Aprilia RS 457 im 1000PS Bestzeit Test 2026
Viel Vertrauen zur Front und wenig Platz im Sattel
Die Aprilia RS 457 vermittelt in Bad Fischau jenes präzise Frontgefühl, das ich von den größeren Aprilias kenne. Beim Bestzeit Test des Modells 2026 begrenzt vor allem meine Bewegungsfreiheit den Rhythmus auf dem engen Kurs.
Wann bin ich eigentlich so präpotent geworden, ein Motorrad wie die Aprilia RS 457 einfach als klein zu bezeichnen? Wer lange in diesem Job unterwegs ist, verschiebt offenbar irgendwann seine Maßstäbe. Dabei reicht hier schon der erste Radius, um diese gedankliche Schublade wieder zu schließen. Du sitzt oben, spürst die Front und denkst nicht mehr über die Hubraumklasse nach. Du spürst eine Aprilia. Beim 1000PS-Bestzeit-Test in Bad Fischau hat mir das Modell 2026 genau dieses echte Supersportgefühl vermittelt. Die Wahrheit: Mein größtes Problem war nicht fehlendes Vertrauen ins Motorrad, sondern der Platz, den ich als großer Pilot für meine Bewegungen brauche. Zwischen diesen beiden Eindrücken spielt sich dieser Test ab.
Das Frontgefühl erinnert an die großen Aprilias
Ich würde diese Aprilia auch erkennen, wenn mir niemand vorher den Namen verrät. Spätestens in der dritten Kurve wäre die Sache für mich klar. Diese Verbindung zur Front kenne ich von der RS 660 und der RSV4: Du spürst präzise, wohin das Motorrad will, bekommst Stabilität und musst trotzdem nicht auf gutes Handling verzichten. Für mich ist das eine Stärke, die Aprilia durch ganz unterschiedliche Hubraumklassen trägt. Schon seit der Zeit, als Max Biaggi in der 250er-WM unterwegs war, verbinde ich die Marke mit diesem Gespür für Chassis und Geometrie. Auf der RS 457 kommt diese vertraute Balance wieder an. Gerade auf einem engen Kurs hilft dir das, rasch Vertrauen aufzubauen und die Radien bewusst zu fahren.
Wenig Bewegungsfreiheit für einen alten Löwen
Ich bin im Sattel leider keine geschmeidige Katze mehr. Eher ein alter, fauler Löwe im Tiergehege, der am liebsten gemütlich liegen bleibt. Beim Umsetzen von links nach rechts zeigt mir die kompakte Aprilia meine Grenzen ziemlich deutlich. Ich klemme teilweise ungelenkig im Motorrad und bekomme die Bewegung nicht so flüssig hin, wie ich sie gerne hätte. Warum weniger Hubraum bei vielen Herstellern automatisch weniger Platz bedeuten muss, erschließt sich mir nicht. Für mich war diese eingeschränkte Bewegungsfreiheit das Nadelöhr bei der Rundenzeit. Im YouTube-Video auf dem 1000PS-Kanal lässt sich das nachvollziehen. Bestzeit-Videos erscheinen teilweise erst Wochen nach dem Bericht. Wenn Du ebenfalls groß bist, prüfe beim Probesitzen deshalb auch den Raum zum Umsetzen.
Spielerisches Handling mit den Eurogrip Reifen
Die RS 457 wedelt anders durch die Radien als ihre großen Geschwister. Das kompakte Fahrzeug und der schmale Hinterreifen vermitteln ein spielerisches Gefühl, ohne dass daraus unangenehme Nervosität entsteht. Genau diese Kombination hat mir hier gefallen: leicht durch die Wechselkurven, aber mit der Stabilität, die ich an der Front suche. Die montierten Eurogrip Protorq waren für mich eine neue Erfahrung. Die Marke kannte ich, gefahren war ich ihre Reifen zuvor noch nicht. Auf dieser Aprilia haben sie gut funktioniert. Nach zehn Runden blieben rund zwei Millimeter Angststreifen übrig. Einen konkreten Schräglagenwert nenne ich nicht; dafür warte ich auf die Auswertung mit dem Ridelink Wingman im YouTube Video. Mein Eindruck im Sattel war jedenfalls zufrieden und glücklich, und darauf kommt es hier an.
Die Rundenzeit mit passenden Referenzen einordnen
Die Aprilia RS 457 von 2026 steht mit 1:07,897 auf Eurogrip Protorq bei 34 °C Asphalt in der Tabelle. Als Sportmodell-Referenzen dienen die Honda CBR500R 2024 mit 1:11,2 auf Michelin Road 6 bei 38 °C, die Kawasaki Ninja 650 A2 2021 mit 1:10,1 auf Bridgestone S22 bei 21 °C, die QJMotor SRK 600 RS 2025 mit 1:09,391 auf CST Ride Migra S3N bei 30 °C und die QJMotor SRK 921 RR 2025 mit 1:07,580 auf Pirelli Diablo Rosso IV bei 30 °C. Im zeitlich nahen Bereich liegt ergänzend die Yamaha MT-07 Y-AMT 2025 mit 1:07,760 auf Dunlop Sportmax Q5A bei 39 °C. Lies bei direkten Vergleichen Reifen und Asphalttemperatur konsequent mit, denn beides verschiebt das Ergebnis spürbar.
