KTM 690 SMC R 2026 Test – Stunts und Kurvenräubern in Barcelona

KTM 690 SMC R 2026 Test – Stunts und Kurvenräubern in Barcelona

Stärkerer LC4-Motor trifft auf agiles Supermoto-Handling

Wenn ein Motorrad sofort dieses Grinsen unterm Helm auslöst, dann weiß man: Das Bike funktioniert. Genau so fühlt sich die neue KTM 690 SMC R an.

Bernd

Bernd

Veröffentlicht am 16.4.2026

8 184 Aufrufe

Rund um Barcelona, auf den kurvigen Straßen im Hinterland, zeigt sie ziemlich schnell, worum es bei diesem Bike geht: leichtfüßiges Handling, ein kräftiger Einzylinder und dieses typische Supermoto-Gefühl, bei dem man das Motorrad mit Leichtigkeit durch die Kurve fährt. Da kommen bei mir viele schöne Erinnerungen an meine eigene Supermoto-Zeit hoch. Ich kenne die erste 690 SMC noch aus der Zeit vor knapp 20 Jahren – und genau deshalb ist es beeindruckend zu sehen, wie sich dieses Konzept weiterentwickelt hat. Die neue Generation bleibt ihrem Charakter treu, wirkt aber erwachsener, präziser und moderner als viele ihrer Vorgänger.

Supermoto-Evolution im Jahr 2026

Die KTM 690 SMC R ist auch 2026 wieder die stärkste Einzylinder-Supermoto – und versucht gar nicht erst, etwas anderes zu sein. Gleichzeitig bekommt das Segment aktuell wieder neuen Aufwind. Modelle wie die Stark Varg SM, Ducati mit ihrer Einzylinder-Hypermotard oder die wiederbelebte Suzuki DR-Z 400 zeigen, dass Supermoto wieder stärker in den Fokus rückt. KTM bleibt konsequent beim klassischen Single-Konzept. Mit inzwischen 79 PS aus 693 Kubik wirkt der LC4 alles andere als schwach. Gleichzeitig bleibt das Bike mit rund 162 Kilogramm fahrfertigem Gewicht angenehm leicht und extrem agil. Man merkt sofort: Dieses Motorrad wurde gebaut, um Spaß zu machen.

Der überarbeitete LC4 zeigt sich drehfreudig

Der LC4-Motor dreht beim Aufdrehen richtig beherzt hoch und macht genau das, was man von einem starken Einzylinder erwartet. Ab etwa 3.000 U/min schiebt der Motor ordentlich an und baut sauber Druck auf – ohne dieses An/Aus älterer Vergaser-Einzylinder, aber trotzdem mit spürbarem Punch. Man spürt sehr früh, was das Motorrad macht – und genau das gibt Vertrauen. Der klassische Langhub-Charakter mit 105 mm Bohrung und 80 mm Hub sorgt für genau dieses typische Gefühl: viel Drehmoment, viel mechanisches Feedback und eine direkte Verbindung zwischen Gasgriff und Hinterrad. Leider ist der Sound durch die Euro-5+ Homologation deutlich zahmer geworden. Der typische Einzylinder-Charakter bleibt aber erhalten. Vibrationen gibt es natürlich noch – allerdings deutlich kultivierter als bei älteren Generationen. Kurz gesagt: Der LC4 fühlt sich immer noch wie ein echter Einzylinder an – nur moderner.

