Honda Fireblade vs BMW S 1000 RR – Superbike Vergleichstest

Präzision oder Agilität – welches Superbike passt besser zu dir

Zwei der stärksten Superbikes unserer Zeit im direkten Vergleich. Die Honda CBR1000RR-R Fireblade trifft auf die BMW S 1000 RR. Wir zeigen, wo sich Präzision und Agilität unterscheiden und welches Bike auf Straße und Rennstrecke wirklich überzeugt.

by 1000PS.at on 22.01.2026

Der Vergleich zwischen der Honda CBR1000RR-R Fireblade und der BMW S 1000 RR zeigt eindrucksvoll, wie eng moderne Superbikes leistungsmäßig beieinanderliegen und wie stark sich Unterschiede heute über Charakter, Fahrgefühl und Einsatzbereich definieren. Beide Motorräder repräsentieren das technisch Machbare ihrer Hersteller und richten sich klar an sportlich ambitionierte Fahrer. Dennoch verfolgen Honda und BMW unterschiedliche Ansätze, die sich sowohl auf der Rennstrecke als auch im sportlichen Straßeneinsatz deutlich bemerkbar machen.

Motorcharakter: Drehmoment oder Drehzahlmonster

Auf dem Papier trennen die beiden Superbikes nur wenige PS und Newtonmeter, doch in der Praxis offenbart sich ein klarer Unterschied in der Art der Leistungsabgabe. Die BMW S 1000 RR profitiert von ihrer variablen Ventilsteuerung, die besonders im unteren und mittleren Drehzahlbereich für spürbar mehr Durchzug sorgt. Schon aus niedrigen Drehzahlen steht ausreichend Leistung zur Verfügung, was eine flexible Gangwahl ermöglicht und vor allem auf engen Streckenabschnitten Vorteile bringt. Die Honda CBR1000RR-R Fireblade verfolgt hingegen einen konsequent drehzahlorientierten Ansatz. Ihre Stärke liegt eindeutig im oberen Drehzahlbereich, wo der Motor ab etwa 8.000 Umdrehungen mit Nachdruck anschiebt und bis rund 15.000 Umdrehungen extrem leistungsstark bleibt. In der Spitzenleistung wirkt die Honda etwas aggressiver, fordert dafür aber eine aktivere Fahrweise.

Sitzgefühl: Auf der BMW oder in der Honda

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich auch in der Ergonomie. Auf der BMW sitzt der Fahrer gefühlt höher und mehr auf dem Motorrad, was für ein luftiges Fahrgefühl sorgt und besonders größeren Fahrern entgegenkommt. Die Sitzposition bietet viel Bewegungsfreiheit und vermittelt ein sehr leichtfüßiges Gesamtgefühl. Die Honda hingegen integriert den Fahrer stärker ins Fahrzeug. Die Sitzposition ist tiefer, der Kontakt zum Motorrad intensiver und das Gefühl für das Vorderrad unmittelbarer. Dadurch entsteht eine sehr direkte Verbindung zwischen Fahrer und Maschine, die vor allem sportlich orientierte Piloten schätzen.

Handling: Agilität trifft Präzision

Im Fahrverhalten trennen sich die Charaktere der beiden Superbikes am deutlichsten. Die BMW S 1000 RR zeigt sich extrem agil und quirlig, was schnelle Richtungswechsel erleichtert und sie sehr lebendig wirken lässt. Diese Leichtfüßigkeit geht jedoch mit einer etwas geringeren Stabilität einher, insbesondere in schnellen Kurven oder bei hohem Tempo. