Triumph Tiger 1200 2027: Rally jetzt mit 19-Zoll-Vorderrad
Vier Varianten, mehr Leistung und weniger Sitzhöhe
Auch die Rally rollt künftig auf 19 und 17 Zoll. Dazu kommen 158 PS, ein automatisch absenkendes Fahrwerk und Radar vorne wie hinten. Was die vier Varianten unterscheidet und wie viel der Einstieg kostet.
Triumph Tiger 1200 2027 rückt näher an die Straße
Die große Tiger bekommt für 2027 weit mehr als neue Farben. Triumph überarbeitet Motor, Fahrwerk, Ergonomie und Elektronik der Tiger 1200 und behält die vier Varianten GT Pro, GT Explorer, Rally Pro und Rally Explorer bei. Die auffälligste Richtungsänderung betrifft die Rally: Auch sie fährt künftig mit 19-Zoll-Vorderrad, 17-Zoll-Hinterrad und jeweils 200 mm Federweg. Die bisherige Kombination aus 21 und 18 Zoll mit 220 mm Federweg weicht damit einer stärker straßenorientierten Auslegung. Triumph verspricht dennoch erhaltene Geländequalitäten. Wie sich dieser Spagat in der Praxis ausgeht, muss eine erste Fahrt zeigen.
Triumph Tiger 1200: 158 PS und überarbeiteter Kardan
Der flüssigkeitsgekühlte T-Plane-Dreizylinder mit 1.160 cm³ legt um 8 PS zu und erreicht nun 158 PS bei 9.250 U/min. Das maximale Drehmoment beträgt laut Datenblatt 130 Nm bei 6.750 U/min. Dafür gibt es einen neuen Zylinderkopf, neue Kolben, leichtere Einlass- und Auslassventile, eine präzisere Einspritzung und eine optimierte Abgasführung. Geänderte Übersetzungen der ersten drei Gänge sollen mehr Drehmoment ans Hinterrad bringen. Zusätzlich nennt Triumph angepasste Primär- und Endübersetzungen, die zusammen mit mehr Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen die Kontrolle beim Rangieren und im langsamen Verkehr verbessern sollen.
Auch die Laufkultur nimmt sich Triumph vor. Optimierungen an Kurbel- und Ausgleichswelle verändern die rotierenden Massen, neue Nockenwellenprofile sollen die Ventile progressiver öffnen. Das überarbeitete Sechsganggetriebe und der weiterentwickelte Kardanantrieb sollen leiser laufen, eine präzisere Gangwahl bieten und Lastwechsel sanfter gestalten. Der Triumph Shift Assist der neuesten Generation übernimmt kupplungsfreie Gangwechsel. Die drehmomentunterstützte Mehrscheibenkupplung läuft im Ölbad. Der Kardan bleibt gerade für lange Reisen interessant, weil die regelmäßige Reinigung und Einstellung einer Antriebskette entfällt.
Triumph Tiger 1200 mit semiaktivem Showa-Fahrwerk
Alle vier Modelle erhalten Showa EERA Heightflex mit einer 49-mm-Upside-down-Gabel und einem Zentralfederbein. Die Dämpfung lässt sich per eigener Taste zwischen Firm, Medium und Soft umschalten, unabhängig von den übrigen Fahrparametern. Sensoren einschließlich einer sechsachsigen IMU liefern Daten für die laufende Anpassung von Druck- und Zugstufe. Die automatische Niveauregulierung soll Fahrhöhe und Geometrie bei wechselnder Beladung konstant halten. Ein hydraulischer Sekundäranschlag am Federbein ist für zusätzliche Kontrolle im anspruchsvolleren Gelände vorgesehen. Stahlrohrrahmen, verschraubtes Aluminiumheck und die Tri-Link-Aluminiumschwinge mit zwei Drehmomentabstützungen bleiben Teil des Konzepts.
