Fantic präsentiert die Fantic Stealth 500

Fantic präsentiert die Fantic Stealth 500

Pressetest Fantic Stealth 500 in der Toskana

Der italienische Hersteller aus Santa Maria di Sala stellt nach der 2025er Markteinführung des 125er Modells nun die große Schwester, die Stealth 500 vor. Warum sie die leichteste und potenziell beste Wahl für Naked-Bikes der A2-Kategorie ist, findet ihr im Bericht heraus.

Alessio

Alessio

published on 28/04/2026

11,062 Views

Naked Bike mit Racing DNA

Die Fantic Stealth 500 stellt sich sofort als Naked Bike mit Racing DNA vor; das Moto-2 Layout der Fantic-Truppe sickert bis zum Produktions-A2-Motorrad durch. Vom Tank über die Airbox bis zur Schwinge, das Motorrad hat sich mehr als nur ein paar Details von Fantic’s Moto2-Maschine abgeschaut. Highlight dieses Motorrads ist das niedrige Gewicht, das dank modernster Kenntnissen auf 147 kg mit Flüssigkeiten ohne Benzin kommt, somit hat Fantic das bei weitem leichteste Motorrad in dieser Kategorie im Angebot. Das niedrige Gewicht führt, vor allem in der A2-Kategorie, zu vielerlei Vorteilen. Ein Beispiel ist die extreme Handlichkeit und die Einfachheit, mit der Direktionswechsel auf diesem Motorrad geschehen können. Häufig haben Hersteller bei einem zu leichten Motorrad das Problem, dass es an Stabilität verliert, was sich beim Test allerdings für unwahr erklärt hat. Das Kompromiss aus Stabilität und Leichtigkeit ist sehr gut gelungen, beim Fahrwerk wurde das Kompromiss aus Komfort und Stabilität sehr gut für die Verwendung im Alltag ausgelegt: sowohl in die Stadt, zur Arbeit oder in die Schule kommt man ohne auf Komfort zu verzichten und nach der Arbeit, beim Vergnügen auf dem Heimweg, hat man ausreichend Stabilität um das Fahren zu genießen und den langen Weg zu nehmen.

Komponenten

Alle Komponenten der Fantic Stealth 500 wurden im Hause Fantic erstellt und designt und es wurde bereits enthüllt, dass es in naher Zukunft Racing-Komponenten für den Rennstreckeneinsatz der Stealth 500 geben wird. Das Fahrwerk, ebenfalls im Hause Fantic hergestellt, ist lediglich hinten im Preload einstellbar, was für diese Klasse nicht unüblich ist, wer mehr will hat die Möglichkeit, die passende Hardware zu kaufen. Bei den Bremsen handelt es sich um ein 320mm Setup vorne und 230mm hinten, die Felgen wurden mit ihren 9kg Gesamtgewicht bewusst auf Leichtigkeit ausgelegt und serienmäßig wird die Stealth 500 mit dem Pirelli Diablo Rosso IV ausgeliefert, einer Bereifung, die für diese Klasse ungewöhnlich hochwertig ist.

Motor und Elektronik

Der 500er Motor, der diese Fantic antreibt, wurde von Fantic’s Tochterfirma Motori Minarelli konzipiert und produziert. Interessanter Fakt: dieser ist unter anderem auch in Yamaha’s 125er 4-Taktern zu finden und in Italien sind genießen Minarelli’s Motoren einen sehr guten Ruf. In der A2-Kategorie ist die höchstzulässige Leistung je nach Gewicht des Motorrads zu bestimmen und die Stealth 500 bietet die für ihr Gewicht maximal zugelassene Leistung von 45 PS und 42 NM bei 7000 U/min. Wie man von der Drehmomentangabe sieht, ist dieser Motor in der Stealth 500 nicht ausschließlich auf Drehmoment auf niedriger Drehzahl bedacht sondern strebt gemäß seinem Racing-DNA immer weiter nach oben und will in jedem Gang ausgedreht werden; die Abstimmung ist bewusst sportlich erfolgt.

