BMW Motorrad auf der EICMA 2026 mit M 1000 RS

BMW Motorrad auf der EICMA 2026 mit M 1000 RS

Ein Naked Bike Überflieger und zwei leiwande 450er

Auf der EICMA 2026 klettere ich bei BMW Motorrad einfach auf die Bühne. Oben steht die M 1000 RS, das exklusivste Naked Bike der Saison, daneben die F 450 R und die F 450 RR, die sich überhaupt nicht klein anfühlen.

nastynils

nastynils

Veröffentlicht am 6.11.2026

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Am Stand von BMW Motorrad auf der EICMA 2026 in Mailand gehe ich einfach auf die Bühne hinauf. Das ist ein forscher Einstieg, aber er lohnt sich, denn oben steht die M 1000 RS. Bisher hat man gedacht, die M 1000 R sei bei den Naked Bikes von BMW das Ende der Fahnenstange. Doch jetzt steht noch etwas darüber. Daneben, mit stolz geschwellter Brust, warten die Einsteiger: die F 450 R als Naked Bike und die F 450 RR als Supersportler, beide mit 48 PS und damit tauglich für den A2-Führerschein. Zwischen diesen beiden Polen liegt eine Bandbreite, die mich an diesem Stand am meisten beeindruckt. Dazu kommen eine neue Farbe für die R 12 G/S, drei grüne Nürburgring-Editionen und ein Rennspielautomat, der mein Selbstbild als Motorradfahrer ins Wanken bringt. Aber der Reihe nach.

Die M 1000 RS ist der Naked Bike Überflieger der Saison

Die M 1000 RS ist das absolute, ultimative Übereisen. Laut BMW leistet sie 218 PS und wiegt 196 kg fahrfertig vollgetankt. Bei diesen Leistungsdaten ist das gewaltig. Überall steckt das edelste Zeug drin: matte Carbon-Winglets, eine Titan-Komplettanlage, ein gebürsteter Aluminiumtank und das Heck der M 1000 RR. Technische Basis ist die M 1000 R mit M Competition Paket, die RS steht also über der M 1000 R und über der S 1000 R. Im Naked-Bike-Bereich gibt es wohl kaum etwas Exklusiveres. Weltweit baut BMW nur 1.000 Stück, ab März 2027 stehen sie bei den Händlern, in Italien ab 41.240 Euro. Vom Haben-wollen-Effekt her kann ich mir gut vorstellen, dass die RS jetzt erstmals an die Streetfighter von Ducati herankommt. Wer das Besondere sucht und es sich leisten kann, findet hier sein Traummotorrad.

Die F 450 R ist das Naked Bike auf Basis der GS

Weiße BMW F 450 R in Seitenansicht auf dem Messestand

Der Zweizylinder aus der F 450 GS liefert laut BMW 48 PS und schon ab 3.000/min 80 Prozent des Drehmoments.

Gleich daneben steht die F 450 R. Den Motor kennen wir schon, er hat sich in der F 450 GS bewährt, hat dort seine Fangemeinde gefunden und gut funktioniert. Laut BMW leistet er 48 PS und 43 Nm, 80 Prozent davon schon ab 3.000/min. Das Motorrad wiegt 175 kg fahrfertig, in Deutschland startet es bei 6.490 Euro, verfügbar ab Juni 2027. Ich setze mich drauf, um die Größe einzuordnen. Kompakt und leicht ist sie, aber nicht klein. Auf dieser Basis rollt BMW jetzt ein ganzes Produktuniversum aus. Wer möchte, bekommt im Innovationspaket die Easy Ride Clutch, mit der man ohne Kupplungshebel anfahren kann, so wie man es von der Enduro kennt. Wer den A2-Führerschein frisch in der Tasche hat und trotzdem ein erwachsenes Motorrad will, sollte sich diese 450er genau anschauen.

Das BMW Bedienkonzept funktioniert auch bei den 450ern

Was mich an der F 450 R am meisten überzeugt, ist ein sehr großes Asset von BMW: die hochwertige Anmutung der Bedienelemente. Gute Drehgriffe, gute Schalter und genau das gleiche Konzept wie bei den größeren Motorrädern, inklusive des leiwanden BMW-Displays. Bei der Vielzahl an elektronischen Features, Gadgets und Einstellmöglichkeiten, die Motorräder heute haben, ist diese Logik aus meiner Sicht führend. BMW hat vor Jahren einen Weg gefunden und verfolgt ihn konsequent. Du setzt dich drauf, drückst ein bisschen herum und kennst dich aus. Das klingt banal, ist bei so viel Elektronik aber Gold wert. Für Einsteiger ist das ein echter Vorteil, denn wer von der 450er später auf ein größeres BMW-Modell umsteigt, muss nichts neu lernen.

Die F 450 RR macht die kleine Supersport Klasse bunter

Weiße BMW F 450 RR in M-Farben seitlich auf dem Messestand

Design nach Vorbild der S 1000 RR samt Winglets, dazu 48 PS und damit tauglich für den A2-Führerschein.

