Mit dem SportAttack 5 will Continental erneut bewiesen, dass sie bereit sind, bestehende Maßstäbe in der Welt der sportlichen Straßenreifen herauszufordern. Während der Vorgänger SportAttack 4 bereits viele Fahrer überzeugt hatte, war klar, dass für die neue Generation, neue Ideen und neue Wege notwendig sind. Während der letzten drei Jahre wurde intensiv an der Verbesserung im Bereich Agilität, Grip, Stabilität und Laufleistung gearbeitet. Das Ziel war eine sportliche Ausrichtung, die sich in 80% Straße und 20% Renntrecke aufteilt. Einen sogenannten rennstreckentauglichen straßenzugelassenen Sportreifen.

Continental SportAttack 5: Neuer Sportreifen für Straße und Track
Mehr Grip, Präzision und Performance beim Fahren
Der neue Continental SportAttack 5 soll als komplett neu entwickelter Sportreifen die Lücke zwischen Straße und Rennstrecke noch enger schließen.
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Martin_Bauer
Veröffentlicht am 1.4.2026
Wir hatten die Gelegenheit den Reifen in Cartagena genau in diesen Disziplinen, auf verschlungenen Küstenstraßen bis hin zur Rennstrecke, die ihre eigenen Herausforderungen bereithielt, zu testen. Diese Rahmenbedingungen sollten einen guten Eindruck über die Performance des neuen Sportreifens sorgen. Doch zuvor vielleicht noch ein Blick über die Neuerungen:
Technische Neuerungen: Ein Reifen neu gedacht
Die Entwicklung des SportAttack 5 begann „mit einem weißen Blatt Papier“. So beschreibt es Malte Bigge, der tief in die Entwicklung eingebunden war. Kein Stein blieb auf dem anderen, keine bestehende Technik wurde einfach übernommen. Die Karkasse, das Compound, die Art des Stahlgürtels, das Profildesign – alles wurde überdacht.
Eine der Neuerung ist die variable Wicklung des Stahlgürtels, der für Radialreifen ein unverzichtbares Bauteil darstellt. Während das Material in der Reifenmitte besonders dicht gelegt ist, wird es zu den Seiten hin lockerer. Das Resultat: in tiefer Schräglage entsteht ein größerer Aufstandsbereich, der den Sidegrip optimieren soll. Gleichzeitig bleibt das Motorrad in aufrechter Position agil, leicht steuerbar und stabil.
Die Mischung wurde ebenfalls völlig überarbeitet. Durch die Integration eines neuen Silicas und einen überarbeiteten Mischprozess soll die Haftung auf trockener und nasser Straße gleichzeitig verbessert werden. So soll der Reifen sofort guten mechanischen Grip entwickeln, selbst bei kühlen Temperaturen, und sich sehr schnell aufwärmen. Dazu soll auch die größerer Gummimenge beitragen, die mehr Walkenergie und somit Wärme erzeugt. Mehr Gummi ist normalerweise auch schwerer, doch die abgespeckte Konstruktion kombiniert mit reduzierter Stahlmenge, ergibt trotzdem ein geringeres Gesamtgewicht, was Handlichkeit und Reaktionsfreudigkeit positiv beeinflussen soll.

