Honda in 25 Jahren 1000PS, unser strengster Maßstab

Warum wir kein Motorrad so hart bewerten wie eine Honda

Fireblade, CBF 600, Africa Twin, Hornet und das erste Elektromotorrad: Wie Honda in 25 Jahren 1000PS zur Marke wurde, bei der wir am strengsten hinschauen, erzählt mit dem, was wir damals gesagt haben, samt Irrtümern und Prognosen.

by nastynils on 14.10.2026

Es fällt mir … schwer, echte Kritikpunkte an dieser Honda zu finden. Denn wie üblich lässt Honda sehr wenig Ansatzpunkte für Kritik übrig. So stand es im Jänner 2008 auf 1000ps.at, nach dem Test der CBR 1000 RR. Fünfzehn Jahre später, im September 2023, sagten wir denselben Gedanken von der anderen Seite: Bei mir ist es so, dass ich kein Motorrad so hart bewerte wie eine Honda, weil ich an Honda die höchsten Erwartungshaltungen habe hinsichtlich Qualität. Dazwischen liegen rund 500 Artikel und 545 Videos. Mehr als jede neunte Minute, in der wir auf YouTube über eine Motorradmarke gesprochen haben, galt Honda, nur über BMW haben wir mehr geredet. Krise und Insolvenz kommen in unseren Honda-Videos praktisch nicht vor. Dafür zieht sich ein anderes Wort durch alle 25 Jahre: Zuverlässigkeit. Bei Honda ist sie kein Thema, sie ist der Maßstab. Daran muss sie sich messen lassen.

Eingetragene Schuhe statt Fireblade-Glanz

In unseren ersten Jahren gab es noch keine Videos, nur das Magazin, und dort 55 Honda-Geschichten zwischen 2002 und 2009. Die erste im Archiv ist eine Fireblade, im August 2002: Schlank, schnell und sexy steht die Fireblade SC50 im Jahr 2002 da. Geprägt hat unseren Blick auf die Marke aber nicht der Supersportler, sondern ein Vernunftmotorrad. Die CBF 600 fuhren wir 2004 als Dauertester, und im Zwischenbericht vom August steht bis heute die kürzeste Beschreibung dessen, was Honda für uns ausmacht: Fühlt sich jedesmal so an, als würde ich meine eigenen, eingetragenen Schuhe wieder anziehen, weil die einfach am besten passen. Kein Adrenalin, kein Winddruck, einfach passen. Dabei war die CBF für uns mehr als die brave Schwester der Hornet, nämlich das erste Bike einer neuen Klasse, das mehr Elemente in sich vereint als es bisher üblich war. Die Schuhe tauchen noch öfter auf. Sie heißen nur jedes Mal anders.

Fast 100 PS um 6.990 Euro und ein Fels in der Brandung

2005 wurde der Preis Teil des Urteils, und das blieb so. Im Honda-Vergleich vom Juli 2005 schrieben wir über die Hornet: Um 6.990 Euro bekommt man fast 100 PS, ein cooles Design, ein flinkes Radl … Im Oktober folgte die CB 1300 S, und selten haben wir ein Motorrad so sehr als Charakter beschrieben wie dieses große Naked Bike: Ein Fels in der Brandung und ein treuer unbestechlicher Freund! Die CB 1300 S rettet auch den miesesten Tag. Dazu die Erklärung, warum sie so aussah, wie sie aussah: sitzt in der Big-Naked-Bike Abteilung bei Honda seit 25 Jahren der gleiche Typ am Zeichenbrett. Selbst beim Supersportler, der CBR 1000 RR im Dezember 2005, war die Pointe nicht der Punch, sondern die Erziehung: Die 172 Pferde sind keine wilden Araberhengste sondern folgsame Fiaker Rösser. Platt gesagt: Honda baute 2005 Motorräder, denen man vertraut, bevor man sie liebt.

