Kawasaki KX450F 2027 im Test: Das neue Motocross-Biest

Kawasaki KX450F 2027 im Test: Das neue Motocross-Biest

Kawasaki's Motocross Flaggschiff kommt mit voller Ausstattung!

Kawasaki stellt das Motorrad des MXGP Weltmeisters 2025 nun für jeden in die Auslage. Die neue KX450F wurde an vielen Stellen optimiert, und ist damit zu einem echten Racebike mit überkompletter Ausstattung mutiert.

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Veröffentlicht am 21.10.2026

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Test und Bericht: Jonas Ederer

Kawasaki hat die neue KX450F beim Media Launch auf Rocco's Ranch in der Nähe von Barcelona vorgestellt. Das Update für das Modelljahr 2027 ist umfangreicher, als es auf den ersten Blick aussieht: neue Airbox, neuer Auspuff, überarbeitetes Fahrwerk, Brembo-Bremsen und eine deutlich erweiterte Elektronik mit App-Anbindung. Laut Präsentation ist die KX450F damit mehr Racebike denn je. Ob das stimmt, konnte ich auf einer anspruchsvollen 1,8 Kilometer langen Strecke mit 17 Sprüngen selbst herausfinden. Zur Strecke gehörten unter anderem ein 45 Meter langer Triple, eine Pyramide, eine Doubles-Zone und eine schnelle Passage im dritten und vierten Gang. Also die richtige Spielwiese für eine 450er!

Basics zur Kawasaki KX450F 2027

Die größten Änderungen betreffen den Motor. Kawasaki hat Ansaugkanal, Airbox, Auspuffrohr und Schalldämpfer neu gestaltet. Der Einlasskanal ist schmaler geworden. Damit wird das Ansprechen im unteren Drehzahlbereich verbessert bringt mehr Leistung bei hoher Drehzahl. Der Luftfilter hat 29 Prozent mehr Fläche, ist widerstandsfähiger gegen eindringenden Sand und reduziert das Ansauggeräusch. Die Einspritzdüse sitzt nun in einem Winkel von 90 statt 40 Grad zum Drosselklappengehäuse. Dazu kommt eine überarbeitete Abstimmung des Steuergeräts. Das Ziel sind ein kräftigeres Drehmomentgefühl und ein direkteres Ansprechen am Gas.

Ein überarbeiteter Rahmen sorgt für mehr Wendigkeit, eine neue Schwinge für mehr Traktion am Hinterrad. Der Schalldämpfer ist nicht mehr konisch, sondern gerade. Bei gleichem Volumen ist er 300 Gramm leichter, erfüllt die strengeren Lärmvorschriften 2027 und sorgt für einen sportlicheren Look. Auch am Chassis hat Kawasaki gearbeitet: • Der neue Heckrahmen aus hochfesten Materialien spart 200 Gramm. • Die Schwinge hat einen neu geformten Querschnitt für eine optimierte Steifigkeit. • Zwei zusätzliche Kettenglieder (116 statt 114) schieben die Hinterachse um 5 Millimeter nach hinten. Der Radstand wächst dadurch von 1.480 auf 1.485 Millimeter. • Die Showa-Gabel mit 49 Millimeter Durchmesser und Schraubenfeder ist 350 Gramm leichter und hat neue Innereien mit kleineren Dämpfungskolben. • Die obere Aufnahme des Federbeins wurde für mehr Steifigkeit neu geformt. Die Bremsanlage kommt jetzt komplett von Brembo. Vorne mit Stahlflexleitung und einer 270-Millimeter-Scheibe von Sunstar. Hinten verbaut Kawasaki erstmals bei einer 450er-Motocrosserin Brembo-Pumpe und -Sattel mit einer 240-Millimeter-Scheibe.

Das Bodywork ist kompakter geworden. Die Kühlerspoiler haben eine neue Form für bessere Ergonomie, und die Sitzbank bekam ein rutschfesteres Material spendiert. Der Lenker lässt sich in vier Positionen montieren (Standard, 25 Millimeter vor, 15 Millimeter vor, 10 Millimeter zurück), ist serienmäßig recht schmal geraten. Die Fußrasten kann man wie gewohnt bei Kawasaki in zwei Positionen verstellen (Standard oder 5 Millimeter tiefer). Serienmäßig sind ein Renthal-Fatbar-Lenker, ODI-Lock-On-Griffe und Dunlop-Reifen (MX34F vorne, MX34 hinten) montiert. Zur Haltbarkeit und Qualität nennt Kawasaki Zahlen aus dem Rennsport: Romain Febvre bestritt als Weltmeister 2025 alle 20 und 2026 alle 19 Grand Prix. 2026 beendete er 37 von 38 Läufen, nur ein Lauf in Spanien endete wegen eines Sturzes vorzeitig.

