Moto Morini Camel: Neue Reiseenduro mit 250 mm Federweg

21-Zoll-Vorderrad und 82 PS für die Rückkehr ins Gelände

Mit 21-Zoll-Vorderrad, langen Federwegen und einem 670er-Twin erweitert Moto Morini sein Adventure-Angebot. Die neue Camel greift einen bekannten Namen auf und soll Ende 2027 erhältlich sein. Auch eine A2-Version ist vorgesehen.

by Der Horvath on 03.11.2026

Keine Sorge, hier geht es nicht um Camel-Zigaretten. Dieses Kamel kommt mit zwei Rädern statt in der Schachtel und verlangt nach Schotter statt nach einem Feuerzeug. Moto Morini holt den Namen Camel zurück und erinnert damit an die Zweizylinder-Enduro der 1980er-Jahre, die es sogar auf die Route der Paris-Dakar schaffte. Die neue Reiseenduro ergänzt die X-Cape, mit der die Marke seit 2021 in der Adventure-Mittelklasse mit 19-Zoll-Vorderrad vertreten ist. Die Camel übernimmt nun den stärker aufs Gelände ausgerichteten Part mit einem 21-Zoll-Vorderrad.

Moto Morini Camel: 670er-Twin mit 82 PS

Im Zentrum steht ein flüssigkeitsgekühlter Reihenzweizylinder mit 670 cm³. Moto Morini nennt 82 PS beziehungsweise 60 kW bei 10.000 U/min und 70 Nm bei 7.000 U/min. Zwei obenliegende Nockenwellen betätigen die Ventile über Schlepphebel, zwei seitliche Kühler übernehmen die Wärmeabfuhr. Bei Bohrung und Hub stehen 81 x 65 mm im Datenblatt, die Verdichtung beträgt 13,5:1. Der Motor erfüllt Euro 5+, als Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller 195 km/h an.

Der Reihenzweizylinder mit 670 cm³ liefert laut Moto Morini 82 PS und 70 Nm.

Die Abstimmung soll laut Moto Morini Charakter, Leistung und Alltagstauglichkeit verbinden und den Motor unter unterschiedlichen Fahrbedingungen gut nutzbar machen. Wer mit A2-Führerschein unterwegs ist, wird ebenfalls berücksichtigt: Eine gedrosselte Version ist angekündigt. Der Zugang zur neuen Camel bleibt damit nicht ausschließlich Besitzern des offenen Motorradführerscheins vorbehalten.

Moto Morini Camel: 250 mm Federweg und 21 Zoll

Beim Fahrwerk wird die Ausrichtung konkreter. Vorne arbeitet eine 48-mm-Upside-down-Gabel, hinten ein progressiv angelenktes Zentralfederbein nach Pro-Link-Bauart. Beide bieten 250 mm Federweg und lassen sich in Federvorspannung, Zug- und Druckstufendämpfung einstellen. Dazu kommen 280 mm Bodenfreiheit. Der Haupt- und der Heckrahmen bestehen aus Chrom-Molybdän-Stahl in Gitterrohrbauweise, der Hauptrahmen kommt ohne Unterzüge aus. Die einteilige Aluminiumschwinge entsteht im Schwerkraftgussverfahren.

Die Speichenräder tragen schlauchlose Reifen in 90/90-21 vorne und 150/70-18 hinten.

Die Speichenräder tragen schlauchlose Reifen in 90/90-21 vorne und 150/70-18 hinten. Gebremst wird mit Brembo-Komponenten: Vorne sitzen zwei 300-mm-Scheiben mit Schwimmsätteln, hinten eine 255-mm-Scheibe mit einem Sattel mit gegenüberliegenden Kolben. Moto Morini kombiniert die großen Räder und langen Federwege mit einem 20-Liter-Tank. Das erklärte Ziel sind ausgedehnte Reisen, die auch über unbefestigte Straßen führen.

Moto Morini Camel: 850 mm Sitzhöhe, 200 kg trocken

Und wie hoch sitzt man auf dem zurückgekehrten Kamel? Moto Morini gibt die Sitzhöhe mit 850 mm an. Der Radstand beträgt 1.502 mm, die Außenabmessungen liegen bei 2.330 mm Länge, 940 mm Breite und 1.485 mm Höhe. Beim Gewicht nennt der Hersteller 200 kg trocken. Diese Zahl beschreibt ausdrücklich das Trockengewicht. Zusammen mit den Fahrwerksdaten ergibt sich damit das technische Gerüst der neuen Reiseenduro, ohne die Gewichtsangabe mit einem fahrfertigen Wert zu vermischen.

Die Sitzhöhe beträgt laut Datenblatt 850 mm, das Trockengewicht 200 kg.

Moto Morini Camel: Tempomat und Offroad-ABS

Ride-by-Wire bildet die Grundlage für wählbare Fahrmodi und eine Traktionskontrolle mit mehreren Eingriffsstufen. Auch die ABS-Eingriffsschwelle lässt sich anpassen, im Offroad-Modus kann das System deaktiviert werden. Für längere Verbindungsetappen ist ein Tempomat vorgesehen. Bluetooth-Konnektivität gehört ebenfalls zur Ausstattung, außerdem lässt sich die in die Moto-Morini-App integrierte Navigation nutzen. Die Camel verbindet ihren Geländeanspruch damit mit Funktionen für die Anreise und die Orientierung unterwegs.

Zur Ausstattung gehören Ride-by-Wire, Tempomat und Bluetooth-Konnektivität.

Moto Morini Camel: Sandfarben und Start Ende 2027

Optisch setzt Moto Morini auf sandfarbene Flächen im Kontrast zu schwarzen Verkleidungs- und Technikkomponenten. Geformte Tankflanken, straffe Linien sowie Grafiken an den Seiten und am vorderen Kotflügel prägen den Auftritt. Vorne stehen ein geometrisch gestalteter LED-Scheinwerfer und ein hohes Windschild im Mittelpunkt. Die zweistufige Sitzbank führt zu einem Heck mit sichtbarem Hilfsrahmen und einem reduzierten Gepäckträger. Der Name blickt zurück, die Gestaltung übersetzt ihn in eine aktuelle Adventure-Form. Als Verfügbarkeit nennt Moto Morini Ende 2027.

Das hohe Windschild und die geometrisch gestalteten LED-Leuchten bestimmen die Front.

FAQ zur neuen Moto Morini Camel

Wie viel Leistung hat die Moto Morini Camel? Der 670-cm³-Reihenzweizylinder leistet laut Hersteller 82 PS beziehungsweise 60 kW bei 10.000 U/min und liefert 70 Nm bei 7.000 U/min. Eine gedrosselte A2-Version ist ebenfalls vorgesehen.

Welche Räder und Federwege bietet die Camel? Die Speichenräder messen vorne 21 und hinten 18 Zoll und tragen schlauchlose Reifen. Beide voll einstellbaren Federelemente bieten 250 mm Federweg, die Bodenfreiheit beträgt 280 mm.

Wie schwer ist die neue Camel und wann kommt sie? Moto Morini nennt 200 kg Trockengewicht, 850 mm Sitzhöhe und 20 Liter Tankinhalt. Die neue Camel soll Ende 2027 erhältlich sein.