Zehn Aufwärmrunden bis zum Vertrauen in die Front
Wie schnell vertraust Du einem Motorrad, das Du gerade erst kennenlernst? Genau diese Frage macht 1000PS Bestzeit für mich interessant. Die Motorsportarena Bad Fischau bietet enge Kehren, Wechselkurven und kurze Geraden. Hier zählt, wie zugänglich sich ein Motorrad anfühlt, statt welche Höchstgeschwindigkeit im Datenblatt steht. Das Format gibt exakt zehn Aufwärmrunden vor. Danach folgt die gewertete Runde mit einem Start aus dem Stand nur 20 Meter vor der Zeitmesslinie. Dieser kurze Anlauf bedeutet, dass Kupplungsdosierung und Traktion die Geschwindigkeit beim Eintritt in die Messung mitbestimmen. Die Rundenzeit gehört dazu, doch die Erfahrung dahinter ist für enge Bergstraßen mindestens ebenso relevant: Wie rasch findest Du eine klare Verbindung zum Motorrad und zu seiner Front?
Die technischen Eckdaten der Aprilia RS 457
Wie viel Motorrad steckt hinter diesem kompakten Supersportgefühl? Die mitgelieferten technischen Angaben nennen einen flüssigkeitsgekühlten Reihen-Zweizylinder mit 457 cm³, 35 kW beziehungsweise 47,6 PS bei 9.400 U/min und 43,5 Nm bei 6.700 U/min. Dazu kommen ein Sechsganggetriebe, 175 kg fahrfertiges Gewicht, 797,5 mm Sitzhöhe und ein Tank mit 12,9 Litern Inhalt. Vorne ist die Reifendimension 110/70-17 angegeben, hinten 150/60-17. Diese Zahlen beschreiben die Ausgangsbasis; mein Urteil über das Frontgefühl entsteht im Sattel. Dort erlebe ich die RS 457 als modernes Produkt mit zeitgemäßen Fahrerassistenzsystemen und einer zugänglichen Preisgestaltung.
Mein Fazit nach dem Bestzeit Test in Bad Fischau
Ich bin wirklich gerne mit der RS 457 gefahren. Aprilia hat mit diesem Motorrad unterhalb der RS 660 eine Ergänzung geschaffen, die das Supersportsegment für mich bereichert. Der geringere Hubraum nimmt dem Fahrgefühl nicht jene Präzision, die ich an den größeren Modellen schätze. Auf der einen Seite stehen das spielerische Handling, die spürbare Front und die gelungene Balance samt Stabilität. Auf der anderen Seite steht meine begrenzte Bewegungsfreiheit als großer Pilot. Mein Urteil bleibt klar: Das Supersportgefühl ist da, und ich bin zufrieden aus dem Sattel gestiegen. Für Deine Entscheidung zählt deshalb besonders die Passform. Wenn Du auf der kompakten Aprilia genug Raum findest, kannst Du ihre sportliche Art auch mit Deinen Bewegungen zusammenfügen.
Partner und weitere Links zur 1000PS Bestzeit
- Zum Ridelink Wingman als Datarecording Tool.
- SP Connect Halterungen fürs Motorrad im Überblick.
- Onboardaufnahme mit der Insta360 Ace Pro 2.
- NastyNils Bekleidung bei Louis.
- Alle Videos der 1000PS Bestzeit-Serie. Die Rundenzeit steht am Videoende; Videos erscheinen teilweise erst Wochen nach dem Bericht.
- Strecke selbst befahren: Motorsportarena Bad Fischau buchen.
- Über den Autor NastyNils.
Fotos: NastyNils.
Conclusion: Aprilia RS 457 2026
Die Aprilia RS 457 präsentiert sich als ein beeindruckendes Motorrad in der A2-Kategorie, das durch seine harmonische Kombination aus kraftvollem Motor, sportlicher Fahrdynamik und ansprechendem Design überzeugt. Der Motor liefert eine dynamische Leistung und das Fahrwerk bietet ein sportliches und präzises Fahrerlebnis. Die Ergonomie und der Sound tragen ebenfalls zu einem positiven Gesamteindruck bei. Jedoch zeigen sich Schwächen im Bereich der Bremsen, insbesondere bei der Dosierbarkeit und im Verhalten des ABS-Systems im Grenzbereich.
- Kraftvoller und dynamischer Motor
- Sportliche Fahrdynamik
- Niedriges Gewicht
- Überzeugender Sound
- Gut ablesbares Display
- ABS-Regelung
- Bremsdosierung
- Komfortorientierte Sitzposition