John Doe Riding Gear im Praxiseinsatz
2.000 Kilometer Alltagstest bei Sonne, Regen und flotten Etappen
Retro-Helm, AAA-zertifizierte Jeans, wetterfester Softshell-Hoodie und luftiges Mesh-Shirt: 1000PS nahm die aktuellen John Doe Outfits bei der European Spring Rally intensiv unter die Lupe und prüfte Schutz, Komfort und Alltagstauglichkeit unter verschiedensten Bedingungen.
Retro-Look trifft moderne Alltagstauglichkeit
John Doe gehört zu jenen Marken, die Motorradbekleidung konsequent anders denken. Während klassische Motorradbekleidung oft kompromisslos funktional wirkt, verfolgt John Doe seit 2001 einen anderen Ansatz: maximale Schutzwirkung kombiniert mit urbanem Streetwear-Look. Weil das nach einer Marketing-Floskel klingt, wollten wir wissen, ob die Produkte im echten Motorradalltag tatsächlich funktionieren.
Bereits auf der letzten EICMA konnten wir uns einen ersten Eindruck vom neuen JD/One Helmet und den aktuellen AAA-zertifizierten Bekleidungsteilen verschaffen. Wirklich interessant wird Motorradbekleidung aber nicht auf einer Messe, sondern bei langen Tagen im Sattel, Regenphasen, Autobahn-Verbindungsetappen und hochsommerlichen Temperaturen.
Im Rahmen der European Spring Rally hatten wir dafür perfekte Bedingungen. Rund 2.000 Kilometer durch unterschiedlichstes Terrain, Temperaturen zwischen 5 und 30 Grad, italienischer Stadtverkehr, Nieselregen, Starkregen und staubige Küstenstraßen. Genau dort konnte unser John Doe Outfit zeigen, was es drauf hat.
JD/One Helmet im Performance Check
Der JD/One Helmet verfolgt ein recht einzigartiges Konzept: maximale Individualisierung kombiniert mit klassischem 70er-Jahre-Design und moderner Sicherheitsausstattung.
Bereits beim Auspacken fällt die extrem hochwertige Verarbeitung auf. Der Helm wirkt kompakt, sauber gefertigt und besitzt eine hervorragende Haptik. Besonders die Lackqualität des Frozen Titanium Finishs hinterlässt einen sehr hochwertigen Eindruck.
Der entscheidende Punkt bei jedem Helm bleibt aber die Passform. Und genau hier überraschte der JD/One positiv. Der Sitz fällt relativ straff aus, speziell im Bereich der Stirn und der Wangen; trotzdem entsteht kein unangenehmes Druckgefühl. Die Passform dürfte vielen europäischen Kopfformen entgegenkommen. Selbst mit meinem tendenziell langovalen Schädel funktionierte der Helm überraschend gut.
Besonders beeindruckend: Trotz des klassischen Retro-Designs fährt sich der JD/One erstaunlich modern.
Fahrkomfort des JD/One – Leise, stabil und riesiges Sichtfeld
Retro-Helme kämpfen oft mit den selben Problemen: Lautstärke, Windverwirbelungen, eingeschränkte Sichtfelder. Genau hier hebt sich der JD/One klar von vielen Mitbewerbern ab.
Mit montiertem Vollvisier dringen kaum störende Luftverwirbelungen in den Helm. Selbst schnelle Autobahnetappen bleiben angenehm ruhig - gerade auf langen Verbindungsetappen ist das ein echter Komfortgewinn.
Dazu kommt ein enorm großes Sichtfeld. Schulterblicke gelingen extrem angenehm, ohne den Kopf wie beim Exorzismus komplett verrenken zu müssen. Vor allem im dichten Verkehr oder bei schnellen Überholmanövern macht das im Alltag einen spürbaren Unterschied.
Auch das leicht getönte Visier erwies sich als guter Kompromiss - bei normalem Tageslicht angenehm, ohne bei schlechteren Lichtverhältnissen zu dunkel zu wirken. Erst bei tief stehender Sonne stößt die Tönung etwas an ihre Grenzen. Hier würden schwarze oder verspiegelte Visiere noch besser abschirmen. Dafür behält man auch noch bei Nacht einen sicheren Durchblick.
Positiv fiel außerdem die Anti-Fog-Wirkung auf. Selbst bei Regenfahrten beschlug das Visier überraschend wenig.