KTM 690 SMC R 2026

Die KTM 690 SMC R beweist sich im Test auf den kurvigen Straßen Barcelonas

Fahrwerk mit sportlichen Ambitionen

Supermotos leben vom Fahrwerk – und genau hier habe ich der 690 SMC R auf die Zähne gefühlt. Die WP-Komponenten bieten vorne 215 mm Federweg und hinten 240 mm. Funktioniert auf der Straße gut. In schnellen Kurven bleibt das Motorrad stabil, gleichzeitig bleibt es extrem agil. Auf den kurvigen Straßen rund um Olesa de Bonesvalls merkt man schnell, dass die Gabel ab Werk eher komfortabel abgestimmt ist. Wer sportlicher fährt und härter bremst, wird vorne wahrscheinlich etwas mehr Druckstufe einstellen wollen. Genau das habe ich auch gemacht und die Druckstufe der Gabel deutlich erhöht – bis zum Maximum. Nach dem Umstellen des Fahrwerks entsteht noch einmal deutlich mehr Vertrauen ins Vorderrad und die Balance zwischen Gabel und Stoßdämpfer passt damit deutlich besser zum Supermoto-Charakter für mich. Der Chrom-Molybdän-Rahmen vermittelt dieses typische Supermoto-Gefühl: direkt, präzise und sehr kommunikativ. Man spürt sofort, was das Vorderrad macht. Und genau das ist der Punkt, an dem Supermoto richtig Spaß macht. Man kann spät bremsen, das Motorrad leicht quer einlenken und früh wieder ans Gas gehen.

Elektronik zwischen Serie und Aufpreis

Die Elektronik der 690 SMC R ist modern, bleibt aber angenehm übersichtlich. Das TFT-Display ist gut ablesbar und logisch aufgebaut. Man findet sich schnell zurecht, ohne lange durch Menüs klicken zu müssen. Serienmäßig gibt es zwei Fahrmodi, Traktionskontrolle und ABS mit Supermoto-Modus. Dabei lässt sich das ABS hinten deaktivieren – ein Muss für jeden, der gerne auf der Strecke unterwegs ist und mit querstehendem Hinterrad in die Kurve driften möchte. Die Traktionskontrolle arbeitet relativ transparent im Hintergrund. Wer es klassisch mag, kann sie komplett deaktivieren und das Hinterrad selbst arbeiten lassen. Das optionale Tech Pack erweitert die Einstellmöglichkeiten um Funktionen wie Wheelie-Control, Motorschleppmoment-Regelung und zusätzliche Track-Funktionen. Der aufpreispflichtige Quickshifter funktioniert sehr sauber – sowohl beim Hoch- als auch beim Runterschalten. Für mich definitiv eine klare Empfehlung.

Ducati und Husqvarna im direkten Vergleich

Im Einzylinder-Supermoto-Segment hat die KTM durchaus Konkurrenz. Die Ducati Hypermotard 698 Mono setzt ebenfalls auf einen starken Einzylinder und kombiniert das Ganze mit umfangreicher Elektronik. Die Husqvarna 701 Supermoto teilt sich technisch viel DNA mit der KTM, ist aber optisch und ergonomisch etwas anders ausgerichtet. Auch Modelle wie die Aprilia Dorsoduro spielen in dieser Kategorie eine Rolle, setzen allerdings auf V2-Motoren und fühlen sich dadurch deutlich anders an.

Alltag zwischen Ampeln und Stunts

Auch wenn die SMC R klar auf Fahrspaß ausgelegt ist, lässt sie sich im Alltag überraschend gut bewegen. Die Sitzhöhe von 899 mm ist für große Fahrer problemlos. Für mich mit 176 cm Körpergröße ist sie noch gut machbar, kleinere Piloten müssen beim Rangieren allerdings etwas mehr arbeiten. Durch die aufrechte Sitzposition und den breiten Lenker fühlt sich das Motorrad auch im Stadtverkehr gut kontrollierbar an. Der Einzylinder läuft bei niedrigen Drehzahlen etwas rau, bleibt aber insgesamt kultiviert genug für den Alltag. Langstrecken sind natürlich nicht die Stärke einer Supermoto – dafür ist die Sitzbank zu schmal und der Komfort begrenzt. Für kurze Strecken, kurvige Landstraßen oder spontane Wheelie-Einlagen auf abgesperrten Strecken ist die SMC R aber genau in ihrem Element.