Der Kulturschock Hornet und die erhörten Gebete

Überraschen konnte uns Honda trotzdem. Im Dezember 2006, bei der CBR 600 RR, wunderten wir uns über eine ungewohnt stille Präsentation: Im Normalfall mussten die Journalisten vor den Testrunden eine Powerpoint Gehirnwäsche über sich ergehen lassen. Diesmal nicht: Kein vorweggenommenes Urteil, kein Eigenlob nur ein verdächtig dezentes Lächeln im Gesicht des Vortragenden. Da war was im Busch! Im Februar 2007 brach Honda dann unsere Erwartung beim Design: Hornet 2007 ein Kulturschock. Ging bei der Präsentation des letzten Hornet Modells 2005 lediglich ein Raunen durchs Publikum, so führten die ersten Bilder der 2007er Variante für tumultartige Szenen im Hornet-Fanblock. Im April 2008 kam die CB1000R: Honda hat die Bitten und Gebete erhört: Endlich gibts eine ausgewachsene Hornisse. Über die alte 900er Hornet fiel dabei ein Urteil, das du dir für später merken kannst: Zu wenig bissig, zu bieder. Dieser Vorwurf kehrt in dieser Geschichte wieder, nur in anderen Worten.

ABS wird Massenware und Honda bremst als Erster

Die zweite Überraschung betraf die Sicherheit. Im Juli 2007 ordneten wir ein, wer das ABS am Motorrad üblich gemacht hat: BMW und Honda waren jene Motorradhersteller welche das Thema ABS am Motorrad aktiv in die Breite getragen haben. … mit der CBF 600 von Honda wurde das ABS dann zur echten Massenware. Im Juni 2008 nannte ein Honda-Techniker das Ziel: Bis zum Jahr 2010 möchten wir alle Motorräder über 250 ccm mit ABS ausstatten. Am 23. Dezember 2008 stand die CBR mit kombiniertem Renn-ABS auf der Strecke: Honda bringt als erster Hersteller ein komplett neues Bremssystem und es funktioniert vom Fleck weg ohne die kleinste Macke. Ein Rennfahrer sagte uns: In ein paar Jahren wird es ganz normal sein, mit elektronischer Bremshilfe auf der Strecke anzugreifen. Eine mutige Ansage bei einer Marke, die laut unserem Test vom Jänner 2008 sonst ohne irgendwo anzuecken baute. Wie sie ausging, steht am Ende.

Kurze Clips, dünnes Archiv und ein nachgetankter Verbrauch

Am 27. April 2010 filmten wir Honda zum ersten Mal. Die ersten Jahre sind im Archiv mager: 108 Videos in fünf Jahren, die Hälfte davon kürzer als drei Minuten, und von 2010 bis 2013 stehen pro Jahr nur zwei bis sieben echte Honda-Geschichten im Magazin. Was Honda baute, sieht man trotzdem: Dinge, die es so noch nicht gab, und wir prüften lieber selbst nach. Über den Crossrunner hieß es im April 2011: Der erste Eindruck war falsch, der zweite überraschend. Crossover ist cool! Beim NC700X im November 2011 fuhren wir zur Tankstelle: Honda hat ja viel Wind gemacht, um den angeblich niedrigen Verbrauch. 6.49 Liter mussten bei mir nachgetankt werden für eine Strecke von 149 Kilometern. Das macht echte 4.36 l/100 km. Auf der EICMA 2013 staunten wir dann: Die haben zwölf Modelle präsentiert. Das ist ein Wahnsinn eigentlich.

Marktführer für Einsteiger und der Streit um die Automatik

2014 wurde Honda in unseren Videos zur Marke der Vernunft, und wir sagten das offen, samt Nebenwirkung. Zur CBR650F im Juni 2014: Wie gesagt, die spezialisieren sich dermaßen aufs Einsteigersegment. Jetzt ist schon ewig nichts ganz arg Sportliches nachgekommen. Auf der NC750X im Juli hieß es: Honda ist, finde ich, wirklich marktführend bei den Motorrädern für Wiedereinsteiger und Einsteiger. Aber eben auch: Es ist kein Motorrad fürs Herz. Seit Februar 2014 war zudem das Doppelkupplungsgetriebe in unseren Videos, von Anfang an Streitthema: Ich darf eigentlich nicht Automatik sagen, Honda ist ein bisschen gereizt, wenn man das Automatik nennt. Einer von uns hielt mit seinen eigenen Autos dagegen, einem Porsche und einem Mercedes-AMG, beide mit Doppelkupplung: Hat noch niemand gesagt zu mir, es wären uncoole Autos. Warum soll das nicht auch so bei den Motorrädern irgendwann funktionieren? Ob der Streit gut ausging, erfährst du weiter unten. Kleiner Hinweis: Honda hatte recht.