Multi-Lock System – ein Helm für mehrere Einsatzzwecke
Die eigentliche Besonderheit des JD/One ist jedoch sein Multi-Lock-System. Damit lässt sich der Helm je nach Einsatzzweck umbauen. Visiere, Sonnenblenden oder Abdeckkappen können unkompliziert montiert werden.
Besonders praktisch: Das Vollvisier lässt sich vollständig entfernen, anschließend werden die Aufnahmen mit passenden Covers verschlossen. Dadurch verwandelt sich der JD/One optisch fast in einen klassischen Motocross- oder Retro-Enduro-Helm. In Kombination mit der optionalen JD/One Goggle ergibt sich ein komplett anderer Charakter. Die Brille schließt sauber am Gesicht ab, besitzt ein extrem breites Sichtfeld und verhindert störende Luftzüge an den Augen.
Gerade bei langsamen Geschwindigkeiten oder Stop-and-Go-Verkehr wird das interessant. Denn obwohl die Belüftung des JD/One grundsätzlich gut funktioniert und sauber verarbeitet ist, stößt sie bei sommerlichem Stadtverkehr irgendwann an ihre physikalischen Grenzen. Der Umbau zur offenen Variante schafft hier Abhilfe.
Technische Daten JD/One Helmet
| Beschreibung | Werte |
| Farbvariante | Frozen Titanium |
| Zertifizierung | ECE 22.06 / DOT FMVSS No.218 |
| Schalenmaterial | Fiberglass / Carbon Verbund |
| Gewicht | 1450 g +/- 50 g |
| Außenschalen | 4 Größen |
| Verschluss | Doppel-D-Ring |
| Belüftung | Vorder-/rückseitig einstellbar |
| Visier | Anti-Fog / Anti-Scratch / UV-Block |
| Innenfutter | Austauschbar & waschbar |
| Kommunikation | Vorbereitet für Lautsprecher |
| Sicherheit | E.Q.R.S. Notentriegelung |
| Preise | € 359,- Helm € 99,90 Goggle € 34,90 Schirm |
John Doe Taylor Mono Black Used Jeans
Die Taylor Mono Black Used richtet sich an Fahrer, die maximale Schutzwirkung mit möglichst wenig Stoffaufbau kombinieren möchten. Wie der Name bereits verrät, besteht die Jeans aus nur einer Stofflage. Möglich macht das ein spezielles Webverfahren, bei dem der Denim direkt mit der XTM Fiber kombiniert wird. Gerade an warmen Tagen bringt das spürbare Vorteile, weil die Hose deutlich luftiger und angenehmer zu tragen bleibt als klassische mehrlagige Motorradjeans.
Die Taylor Mono erfüllt die Schutzklasse AAA nach EN17092-2:2020 und fällt damit in die höchste Schutzkategorie für Motorradbekleidung. Laut Norm muss Bekleidung dieser Klasse einer Abriebbelastung bei Geschwindigkeiten von mindestens 120 km/h standhalten.
Im Alltag fühlt sich die Taylor Mono maßgeblich robuster an als normale Denim-Jeans. Das Material ist spürbar dicker und anfangs etwas steifer. Nach einigen Stunden im Sattel wird die Hose jedoch angenehmer und passt sich gut an. Die Passform fällt erfreulich neutral aus. Wer im Alltag beispielsweise Levis trägt, wird sich größenmäßig schnell zurechtfinden.
Besonders gelungen: Die integrierten Protektoren arbeiten extrem unauffällig. Weder Knie- noch Hüftprotektoren störten selbst bei langen Fahrtagen. Auch die Gesäßtaschen bleiben problemlos nutzbar, ohne unangenehm zu drücken.
Komfort im Alltag und bei Regen
Natürlich ersetzt die Taylor Mono keine wasserdichte Textilhose. Bei Regen saugt sich der Stoff relativ schnell voll, und darunter wird es erwartungsgemäß rasch kühler.
Interessant wurde allerdings das Verhalten danach. Sobald der Regen stoppte, trocknete die Hose im Fahrtwind erstaunlich schnell. Im Hotel angekommen musste lediglich etwas Staub abgeklopft werden und die Taylor Mono war bereit fürs Abendessen. Mit klassischer Lederbekleidung wäre das kaum möglich gewesen.
Bei cruiserartigen Sitzpositionen würden wir eher zu etwas längeren Beinlängen greifen, da die Hose im Bereich von Knöcheln und Waden leicht hochzieht.