KTM 690 SMC R 2026

Action und Vielseitigkeit vereint: Die KTM 690 SMC R verkörpert das klassische Supermoto-Konzept

KTM 690 SMC R 2026 - Wichtigste Spezifikation

Motor und Antrieb

Bohrung105 mm
Hub80 mm
Leistung79 PS
Drehmoment73 Nm
GemischaufbereitungEinspritzung
StarterElektro
KupplungAntihopping
AntriebKette
GetriebeGangschaltung
Ganganzahl6
Zylinderzahl1
Taktung4-Takt
Ventile pro Zylinder4
VentilsteuerungKipphebel, OHC
Kühlungflüssig
SchmierungDruckumlauf
Hubraum692.7 ccm

Fahrwerk vorne

AufhängungTelegabel Upside-Down
MarkeWP
Durchmesser48 mm
Federweg215 mm
EinstellmöglichkeitDruckstufe, Zugstufe

Fahrwerk hinten

AufhängungZweiarmschwinge
FederbeinMonofederbein
AufnahmeUmlenkung
MarkeWP
Federweg240 mm
EinstellmöglichkeitDruckstufe, Federvorspannung, Zugstufe

Chassis

RahmenChrom-Molybdän
RahmenbauartGitterrohr
Lenkkopfwinkel63 Grad
Nachlauf107 mm

Bremsen vorne

BauartEinzelscheibe
Durchmesser320 mm
KolbenVierkolben
Technologieradial
MarkeBrembo

Bremsen hinten

BauartScheibe
Durchmesser240 mm
KolbenEinkolben
AufnahmeSchwimmsattel
MarkeBrembo

Fahrassistenzsysteme

AssistenzsystemeABS, Fahrmodi, Kurven-ABS, Ride by Wire, Traktionskontrolle,

Daten und Abmessungen

Reifenbreite vorne120 mm
Reifenhöhe vorne70 %
Reifendurchmesser vorne17 Zoll
Reifenbreite hinten160 mm
Reifenhöhe hinten60 %
Reifendurchmesser hinten17 Zoll
Radstand1476 mm
Sitzhöhe von899 mm
Gewicht trocken (mit ABS)153.5 kg
Gewicht fahrbereit (mit ABS)162 kg
Tankinhalt13.3 l
FührerscheinklassenA
CO²-Ausstoß kombiniert96 g/km
Euro-NormEuro 5+
Bodenfreiheit237 mm

Ausstattung

AusstattungConnectivity, LED-Scheinwerfer, TFT Display, USB-C-Buchse, , ,
Wie viel kostet eine KTM 690 SMC R?
Hier findest du einen Überblick über das Preisniveau von neuen und gebrauchten Motorrädern!
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KTM 690 SMC R - Erfahrungen und Expertengutachten

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Die KTM 690 SMC R bleibt auch 2026 das, was sie immer war: eine echte Spaßmaschine auf zwei Rädern. Wenn Vertrauen und Gefühl zum Motorrad da sind, wird spätes Bremsen, leicht quer einlenken und früh wieder ans Gas fast schon selbstverständlich. Der überarbeitete LC4 liefert ordentlich Leistung, das Fahrwerk funktioniert gut und lässt sich auf die eigenen Fahrerwünsche anpassen. Die Elektronik bietet genau so viel Unterstützung, wie man wirklich braucht. Es gibt Motorräder, die man einfach nur fährt – und es gibt Motorräder, mit denen man direkt spielt. Die 690 SMC R gehört definitiv zur zweiten Kategorie.


Starker Einzylinder-Motor

Agiles Handling

Einstellbares WP-Fahrwerk

Brembo-Bremsanlage

Typischer Supermoto-Charakter

Vorderradgabel ab Werk etwas weich abgestimmt

Einige Features nur im Tech Pack

Begrenzter Langstreckenkomfort

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Quelle: 1000PS

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