Elektronik: Mappings und Traktionskontrolle per App

Neu ist die Steuerung über die App „Rideology The App KX2“. Zur Konnektivitätsausstattung gehört ab Werk eine GPS-Einheit am Motorrad, das sich mit dem Smartphone verbinden lässt und elegant im vorderen Kotflügel integriert wurde. Über die App stehen fünf Mappings von Mild bis Aggressiv zur Verfügung. Zwei frei konfigurierbare Speicherplätze erlauben es, Einspritzmenge und Zündzeitpunkt individuell anzupassen. Gewechselt wird zwischen zwei Mappings per Taster am Lenker, welche sich nicht immer gleich auf den ersten Knopfdruck betätigen lassen. Auch die Traktionskontrolle (KTRC) hat zwei Modi und lässt sich auch komplett ausschalten. In der App kann man die Eingriffsstärke auf Low, Standard oder High stellen. Dazu gibt es eine Launch Control mit drei Stufen und einstellbarer Drehzahlbegrenzung, die mit beiden Tastern gleichzeitig aktiviert wird. Außerdem bietet die App ein Monitoring, mit dem sich der Zustand des Motorrads jederzeit prüfen lässt. Zur Kontrolle der GPS-Funktion zeigt sie dabei die Position des verbundenen Motorrads an. Dazu kommt ein Betriebsstundenzähler, ein Handbuch für Fahrwerks- und Einspritzabstimmung sowie Trip Logs zur Fahranalyse.

Jetzt ans Eingemachte: Wie fährt sich die KX450F?

Motor: Der Motor ist aggressiv, aber auf eine angenehme Art. Das Drehzahlband ist sehr linear. Die Leistung kommt gleichmäßig, die Motorbremse fällt gering aus. Kawasaki verspricht mehr Biss im unteren Bereich und eine bessere Mitte, und genau diesen Charakter habe ich als angenehm aggressiv empfunden. Vibrationen sind allerdings schon spürbar.

Elektronik: Von den beiden Mappings hat mir das weniger aggressive besser gefallen. Die Traktionskontrolle speziell am Anfang bei schlammigen Bedingungen ist deutlich spürbar, greift aber nicht zu stark ein. Ein positiver Nebeneffekt: Sie hilft gegen Armpumpen.

Fahrwerk und Handling: Das Fahrwerk spricht am Anfang angenehm an und wird dann zunehmend härter, was mir gut gefallen hat. In den Kurven zeigt sich die KX450F von ihrer wendigen Seite. Die Balance ist weitgehend neutral, beim Absprung wirkt das Motorrad eher hecklastig. Kawasaki setzt mit dem um 5 Millimeter längeren Radstand auf mehr Stabilität. Ein leichtes Lenkerpendeln auf der Geraden war bei mir trotzdem zu spüren.

Ergonomie: Im Tankbereich fühlt sich die Kawa sehr schmal an, und das gefällt mir. In der Mitte und im hinteren Bereich ist die Kawasaki etwas breiter. Dort hatte ich ein gutes Gefühl und einen guten Anpressdruck. Bei der Sitzposition hat man den Eindruck, dass entweder die Sitzbank tief oder der Lenker hoch ist. Seine Position lässt sich in vier Stufen verstellen, nach Einstellung nach persönlichen Vorlieben passt die Position viel besser.

Kupplung und Bremse: Die hydraulische Kupplung verrichtet unauffällig ihren Dienst. Die Brembo-Bremsen funktionieren auf gewohnt hohem Niveau. Nur bei der Hinterbremse fiel eine hohe Temperaturentwicklung auf. Details: Der Luftfilterkasten lässt sich ohne Werkzeug leicht öffnen und der Filter ist ohne herum fummeln einfach zu wechseln. Ein Vorsatz der die Luftzufuhr ändert, kann einfach montiert werden und beeinflusst so das Drehmoment der Kawa.

Auch als KX450FX erhältlich

Für den Cross-Country-Einsatz gibt es die KX450FX mit gleichem Motor, gleichem Chassis und denselben technischen Updates. Sie unterscheidet sich durch die Radkombination 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten, Dunlop-EN91-Enduroreifen, angepasste Federraten und Dämpfung sowie einen Seitenständer. Damit eine alternative bei CrossCountry Rennen und klassischen Enduro Rennen wo keine Zulassung notwendig ist.

Wie viel kostet eine Kawasaki KX450F?
Hier findest du einen Überblick über das Preisniveau von neuen und gebrauchten Motorrädern!
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Kawasaki KX450F 2027 - Erfahrungen und Expertengutachten

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Die KX450F 2027 hat nicht nur ein kleines Update mit Feinschliff erhalten, sie ist mit all den Eingriffen zu einem sehr ernsten Rennmotorrad gereift und hinsichtlich Ausstattung und Elektronik ganz nach vorne gefahren. Romain Fabvre ist mit der neuen KX450F Basis nicht zufällig Weltmeister geworden! Der Motor überzeugt mit einem angenehm aggressiven Charakter und einem sehr linearen Drehzahlband. Dazu kommen ein wendiges Kurvenverhalten, einem ausbalancierten Fahrwerk und geringem Gewicht. Auch die Ausstattung mit Brembo-Bremsen, verschiedenen Mappings, Launch Control, Traktionskontrolle und umfangreicher App ist auf absolut höchstem Niveau. Kleine Schwächen sind lediglich leichte Unruhe auf schnellen Geraden und spürbaren Vibrationen vom Motor auszunehmen.


angenehm aggressiver Motor mit sehr linearem Drehzahlband und wenig Motorbremse

wendiges Kurvenverhalten

für eine 450er ziemlich leicht

Fahrwerk spricht angenehm an und wird zunehmend härter

schmaler Tankbereich

Brembo-Bremsanlage

Mappings, und Launch Control, per App einstellbar

Traktionskontrolle spürbar, aber nicht zu eingreifend

Luftfilterkasten leicht zu öffnen und zu wechseln

GPS ab Werk

Preis

leichtes Lenkerpendeln auf der Geraden

spürbare Vibrationen

schmaler Lenker

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Quelle: 1000PS

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