Technische Daten John Doe Taylor Mono Black Used
| Beschreibung | Werte |
| Zertifizierung | AAA EN17092-2:2020 |
| Konstruktion | Monolayer XTM Fiber® |
| Protektoren | Knie & Hüfte Level 1 inklusive |
| Besonderheiten | Höhenverstellbare Knietaschen |
| Material | Stretch-Denim-Twill |
| Eigenschaften | Wasserabweisend & atmungsaktiv |
| Schnitt | Straight Fit |
| Preis | € 269,- |
John Doe Hoodie V3 Softshell – Die Überraschung
Der Hoodie V3 Softshell Rip Stop entwickelte sich während der Rally beinahe ungewollt zum heimlichen Star des gesamten Performance Checks. Optisch wirkt er zunächst relativ unspektakulär, funktional erwies er sich allerdings als echtes Schweizer Taschenmesser für wechselhafte Bedingungen.
Zwischen 5 und 20 Grad funktionierte das Klima unter dem Hoodie ausgezeichnet. Besonders beeindruckend war jedoch die Performance bei Regen. Während eines kurzen Starkregens lief das Wasser literweise über Vorder- und Rückseite ab. Die Ärmel waren außen vollkommen durchnässt und voller Straßenschmutz - trotzdem blieb es darunter erstaunlich trocken.
Die Kombination aus Softshell-Ripstop-Material, Waterstop-Funktion und den YKK AquaGuard-Reißverschlüssen funktioniert in der Praxis tatsächlich überraschend gut.
Alltagstauglichkeit des Hoodie V3
Besonders gelungen sind die vielen kleinen Details. Der verlängerte Rücken erhöht den Komfort in Fahrposition deutlich. Die Kapuze bildet gemeinsam mit dem Helm einen hohen Abschluss am Hals, wodurch kaum Fahrtwind unter den Helm dringt. Ein separates Halstuch war selbst bei kühlen Temperaturen kaum notwendig.
Zusätzlich lässt sich die Kapuze mit einem Druckknopf am Rücken fixieren. Dadurch flattert sie auch bei Autobahntempo nicht unangenehm herum.
Die Taschen sind sinnvoll positioniert und groß genug für moderne Smartphones. Nach Regenfahrten trocknete der Hoodie extrem schnell. Auch hier genügte meist kurzes Abklopfen des trockenen Schmutzes und das Teil sah wieder ordentlich aus.
Klar: Optisch wirkt der Hoodie weniger sportlich oder schlank als manche andere Motorradjacke. Dafür deckt er enorm viele Einsatzbereiche ab.
Technische Daten John Doe Hoodie V3 Softshell Rip Stop
| Beschreibung | Werte |
| Zertifizierung | AAA EN17092-3:2020 |
| Material | Softshell Rip-Stop |
| Wassersäule | 10.000 mm |
| Protektoren | Schulter & Ellenbogen Level 1 |
| Besonderheiten | Waterstop & AquaGuard |
| Eigenschaften | Windresistent & atmungsaktiv |
| Rückenprotektor | Nachrüstbar |
| Preis | € 299,- |
John Doe Aero Mesh Motoshirt – Maximale Belüftung
Das Aero Mesh Motoshirt richtet sich klar an Fahrer, die auch bei hohen Temperaturen nicht auf Schutzbekleidung verzichten möchten.
Der große Vorteil liegt sofort auf der Hand - die Belüftung ist enorm. Die perforierte Aero-Mesh-Konstruktion liefert selbst bei großer Hitze extrem viel Luftdurchsatz. Gerade im Stadtverkehr oder auf sommerlichen Landstraßen bleibt das Shirt angenehm luftig, dazu kommt ein sehr cooler, urbaner Look.
Allerdings bringt das Konzept zwangsläufig Kompromisse mit sich. Wetterschutz spielt praktisch keine Rolle, kühler Fahrtwind oder Regen dringen entsprechend leicht durch. Auch die Schutzklasse liegt mit AA unter jener der AAA-Produkte.
Dafür überzeugt das Shirt mit Alltagstauglichkeit. Viele Taschen, ein durchgehender Reißverschluss unter den Knöpfen und variable Ärmelabschlüsse sorgen für hohe Funktionalität.
Für heiße Sommertage, City-Rides oder entspannte Abendausfahrten ist das Aero Mesh Motoshirt die richtige Wahl.