Honda NM4 Vultus

Ein schmutziger Prototyp beendet das Warten

Am 12. November 2014 stand auf der EICMA ein Vorserienmodell, und wir sagten in die Kamera: Ich glaube seit Anbeginn von 1000PS ist kein Tag vergangen, an dem nicht irgendwer eine neue Africa Twin gefordert hat. Ein Jahr später, im Dezember 2015, bin ich die Honda CRF1000L Africa Twin in Südafrika gefahren, zwei Tage im Gelände und auf der Straße. Die Sitzposition passte mir vom ersten Tag an. Nur eines nervte mich: ein Motorrad, das so viel Freiheit schenkt und einen trotzdem ständig bevormundet. Im Video ging es dann nicht um Leistung, sondern um das, was diese Marke für uns ausmacht: Die Maschine wird übrigens in Japan produziert und Leute, die Honda kennen, wissen, dass das natürlich die höchste mögliche Qualität überhaupt ist, was ein Motorrad haben kann. Da steht nicht, wie sie fährt, sondern wo sie gebaut wird. Und bei Honda reichte uns das 2015 als Argument.

Honda CRF1000L Africa Twin

2016 gehört jede zweite Honda-Minute der Africa Twin

2016 war das Jahr des Ausbruchs. Mehr als jede zweite Minute, in der wir in diesem Jahr über Honda-Modelle gesprochen haben, galt der Africa Twin, und fast jede siebte Minute unserer Markenredezeit auf YouTube ging an Honda, mehr als in jedem Jahr davor. Zwischen 2015 und 2019 war Honda damit unsere Nummer zwei, hinter BMW. Im Gelände fiel im August 2016 das Urteil: Die geht aber mehr fürs Gelände als eigentlich fast alle anderen Big Enduros. Also das ist echt ein großer Wurf von Honda. Denen ist da echt was gelungen. Und die Kundschaft sah es genauso: Es bestätigen aber auch die Verkaufszahlen. Das geht weg, das Motorrad, wie die warmen Semmeln. Die Leute haben darauf gewartet. Ein Modell hat aus einer Marke, die wir respektierten, eine gemacht, die wir mochten. Bei Honda ist das ein größerer Schritt, als es klingt.

Honda CRF1000L Africa Twin

Perfekt gemacht! 600.000 Kilometer

Was in diesen Jahren nicht passierte: Unsere Kritik blieb dieselbe wie 2008. Über die CB650F schrieben wir im August 2016: Die Honda will nicht auffallen, übertreiben oder gar wheelen. Sie will einfach unkompliziert funktionieren und dem Besitzer jahrelang Freude bereiten. … Dennoch hätte ich mir persönlich in Summe etwas mehr Emotion gewünscht. Lob für den Handwerker, nicht für den Rockstar. Die Zuverlässigkeit dahinter war keine Floskel, sondern eine Anekdote mit Tachostand. In einer Gebrauchtliste im März 2017 stand die Varadero auf Platz drei, weil unser Kilometerfresser Varahannes … bereits knapp 600.000 Kilometer auf seiner Honda am Tacho stehen hat unglaublich. Sechshunderttausend. Da kommen viele in zehn Motorradleben nicht hin. 2018 sprachen wir über kein Honda-Modell so viel wie über die neue Gold Wing, gut jede vierte Honda-Minute des Jahres: Es wurde an der neuen Goldwing wirklich fast alles besser als an der alten. Es gibt nur ein paar kleine Abers.