Der Continental SportAttack 5 ermöglicht ein festes Gripgefühl und jede Menge Fahrspaß
Das Profildesign ist ein weiterer Schlüssel zur Performance. Der Mittelbereich ist nahezu Slick-artig gestaltet, was die Laufleistung und die Stabilität beim Geradeausfahren erhöht. Auch an der Flanke wurde der Profilanteil verringert und hilft der neuen Gummimischung dadurch den Grip in Schräglage zu verbessern. Auch die Art des Profils hat sich nochmals geändert und unterstützt so nochmals die Arbeit des Gummis.
Auch auf das Trennmittel zur leichteren Entnahme des Reifens aus der Form, kann durch eine spezielle Technik entfallen. Das hilft gerade auf den ersten Metern nach der Montage, den Reifen sofort belasten zu können. Das ist zwar keine Neuheit beim Sport Attack5, trotzdem freut es, diese Eigenschaft auch hier wieder vorzufinden.
Der Testtag in Cartagena: Straße, Kurven, Vertrauen
Der Tag in Cartagena begann früh bei kühlen 10 Grad und die Straßen waren ebenfalls noch kühl und leicht feucht von der Nacht. Mit den frisch montierten Reifen ist das normalerweise ein sehr unangenehmer Zustand, denn einen neuen Reifen unter diesen Bedingungen anfahren zu müssen, ist nicht die liebste Aufgabe eines Motorradfahrers. Nachdem aber beim SportAttack 5 kein Trennmittel auf der noch unberührten Reifenoberfläche vorhanden ist, gestaltet sich dieser Prozess deutlich angenehmer. Zusätzlich ist die Oberfläche leicht angeraut und sorgt dafür, dass der Reifen vom ersten Meter an mechanischen Grip entwickelt.
Dadurch ist das Vertrauen zum Reifen sehr schnell vorhanden und benötigt nicht mehrere Kilometer wie das normalerweise der Fall ist. Zusätzlich gibt er sich auch im kalten Zustand sehr zugänglich und ist beim Einlenken sehr neutral. Das Motorrad bleibt stabil, aber lebendig, lenkt präzise ein und vermittelt ein sicheres Gefühl, selbst auf den kühleren Abschnitten des Asphalts. Auf der BMW S1000RR, einem sehr stabilen Sportbike, zeigt sich die gelungene Balance zwischen Stabilität und Agilität deutlich. Der Reifen vermittelt in jeder Kurve ein „Grounding“-Gefühl, das einem gutes Feedback bis zum Grenzbereich liefert, ohne die Dynamik zu dämpfen.
Auf den teils überhandlichen Naked Bikes, wie der BMW S1000R, wirkt der Effekt noch deutlicher. Diese Modelle neigen von Haus aus zu einer etwas zappeligeren Reaktion, besonders bei schnellen Richtungswechseln. Hier zeigt der SportAttack 5 seine größte Stärke: das Motorrad wird beruhigt, bleibt in der Linie stabil, während das Vorderrad präzise auf jede Bewegung reagiert. Kurvenradien lassen sich variabel ansteuern, das Feedback ist konstant und vorhersehbar, ein großer Vorteil für Fahrer, die ihre Linie exakt kontrollieren wollen. Der Grip liegt auf den unterschiedlichen Straßenbelägen im oberen Bereich und liefert das, was man sich von einem sportlichen Straßenreifen vorstellt.
Rennstrecken-Eindruck: Stabilität, Sidegrip und Kontrolle
Nach einigen Stunden auf den Straßen der Umgebung ging es auf die Rennstrecke. Cartagena präsentierte sich mit schwierigen Bedingungen: Saharastaub in Kombination mit Regen hatten die Strecke verschmutzt und die Haftung reduziert. Dennoch lieferte der SportAttack 5 ein gutes Performance-Level. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten fühlte sich das Motorrad stabil an, Bodenunebenheiten wurden effektiv ausgeglichen und das Feedback des Vorderrads war konstant.
Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit des Reifens, die Balance zwischen Grip und Kontrolle zu halten. In Schräglage spürt man das Maximum an Seitenhalt, das Hinterrad baut guten Sidegrip auf und überträgt die Kraft beim Herausbeschleunigen mit kontrollierbaren Slides. Die variable Wicklung sorgt dafür, dass der Aufstandsbereich je nach Schräglage optimal genutzt wird und ein echtes Plus, wenn man schnell auf den Punkt fahren will.
Selbst in den kritischeren Bereichen der Strecke, bei Bodenwellen oder Übergängen von Asphalt zu leicht verschmutztem Untergrund, vermittelt der neue Conti ein beruhigendes Gefühl. Fahrer können die Linie halten, ohne Unsicherheiten zu verspüren – ein entscheidender Vorteil für Trackdays oder ambitionierte Rennstreckeneinsätze.