Und jetzt kommt es: Das gleiche Paket gibt es auch als Doppel-R, also als Supersportler. Damit haben wir in dieser kleinen Supersportklasse eine richtig schöne Auswahl, denn einige Hersteller haben in diesem Hubraum- und Preissegment Motorräder. Der 420-cm³-Reihenzweizylinder aus der F 450 GS ist für den Supersport abgestimmt, laut BMW mit 48 PS, 177 kg fahrfertig und einem Design nach Vorbild der S 1000 RR, Winglets inklusive. In Österreich startet sie laut BMW bei 7.100 Euro. Ich setze mich auch hier drauf, und es ist leiwand. Wieder das bekannte Bedienkonzept, dazu der Zubehörkatalog, aus dem man sich Teile anschrauben kann. Was mich überrascht: Die 450er wirken im Sattel nicht klein oder schäbig, sondern wie richtig schöne, lässige Motorräder. Sitzbank, Hebel, Verarbeitung, alles hat eine tolle Anmutung, mit der man gern unterwegs ist.

Grau und Rot für die R 12 G/S, Grün für den Nürburgring

Grüne BMW M 1000 XR Nürburgring Edition auf dem EICMA-Messestand in Mailand

Jede Nürburgring-Edition baut BMW nur 100 Mal, mit Carbonrädern und Nordschleifen-Silhouette am Tank.

Bei der F 450 entdecke ich auch eine blau-weiße Lackierung, die ich so noch nicht kannte. Und dann die R 12 G/S in Grau und Rot, mit rotem Rahmen und grauem Tank. Wir haben bei 1000PS eine gekauft, die weiße, aber diese Farboption ist natürlich auch leiwand. Dann geht es ins Epizentrum des Stands, und da ist was los: die Nürburgring-Editionen. Die M 1000 RR, die M 1000 R und die M 1000 XR tragen zum 100. Geburtstag des Nürburgrings ein sattes Grün. Laut BMW gibt es jedes Modell nur 100 Mal weltweit, mit Nordschleifen-Silhouette am Tank, Carbonrädern und dem Schriftzug "one of 100" am Airbox-Deckel. Grüne BMW? Ja, das steht ihnen ausgezeichnet. Daneben steht die Langstrecken-WM-Maschine samt Pokal. Ich finde es immer leiwand, wenn ein Hersteller seine Rennmaschinen mitbringt und zeigt, wo die Serie herkommt.

Am Rennspielautomaten scheitere ich an der ersten Kurve

Was ich nie verstanden habe, sind diese Automaten mit Motorradspielen. Ich halte mich für einen guten Motorradfahrer. Am BMW-Automaten schaffe ich trotzdem die erste Kurve nicht. Komplett unrealistisch, denke ich mir, das Ding hat mit echtem Motorradfahren nichts zu tun. Dann setzt sich der Nächste drauf, und der fährt komischerweise relativ gut. Er schafft die Kurve, und die nächste auch. Wieso kann der das so gut? Ich habe immer geglaubt, es liegt am Spiel. Dabei liegt es an mir. Das zerstört gerade mein ganzes Weltbild. Vielleicht sollte ich mich an solchen Geräten einfach öfter blamieren, statt sie zu belächeln. Wer am Stand vorbeikommt und ein paar Minuten Zeit hat, sollte sich trauen: Lachen über sich selbst gehört auf einer Messe genauso dazu wie das Staunen über die Motorräder.

BMW im EICMA-Video von der M 1000 RS bis zur F 450 RR

Wer die neuen BMW nicht nur lesen, sondern sehen will: Mein vierstündiger Rundgang über die EICMA 2026 läuft auf dem 1000PS-YouTube-Kanal. Der BMW-Teil beginnt nach etwa zwei Stunden und 21 Minuten, hier geht es direkt zum BMW-Stand. Zu sehen sind die M 1000 RS auf der Bühne mit all ihren Carbon- und Titanteilen, meine Sitzproben auf der F 450 R und der F 450 RR samt Blick auf Schalter und Display, dazu die R 12 G/S in Grau und Rot. Danach geht es zu den grünen Nürburgring-Editionen, zur Langstrecken-WM-Maschine und zu meinem kläglichen Versuch am Rennspielautomaten. Wer weiterschaut, bekommt mehr als 40 weitere Messestände von Honda über Ducati bis KOVE, mit Sitzproben, Standgesprächen und klaren Urteilen. Vier Stunden EICMA zum Nachschauen, ohne Gedränge und ohne Messeeintritt.

Daten-Kasten BMW Motorrad auf der EICMA 2026 im Überblick

  • M 1000 RS: 218 PS, 196 kg fahrfertig vollgetankt, Sitzhöhe 850 mm, 16,5 l Tank, 0 auf 100 km/h in 3,2 s, 283 km/h, weltweit 1.000 Stück, ab März 2027, Italien ab 41.240 Euro
  • F 450 R: 48 PS bei 8.750/min, 43 Nm bei 6.750/min, 175 kg fahrfertig, Sitzhöhe 790 mm, Deutschland ab 6.490 Euro, ab Juni 2027
  • F 450 RR: 420 cm³ Reihenzweizylinder, 48 PS bei 8.750/min, 43 Nm, 177 kg fahrfertig (178 kg mit Easy Ride Clutch), Sitzhöhe 790 mm, 14 l Tank, 177 km/h, Österreich ab 7.100 Euro
  • M 1000 RR, M 1000 R und M 1000 XR Edition 100 Jahre Nürburgring: Nürburgring-Grün, Carbonräder, je 100 Stück weltweit

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