Honda CB650F
Honda Gold Wing

Die einzig schöne Reiseenduro bekommt zehn Jahre

Im Mai 2019 bekannten wir uns zur Africa Twin so offen, wie wir es selten tun: Aus meiner Sicht, ganz persönliche Meinung, die einzig schöne Reiseenduro am Markt, die einzige Reiseenduro, die ich mir jemals als Bildschirmhintergrund genommen habe. Und dann der Satz, der eine Prognose war: Für mich in Summe eine Reiseenduro, die fantastisch ausgestattet ist und die wahrscheinlich so 10 Jahre lang noch bleiben kann. Zehn Jahre, ab 2019. Wir kommen darauf zurück. Ich habe die Prognose dann gleich selbst auf die Probe gestellt: 2020 bin ich zehn Tage lang mit meinem Sohn quer durch Österreich gefahren, auf der Honda CRF1100L Africa Twin Adventure Sports 2020, Steiermark, Niederösterreich, Ostalpen. Am Ende der Tour stand für mich fest: Das ist weiterhin ein Traummotorrad. Keine Rennstrecke, kein Pressetest, einfach zehn Tage Vater und Sohn auf einem Motorrad. Genau so entsteht Vertrauen in eine Marke, nicht am Prüfstand.

Die radikalste Fireblade und ein verlorenes Publikum

Dann wurde die Fireblade radikal. Angekündigt hatten wir die CBR1000RR-R am 4. November 2019 als Bruch: Also ist doch ein radikaler Bruch mit dem, was Honda bisher gemacht hat. Bei der Vorgängerin, erinnerten wir uns im selben Video, war das Ziel ein anderes: Ziel war nicht die schnellste Rundenzeit bei der Entwicklung, Ziel war das beste Supersportmotorrad zu entwickeln. Jetzt zählte die Rundenzeit, und 2020 gehörte fast ein Drittel unserer Honda-Modellzeit der Fireblade, so viel wie nie bei einem Honda-Supersportler. Im Jänner 2020 beschrieben wir das Dilemma: Einerseits möchte man dem Kunden ein überwältigendes 217PS Racingbike bieten. Fahrbar für eine breite Masse wird es durch die Elektronik. Doch wir sahen auch die Rechnung für die Jahre ohne Angriff: All die Jahre haben sie in dem Bereich jetzt Kunden verloren, aber auch Händler verloren, die sich da engagieren, auskennen. Der Satz von 2014, dass ewig nichts Sportliches nachkam, hatte seinen Preis.

Betonung auf hatte, dann ist die Transalp zurück

Der eigentliche Umbau lief daneben, leiser als jede Fireblade. Zur NT1100 fassten wir ihn im Oktober 2021 so zusammen: Honda hatte ein Problem, Betonung auf hatte. Es gab zu viele Modelle mit zu wenig Synergieeffekten, das heißt nicht genug gleiche Bauteile, weshalb die Produktion natürlich sehr teuer war. Die Antwort war der Baukasten: gleiche Teile für mehrere Modelle. Am 8. November 2022 kam die Antwort auf eine alte Forderung: Es ist ein guter Tag, Enduro Fan zu sein. Und gleich danach: Die Transalp ist zurück. Im März 2023 fuhren wir sie und fanden den alten Geist wieder: Sie ist noch immer im Geiste, genau wie die Alte, nämlich eben kein Bike für die Vollstrecker, sondern ein Bike für den vernünftigen Alltagsfahrer oder den entspannten Weltenbummler. Erinnerst du dich an die eingetragenen Schuhe von 2004? Das hier war das gleiche Paar, nur mit Stollenprofil.

Der Budget-Deal heißt Hornet und ein Blinker läuft an

Mit dem Baukasten wurde Honda bei uns zum Preisargument. Im Mai 2023 hieß es über die neue Hornet: Ich finde die Honda Hornet hat so ein bisschen diesen VW-Golf-Charakter für mich. Das funktioniert tadellos. Das ist super. Das gibt es schon ewig. Das ist ausgereift. Und im Naked-Bike-Vergleich im September 2023: Der Budget-Deal ist einfach die Honda Hornet, man hat sich das gar nicht vorstellen können, aber es ist so. Genau in diesem Moment wurde unsere Qualitätsfrage schärfer. Im Transalp-Test vom September 2023 lieferten wir die Begründung für den strengen Maßstab gleich mit: Wir haben im Test sogar die Situation gehabt, erstmals bei einer Honda, glaube ich, überhaupt, dass ein Blinker angelaufen ist. Ich würde es bei keiner anderen wahrscheinlich erwähnen, bei einer Honda erwähne ich schon. Ein angelaufener Blinker. Bei einer anderen Marke ein Schulterzucken, bei Honda ein Absatz im Test. Das ist kein Kleinkram, das ist der Deal.