Der Continental SportAttack 5 überzeugt ebenfalls beim Test auf der Rennstrecke
Natürlich können Slicks, die rein auf Rennstreckeneinsätze optimiert sind, auch mehr an Grip liefern. Besonders bei langen Distanzen und heißen Temperaturen sind Straßenmischungen schnell am Limit. Bei unseren Bedingungen von 15 Grad, war das aber kaum ein Thema. Uns machte eher die stark verunreinigte Strecke zu schaffen. Der Reifen konnte deshalb sein Können nicht ganz unter Beweis stellen. Da ich aber den Reifen bereits unter guten Bedingungen auf der Rennstrecke bewegen konnte, weiß ich von seinen Qualitäten. Im Unterschied zur Konkurrenz kommt Conti mit einer Single Compound, also nur mit einer Mischung über die gesamte Reifenbreite aus. Hierbei konnte ich aber keinen Nachteil feststellen.
Eine Aussage bezüglich Laufleistungen ist nur schwer zu tätigen, da wir an nur einem Tag keine aussagekräftige Distanz zurücklegen konnten. Hier können wir uns nur auf die Aussagen von Conti verlassen, die eine verbesserte Laufleistung schon allein aufgrund des dickeren Gummiquerschnitts erwarten lässt. Nach einem halben Tag Rennstrecke zeigt sich der Reifen vom Abriebbild her von seiner guten Seite. Natürlich haben wir wie nach geplanten Einsatzbereich, den Reifen auch auf der Rennstrecke ohne Heizdecken gefahren. Auch hier zeigt sich das große Temperaturfenster, bei dem der Reifen funktioniert. Trotzdem ist es auch hier so, dass der Reifen im warmen Zustand mehr Grip liefert als gleich beim Losfahren, nur der Unterschied ist nicht so dramatisch wie bei einigen anderen Reifen. Den großen Vorteil im Nassgripverhalten konnten wir dank schönem Spanienwetters nicht ausprobieren. Auch hier verspricht Conti einiges.

Luftdruckänderungen bringen neue Eindrücke
Was aber überraschte, dass der Reifen mit sehr hohen Luftdrücken gefahren werden kann. Der ursprünglich eingestellte Luftdruck 2,5 bar vorne und 2,9 bar hinten, stieg auf der Rennstrecke nach schnellen Turns aufgrund der steigenden Reifentemperatur hinten teilweise bis auf 3,5 bar. Normalerweise funktioniert ein Reifen mit diesen Luftdrücken nicht mehr und man ist gezwungen den Luftdruck zu senken. Durch die neue Konstruktion geht das aber erstaunlich gut und selbst die Eigendämpfung leidet nicht darunter. Das zeigt, dass der Reifen eher mit höheren Drücken gefahren werden sollte, als man das bisher gewöhnt war. Für mich waren zumindest auf der Renntrecke Luftdrücke auch bei Straßenreifen über 2,5 bar eher kontraproduktiv. „Again what learned“ wie man im besten Denglisch sagen würde.
Verfügbarkeit, Größen und Produktion
Der SportAttack 5 wird in Korbach, Deutschland, hergestellt, die Entwicklungsarbeit erfolgt in Hannover. Continental testet die Reifen auf dem Contidrom, in Texas und in Spanien, um alle Bedingungen abzudecken – von Hochgeschwindigkeit über Nässe bis zu extremen Kurvenbelastungen.
Erhältlich ist der SportAttack 5 in allen gängigen sportlichen Größen: vorne 120/70, hinten 160/60, 180/55, 190/55 und 200/55. Laut Conti sind die meisten Größen bereits vorbestellbar, und innerhalb der nächsten Wochen sollte der Reifen flächendeckend verfügbar sein.
Fazit: Ein neuer Maßstab für sportliche Straßenreifen?
Der Continental SportAttack 5 ist weit mehr als ein evolutionäres Update. Er ist ein komplett neu entwickelter Reifen, der Agilität, Stabilität, Grip und Rückmeldung auf ein neues Niveau hebt. Auf der Straße vermittelt er sofortige Reaktion, Präzision und Vertrauen; auf der Rennstrecke überzeugt er durch Grounding, Sidegrip und berechenbares Grenzbereichsverhalten.

Continental hebt das Maß an Möglichkeiten
Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit: Der Reifen funktioniert auf Naked Bikes, sportlichen Straßenmaschinen und Supersportlern gleichermaßen hervorragend. Fahrer erleben ein harmonisches Zusammenspiel, das sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Rennstreckenfahrern Sicherheit, Kontrolle und Fahrspaß bietet.
Der SportAttack 5 ist damit ein Reifen, der nicht nur in Datenblättern glänzt, sondern auch subjektiv überzeugt. Wer einen Reifen sucht, der Straße und Rennstrecke gleichermaßen meistert und ein direktes, präzises Fahrgefühl vermittelt, findet hier ein echtes Highlight und eventuelle einen potenziellen neuen Benchmark in dieser Klasse.
Continental SportAttack 5: Neuer Sportreifen für Straße und Track Bilder
Quelle: 1000PS