchlose Radialreifen in 120/70 ZR 17 und 200/55 ZR 17. Für hinten nennt die Unterlage alternativ 190/50 ZR 17 sowie 190/55 ZR 17. Bei 1.435 mm Radstand misst die RSV4 2.055 mm in der Länge und 750 mm in der Breite. Die Sitzhöhe beträgt 840 mm, der Lenkkopfwinkel 24,9 Grad und der Nachlauf 104 mm. Der 18-Liter-Tank enthält vier Liter Reserve. Für das Euro-5+-Modell gibt Aprilia 6,9 l/100 km und 160 g/km CO₂ an.
Track Pack und Race Pack gehören zur Serie
Die Elektronik basiert auf einer Sechsachsen-Inertialplattform. Sechs Fahrmodi, je drei für Straße und Rennstrecke, steuern die drei Stufen des Kurven-ABS und die Funktionen des APRC-Pakets. Dazu zählen einstellbare Traktions- und Wheelie-Kontrolle, drei Motor-Mappings, eine einstellbare Motorbremsregelung und der Quickshifter. Das serienmäßige Track Pack ergänzt Launch Control, Pitlane-Limiter und eine einstellbare Hinterrad-Driftregelung mit prädiktiver Logik. Das ebenfalls enthaltene Race Pack ermöglicht Corner-by-Corner-Regelung: Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle mit prädiktiver Logik und Motorbremse passen sich auf der Strecke automatisch an die zuvor vom Fahrer gewählten Einstellungen an.
Ein GPS-Modul für die automatische Rundenzeitmessung ist ebenso serienmäßig wie die vierte Generation von Aprilia MIA. Über diese Multimediaplattform lässt sich ein Smartphone verbinden, der Funktionsumfang des Instrumentenbretts erweitern und Datenmaterial zur Analyse herunterladen. Damit liefert Aprilia die elektronischen Werkzeuge zur Auswertung gleich mit.
Schwarze Lackierung und eine eingravierte Nummer
Die Obscure Spe.Ed. gibt es ausschließlich in Total Black. Glänzende und matte schwarze Flächen wechseln sich mit sichtbaren Carbon-Oberflächen ab, Rahmen und Schwinge sind mattschwarz lackiert. Modellname und Seriennummer werden per Laser in den Lenkkopf graviert. Trotz Rennstreckenfokus gehören Soziussitz und Soziusfußrasten zur straßenzugelassenen Maschine. Für die Montage der Leg Wings werden diese abgebaut, eine Schalldämpferhalterung liegt dem Kit bei. Einen Preis und einen konkreten Marktstart nennt Aprilia in den bereitgestellten Unterlagen nicht.

Die Obscure Spe.Ed. kombiniert glänzendes und mattes Schwarz mit Carbon-Oberflächen.
Weitere Supersport Neuheiten 2027
FAQ zur limitierten Aprilia RSV4 Obscure Spe.Ed.
Wie viele Exemplare entstehen? Aprilia limitiert die nummerierte Obscure Spe.Ed. auf 500 Stück. Sie ergänzt RSV4 und RSV4 Factory als neue Spitzenversion.
Wie viel Leistung und Gewicht nennt Aprilia? Serienmäßig sind es 220 PS und 201 kg fahrfertig bei 90 Prozent Tankfüllung. Mit kompletter ART-Auspuffanlage nennt Aprilia 223,1 PS und 196 kg.
Ist die Sonderversion für die Straße zugelassen? Ja, die Obscure Spe.Ed. ist straßenhomologiert und wird mit Soziussitz und Soziusfußrasten ausgestattet. Die Leg Wings werden nach deren Demontage angebaut.
Was kosten die 500 Exemplare und wann kommen sie? Die vorliegende Pressemitteilung enthält weder einen Preis noch einen konkreten Verkaufsstart.
Aprilia RSV4 Obscure Spe.Ed.: Carbon für 500 Exemplare Bilder
Quelle: 1000PS
Aprilia RSV4 Obscure Spe.Ed.
Aprilia RSV4 Obscure Spe.Ed.
Aprilia RSV4 Obscure Spe.Ed. – Cockpit und Gabeleinsteller
Aprilia RSV4 Obscure Spe.Ed.