Die GT-Varianten rollen auf Aluminiumgussrädern, die Rally-Versionen auf seitlich eingespeichten Schlauchlosfelgen. Die Reifen messen bei allen 120/70 R 19 und 170/60 R 17. Vorne arbeiten zwei 320-mm-Scheiben mit radialen Brembo Stylema Vierkolbensätteln und einer radialen Magura-HC1-Pumpe, hinten eine 282-mm-Scheibe mit Brembo-Einkolbensattel. Kurven-ABS und Kurven-Traktionskontrolle berücksichtigen Schräglage und Geschwindigkeit. Sieben Fahrmodi stehen grundsätzlich bereit: Road, Rain, Eco, Sport, Offroad sowie zwei konfigurierbare Rider-Modi. Die Rally-Modelle ergänzen Offroad Pro. Die Modi beeinflussen Gasannahme, ABS, Traktionskontrolle und Motorbremse. Die Offroad-Modi lassen sich nun auch während der Fahrt auswählen.
Triumph Tiger 1200 senkt den Sitz beim Anhalten ab
Die automatische Absenkung von Showa EERA Heightflex reduziert die Sitzhöhe beim Stillstand um 30 mm. Dazu überwacht das System Geschwindigkeit und Bremsvorgänge und senkt über die hydraulische Regelung das Heck ab. Beim Anfahren soll die reguläre Fahrhöhe innerhalb von Sekunden wiederhergestellt werden. Die Funktion arbeitet laut Triumph auch mit Sozius oder Gepäck. Der Sitz selbst lässt sich in zwei Stufen um 20 mm verstellen, ein niedriger Zubehörsitz nimmt weitere 20 mm weg. Mit diesem Sitz und aktiver Absenkung sind im Stand 790 mm möglich. In Deutschland und Österreich gehört der niedrige Sitz zum Zubehör, nicht zur Serienausstattung.
Eine weitere Funktion ist der Centre Stand Assist: Beim Ausklappen des Hauptständers erhöht das System vorübergehend die Federvorspannung und hebt das Heck an. Das soll den Kraftaufwand beim Aufbocken reduzieren, auch mit voller Beladung. Fahrer- und Soziussitz bekommen 10 mm mehr Polsterung. Beide Sitze sind bei sämtlichen Varianten serienmäßig beheizbar, ebenso die Griffe mit drei Heizstufen. Im Datenblatt nennt Triumph eine Sitzhöhe von 810 bis 860 mm, der tiefe Sitz reduziert diese Werte um 20 mm. Die niedrigste Angabe von 790 mm gilt somit ausdrücklich für die passende Sitzkonfiguration im Stand.
Triumph Tiger 1200 mit CarPlay und Android Auto
Ein neuer 7-Zoll-HD-TFT-Touchscreen von Bosch integriert Apple CarPlay und Android Auto drahtlos. Damit stehen kompatible Navigations-, Musik- und Messaging-Anwendungen bereit. Die Touchbedienung ist Geschwindigkeiten unter 2 km/h vorbehalten. Während der Fahrt wird über die Lenkerschalter oder per Sprachsteuerung mit Siri beziehungsweise Google Gemini für Android Auto bedient. Das Display besitzt optisch verklebtes, blendfreies Glas, eine automatische Helligkeitsregelung und die Schutzklasse IP6K9K. Die Schalter sind hinterleuchtet. Oben im Tank sitzt ein wasserdichtes Handyfach mit USB-C-Anschluss bis 3 A beziehungsweise 15 W. Luftkanäle und ein automatisch geregelter Lüfter sollen das Smartphone beim Laden kühlen.