Elektronik

Die Stealth 500 wird über das Ride-By-Wire System angetrieben und bietet zwei Motormappings: fun und wet – verändern tut sich hierbei nur die Leistungsentfaltung. Fahrmodi gibt es insgesamt vier: Street, Wet, Track und Custom. Was die Sicherheitssysteme anbelangt, hat die Fantic Stealth 500 das volle Programm erhalten: schräglagenabhängiges ABS und Traktionskontrolle und im Track-Mode hat man die Möglichkeit, das Supermoto-ABS zu aktivieren bzw. das Hinterrad-ABS zu deaktivieren. Im Custom-Mode kann man alle Parameter frei einstellen, in den anderen sind sie prädefiniert. Die Bedienelemente sind relativ einfach zu verwenden, wenn man sich einen Moment Zeit genommen hat, um sich mit den Tasten bekannt zu machen, das TFT ist leicht abzulesen und bietet alle wichtigsten Infos auf einem Blick. Im Track-Mode schaltet man ein anderes Tacho-Layout frei, welches die wichtigsten Racing-Daten anzeigt.

Ergonomie

Es gibt einen USB-C Anschluss und die Sitzhöhe beträgt 810mm, was zwar die höchste der Klasse ist, jedoch keine Einstiegsbarriere darstellt. Von mir selbst, der 170cm groß ist bis zum niederländischen Kollegen mit 195cm hatten wir auf dem Motorrad gut Platz, es war weder zu klein noch zu groß für uns und dank des schmalen Knieschlusses berühren beide Beine leicht den Boden. Die Sitzposition ist sportlich aber aufrecht, super für ausreichendes Feedback ohne sich am Ende einer langen Ausfahrt über Schmerzen beklagen zu müssen.

Fahreindrücke

Spritzig, spaßig, spielerisch, angenehm und sicher. Das waren die ersten Adjektive, die mir nach einigen wenigen Sekunden auf der Stealth 500 in den Sinn kamen. Die Vorderbremse, von Brembos Tochterfirma ByBre geliefert, funktioniert sehr gut und ist ein Qualitätsmerkmal das in dieser Klasse nicht selbstverständlich ist. Die Übersetzung des Motorrads ist so abgestimmt, dass man am ende des dritten Ganges auf ~120 km/h angelangt ist, ergo eine Übersetzung, die aktives Fahren fördert und Spaß bereitet. Auch angenehm ist der sanfte Motor, der trotz des Einzylinderkonzepts keine unangenehmen Vibrationen erzeugt, auch auf niedriger Drehzahl nicht. Es ist ein moderner Einzylinder der bis 10.000 Umdrehungen dreht und eine graduelle Leistungsentfaltung bietet. Das heißt, dass man das Beste aus beiden Welten hat: der Einzylinder sorgt für ausreichend Druck auf niedriger Drehzahl und die sportliche Auslegung der Leistungskurve sorgt dafür, dass man bis ans Ende des Drehzahlbandes muss, um die gesamte Leistung auf den Boden zu bringen. Durch die moderne Technik fühlt sich der Einzylinder einem schwereren Zweizylinderkonzept auch keineswegs im Komfort unterlegen. Die Stealth lässt sowohl einen hängenden als auch drückenden Fahrstil zu.

Fazit

Die Stealth 500 ist in vier Farben erhältlich. Wer ein qualitativ hochwertiges, leichtes und spritziges A2-Bike sucht, um sowohl den Alltag damit bewältigen zu können als auch in den Kurven Spaß zu haben und sich gerne von der Masse differenziert, der kann die Fantic Stealth 500 berücksichtigen. Sie kostet € 6.500 in Deutschland, CHF 6.990 in der Schweiz und € 7.145 in Österreich.

Fantic präsentiert die Fantic Stealth 500 Images

Source: 1000PS

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