2024 reden wir über Honda so viel wie nie zuvor

2024 war unser Honda-Jahr: 52 Videos, und jede sechste Minute, in der wir über eine Motorradmarke sprachen, galt Honda, beides Höchstwerte. Im März 2024 bestätigten die Leser unseren Maßstab: 62% der Abstimmenden attestieren Honda Motorrädern eine hohe Zuverlässigkeit. BMW kam auf 59 Prozent. Unser strenger Blick ist also keine Redaktionsmarotte, sondern ein Versprechen, das viele mit dem Flügel verbinden. Bei der CB1000 Hornet im Dezember 2024 sagten wir: Mit dem Preis, wie wir es vorher genannt haben, ist das eine richtige Kampfansage.

Dieselbe Hardware, erst jetzt ein echtes Adventure-Bike

Bei der Transalp mussten wir uns dann selbst korrigieren. 2024 hatten wir Hondas eigene Lesart noch so wiedergegeben: Für Honda ist die Transalp keine Offroad-Maschine, für Honda ist die Transalp eine super robuste, zuverlässige Alltagsmaschine, mit der man auch da oder dort ein bisschen Schotter fahren kann. Dann kam die Modellpflege. Im Juni 2025: ist deswegen jetzt erst für mich, die neue Transalp, ein echtes Adventure-Motorrad. Der Clou: wir haben dieselbe Hardware. Das heißt, das haben sie nur mit einer anderen Abstimmung erreicht. Im Offroad-Test im Juli 2025 das Resümee: Das 2025er Update hat sich als sehr gelungen entpuppt. Und das vor allem wegen des verbesserten Fahrwerks. Getragen wird die Marke bei uns inzwischen von der Hornet: mehr als jede dritte Minute unserer Honda-Modellzeit 2025, vier von zehn Minuten 2026. Die Fireblade, 2020 noch das große Thema, kommt seit 2024 nicht einmal mehr auf jede zwanzigste Minute.

Rotstift, Ölablass-Schraube und 551 Fahrzeuge im Rückruf

Dass der strenge Maßstab kein Selbstzweck ist, zeigte sich 2025 und 2026. Im August 2025, CB1000 Hornet SP gegen BMW S 1000 R, hieß es noch: Auch wenn es eher mit dem Rotstift hier gearbeitet wurde, ist es immer noch Honda Qualität. Ich glaube, die wird immer noch laufen in 20 Jahren, wenn man sie richtig wartet. Im selben Monat notierten wir zur Hornet 750: Die Hornet zeigt sich als äußerst zuverlässiges Motorrad. Aber auch: 2025 kam es zu einem Rückruf wegen einer potenziell undichten Ölablass-Schraube dieser wurde von Honda behoben. Am 19. Jänner 2026 wurde es größer: Honda Austria hat nun auch für den österreichischen Markt bestätigt, dass die Modelle CB1000 Hornet, CB1000 Hornet SP sowie CBR600RR Teil einer Sicherheitsrückrufaktion sind, 551 Fahrzeuge in Österreich, erhöhter Ölverbrauch. Ein angelaufener Blinker war 2023 ein Absatz. Das hier ist ein Kapitel.