Triumph Tiger 1200 bekommt Radar vorne und hinten
Die gemeinsam mit Bosch entwickelten Radarassistenten erweitern die Elektronik deutlich. Der adaptive Tempomat regelt Geschwindigkeit beziehungsweise Abstand über Gas und Bremse. Comfort und Dynamic verändern das Ansprechverhalten. Ein Überholassistent bereitet das Manöver bei gesetztem Blinker und freiem totem Winkel vor. Im Comfort-Modus kann die Kurvengeschwindigkeitsregelung in längeren Kurven Tempo reduzieren. Der Group Ride Assist berücksichtigt Geschwindigkeit und Position vorausfahrender Motorräder. Daneben gibt es eine dynamische Geschwindigkeitsregelung, die das gewählte Tempo mit Gas, Motorbremse und Bremsen hält. Der Fahrer kann festlegen, wie die einzelnen Funktionen unterstützen.
Das Frontradar ermöglicht außerdem einen Abstandsassistenten, der bei zu geringem Abstand die Beschleunigung begrenzen und bei Bedarf bremsen kann. Der Notbremsassistent kann bei einer Vollbremsung den Bremsdruck erhöhen, wenn eine mögliche Kollision erkannt wird. Die Vorwärtskollisionswarnung meldet sich zunächst im Display und bei weiter schrumpfendem Abstand mit einem haptischen Impuls am Hinterradbremspedal. Am Heck überwacht der Totwinkelassistent auch schnell näherkommende Fahrzeuge und warnt mit Leuchten in den Spiegeln. Eine weitere Warnung weist auf zu dicht auffahrende Fahrzeuge hin. Das sind Herstellerangaben zur Funktionsweise, keine Bewertung ihrer Eingriffe im Verkehr.
Triumph Tiger 1200: neue Verkleidung und Kurvenlicht
Tank, Kühlerverkleidungen, Frontverkleidung und Windschutzscheibe werden neu gestaltet. Freiliegende Rahmenpartien bleiben sichtbar, die unterschiedlichen Räder trennen GT und Rally optisch. Der kompakte adaptive LED-Projektionsscheinwerfer schaltet bei 15 und 30 Grad Schräglage stufenweise weitere LED-Elemente zur Kurvenausleuchtung zu. Ein Elektromotor korrigiert die Leuchtweite bei veränderter Fahrhöhe. Dazu kommen ein neues Tagfahrlicht und separate LED-Positionsleuchten. Am Heck kombinieren multifunktionale LED-Einheiten Blinker und Rücklicht, wodurch eine zentrale Rückleuchte entfällt.
Triumph Tiger 1200: Pro und Explorer im Vergleich
Die GT Pro und Rally Pro haben weiterhin einen 20-Liter-Tank, GT Explorer und Rally Explorer fassen 30 Liter. Beide Rally-Versionen ergänzen zu ihren Speichenrädern und Offroad Pro einen Motorschutz sowie ein einstellbares, klappbares Bremspedal. Die Explorer-Modelle erhalten zusätzlich eine Reifendruckkontrolle, eigene untere Motorschutzbügel und einen gegenüber den Pro-Modellen 10 mm höher und 10 mm breiter positionierten Lenker. Bei der Rally Explorer kommen obere Motorschutzbügel dazu. Damit unterscheiden sich die vier Varianten bei Rädern, Tank und Offroad-Ausstattung, während die gemeinsame Elektronik- und Komfortbasis erhalten bleibt.
Triumph nennt folgende fahrfertige Gewichte: 250 kg für die GT Pro, 255 kg für die Rally Pro, 260 kg für die GT Explorer und 268 kg für die Rally Explorer. Der Radstand beträgt 1.567 mm, Lenkkopfwinkel und Nachlauf liegen bei 24,3 Grad und 115 mm. Die Länge beträgt 2.258 mm, die Breite über die Handschützer 981 mm beziehungsweise 991 mm bei den Explorer-Modellen. Ohne Spiegel, mit niedriger Scheibe und deaktivierter Absenkung sind es 1.449 mm Höhe. Der angegebene Verbrauch liegt bei 5,3 l/100 km, der CO2-Ausstoß bei 120 g/km, die Abgasnorm lautet Euro 5+. Die nach EU-Verordnung ermittelten Verbrauchswerte dienen dem Vergleich und können vom tatsächlichen Fahrbetrieb abweichen.