Technische Daten Aero Mesh Motoshirt
| Beschreibung | Werte |
| Zertifizierung | AA EN17092-3:2020 |
| Konstruktion | Aero Mesh |
| Protektoren | Schulter & Ellenbogen Level 1 |
| Rückenprotektor | Optional |
| Eigenschaften | Maximale Belüftung |
| Verschlüsse | YKK-Reißverschlüsse |
| Einsatzbereich | Sommer & Stadt |
| Preis | € 219,- |
John Doe NEO Sneaker – Stylischer Motorradschuh
Der Neo XTM gehört zu jener Kategorie Motorradschuhe, die optisch kaum noch als Motorradschuhe erkennbar sind. Der Sneaker-Look funktioniert hervorragend. Gleichzeitig sorgen XTM Fiber, Knöchel-, Fersen- und Vorderfußverstärkungen für spürbar mehr Schutz als gewöhnliche Freizeitschuhe.
Besonders praktisch im Alltag: der seitliche Reißverschluss. Ein- und Ausstieg funktionieren dadurch extrem schnell.
Auch beim Fahren selbst überzeugt der Neo. Schaltvorgänge gelingen sauber und ohne Druckstellen am Vorderfuß, die vibrationsabsorbierende Sohle bietet außerdem hervorragenden Grip. Gerade auf den oft extrem rutschigen italienischen Straßen mit glattem Asphalt, Blütenstaub und Sand erwies sich das als echter Vorteil.
Schöne Optik verlangt Pflege
Perfekt blieb der Neo allerdings nicht. Das Rauleder am Vorfuß zeigte durch die Schaltvorgänge sichtbare Abnutzungsspuren. Die generelle Optik litt vor allem unter den Regenfahrten: Zwar trockneten die Schuhe schnell wieder auf, ganz spurlos gingen Wetter und Kilometer aber nicht an ihnen vorbei.
Auch die Schnürsenkel nehmen relativ schnell Schmutz auf. Wer lange Freude an der Optik haben möchte, wird den Schuh regelmäßig reinigen müssen. Trotzdem bleibt unterm Strich ein sehr gelungener Motorrad-Sneaker, der Schutz, Komfort und lässigen Look überzeugend miteinander verbindet.
Technische Daten John Doe NEO
| Beschreibung | Werte |
| Zertifizierung | EN13634:2017 |
| Farbe | Black/Brown |
| Material | Leder / Wildleder / Canvas |
| Schutz | Knöchel-, Fersen-, Vorderfußverstärkung |
| Eigenschaften | Wasserabweisend |
| Sohle | Ölresistent & rutschfest |
| Besonderheiten | Waterstop-Lasche |
| Herstellung | Handgefertigt in Portugal |
| Preis | € 199,- |
Fazit des John Doe Performance Checks
Die aktuellen John Doe Produkte zeigen, wie gut sich hoher Schutz und moderner Streetwear-Look mittlerweile verbinden lassen.
Besonders der Hoodie V3 und der JD/One Helmet hinterließen im Alltagstest einen extrem starken Eindruck. Der Helm kombiniert gelungen Retro-Design mit überraschend moderner Funktionalität. Der Hoodie überzeugte mit enormer Vielseitigkeit und beeindruckender Wetterperformance.
Die Taylor Mono Jeans bietet hohe Schutzreserven für Fahrer, die bewusst auf klassische Touringbekleidung verzichten möchten. Das Aero Mesh Motoshirt richtet sich klar an sommerliche Einsätze und liefert dort ausgezeichnete Belüftung. Der Neo Sneaker verbindet Alltag und Motorrad überraschend gelungen, verlangt optisch aber etwas Pflege.
Plus + Sehr hoher Alltagskomfort + AAA-Schutz bei mehreren Produkten + Hochwertige Verarbeitung + JD/One extrem leise trotz Retro-Look + Riesiges Sichtfeld bei Helm und Goggle + Hoodie mit überraschend guter Regenperformance + Schnelltrocknende Materialien + Urbaner Look ohne klassische Motorradoptik + Sehr gute Alltagstauglichkeit
Minus - Aero Mesh nur eingeschränkter Wetterschutz - JD/One Belüftung im Stop-and-Go limitiert - Neo Sneaker optisch empfindlich - Taylor Mono bei Regen rasch nass - Hoodie optisch etwas massiver geschnitten