Der Platzhirsch DCT und zwei Kupplungen für die Ewigkeit

Die Automatik, über die wir 2014 gestritten haben, ist inzwischen Hausmacht. Im November 2025 eröffneten wir den Vergleich der Schaltsysteme so: Das Doppelkupplungsgetriebe DCT von Honda ist der Platzhirsch. Daneben hat sich Hondas E-Clutch dazugesellt. Den Beweis für die Haltbarkeit lieferte im Februar 2026 unser Vielfahrer Hannes mit seiner Africa Twin mit DCT: Er hat nach 400.000 km nicht einmal die zwei Kupplungen seiner Maschine tauschen müssen. Also das ist mal wirklich ein Beweis der Standhaftigkeit. Und im Jänner 2026, Africa Twin gegen BMW R 1300 GS auf Gran Canaria, entschied nicht die Leistung: Nichtsdestotrotz schlägt bei mir das Pendel ein bisschen mehr Richtung Honda Africa Twin. Ich habe ein Stück weit mehr Vertrauen in die Marke und ich liebe die Dual Clutch Transmission. Im Testbericht stand es nüchterner: das Vertrauen in die langfristige Überlebensfähigkeit fällt momentan zugunsten der Honda aus. Die Zehnjahresprognose von 2019? Hält. Bis jetzt.

Hondas erstes Elektromotorrad kostet 15.000 Euro

Im Dezember 2023 meldeten wir: Honda will in den kommenden sieben Jahren stolze 30 Elektro-Motorräder auf den Markt bringen! Auf der Messe im Dezember 2025 stand das erste davon: Es gibt jetzt natürlich schon Elektrofahrzeuge von Honda, aber es gibt noch kein Elektromotorrad von Honda. Und das ist es jetzt, meiner Meinung nach ist es bildschön. Im Test im März 2026 ordneten wir die WN7 ein: Das hier ist ein Pendler Motorrad, mit dem man seinen täglichen Weg schafft. Und wie immer rechneten wir nach: Aber vom Händler aus kostet die neue WN7 15.000 Euro. Das ist nicht wenig Geld … Da platziert sich die WN7 dann doch eher am teureren Ende. Im Juli 2026 in den Alpen gefiel sie uns trotzdem: Das ist so ähnlich wie ein Mountainbike mit knapp 70 PS. Und das macht richtig Laune. Ob aus einem Elektromotorrad dreißig werden, sagt unser Archiv noch nicht.

Die Abrechnung mit unseren eigenen Honda-Prognosen

Jetzt die Abrechnung mit uns selbst. 2008 sagte uns ein Rennfahrer, elektronische Bremshilfe auf der Strecke werde bald normal sein. Eingetroffen: Wörter wie Elektronik, Fahrmodi und Assistenzsysteme fallen in unseren Honda-Videos heute fast viermal so oft wie in den ersten Videojahren. Aber in der Praxis demontieren alle Rennfahrer nach wie vor ihr ABS System - zu lange Leitungen! 2014 fragten wir, warum Doppelkupplung nicht auch am Motorrad funktionieren soll. 2025 ist das DCT der Platzhirsch. 2014 klagten wir, dass ewig nichts Sportliches nachkomme. Es kam, 2020, der radikale Bruch. Und 2023 sagten wir, wir bewerten kein Motorrad so hart wie eine Honda. 2026 kam der Rückruf für 551 Fahrzeuge. Trotzdem hat sich unsere Meinung nicht geändert. Denn auch die Kunden sind bei Honda kritischer als bei anderen Marken : "Öl nachfüllen? - nicht bei meiner Honda! Das soll der Händler beim Service machen!" Honda hat das Thema ernst genommen, gründlich reagiert, gelernt! Ich denke, das wird ihnen nicht mehr passieren!

Über diese Serie zum 25. Geburtstag von 1000PS.at

Im Oktober 2001 ging 1000PS.at als Diplomarbeitsprojekt von Nils Müller an der Fachhochschule Wiener Neustadt online. Daraus ist eine Plattform gewachsen, die Motorradjournalismus, Community und digitale Lösungen für die Branche verbindet. Zum 25-jährigen Jubiläum im Oktober 2026 blicken wir in dieser Serie auf die Entwicklung der Motorradmarken zurück aus einem Vierteljahrhundert eigener Berichterstattung, mit vielen selbst gefahrenen Kilometern und jener Neugier, die uns seit dem ersten Tag antreibt: Was kommt als Nächstes?