Triumph Tiger 1200: Gepäck, Wartung und Garantie
Für die Reise bietet Triumph Zubehör für Gepäck, Schutz, Komfort und Technik an. Das mit Givi entwickelte Evo-Gepäcksystem bekommt ein neues 58-Liter-Topcase für zwei Helme, zusätzlich zur bisherigen 42-Liter-Version. Beide Aluminium-Topcases gibt es silbern oder schwarz eloxiert und mit optionalem Sozius-Rückenpolster. Passende Seitenkoffer bieten leicht zugängliche Öffnungen und optionale wasserdichte Innentaschen. Außerdem sind Trekker-Tourengepäcklösungen erhältlich. Die Wartung ist alle 16.000 km oder nach zwölf Monaten fällig, je nachdem, was zuerst eintritt. Die Presseunterlage nennt für Deutschland und Österreich vier Jahre Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung gemäß Triumph-Garantiebestimmungen bei teilnehmenden Händlern.
Triumph Tiger 1200 2027: Farben, Preise und Start
Die GT Pro wird in Saphirschwarz oder Aluminiumsilber/Pazifikblau angeboten, die GT Explorer in Aluminiumsilber/Pazifikblau oder Granit. Für die Rally Pro stehen Matt-Khaki-Grün und Aschgrau bereit, für die Rally Explorer Aschgrau/Saphirschwarz und Matt-Khaki-Grün. Laut der auf den 27. Oktober 2026 datierten Pressemitteilung sind die Modelle ab diesem Zeitpunkt bestellbar. Die Auslieferung soll im März 2027 beginnen.
In Deutschland startet die GT Pro bei 21.395 Euro, die Rally Pro bei 22.295 Euro, die GT Explorer bei 22.995 Euro und die Rally Explorer bei 23.995 Euro. Hinzu kommen händlerspezifische Liefernebenkosten.
In Österreich kostet die GT Pro ab 24.595 Euro, die Rally Pro ab 25.495 Euro, die GT Explorer ab 26.295 Euro und die Rally Explorer ab 27.295 Euro, jeweils inklusive Nebenkosten und NoVA. Bei beiden Preislisten sind vier Jahre Herstellergarantie eingeschlossen.
FAQ zur neuen Triumph Tiger 1200 Modelljahr 2027
Hat die Triumph Tiger 1200 Rally 2027 noch ein 21-Zoll-Vorderrad? Nein. Rally Pro und Rally Explorer wechseln auf 19 Zoll vorne und 17 Zoll hinten. Alle vier Varianten haben 200 mm Federweg an beiden Achsen.
Wie niedrig wird die Sitzhöhe der Tiger 1200? Mit niedrigem Zubehörsitz und automatischer Absenkung sind im Stand 790 mm möglich. Die automatische Absenkung allein nimmt 30 mm weg. In Deutschland und Österreich ist der niedrige Sitz Zubehör.
Was unterscheidet Pro und Explorer? Die Pro-Modelle haben 20 Liter Tankvolumen, die Explorer 30 Liter. Explorer ergänzen unter anderem Reifendruckkontrolle, untere Motorschutzbügel und eine geänderte Lenkerposition. Die Rally Explorer erhält zusätzlich obere Schutzbügel.
Wie viel leistet die Triumph Tiger 1200 2027? Laut Triumph liefert der 1.160-cm³-Dreizylinder 158 PS bei 9.250 U/min und 130 Nm bei 6.750 U/min.
Was kostet die neue Tiger 1200 und wann kommt sie? Die GT Pro startet in Deutschland bei 21.395 Euro zuzüglich Liefernebenkosten und in Österreich bei 24.595 Euro inklusive Nebenkosten und NoVA. Die Auslieferung ist ab März 2027 vorgesehen.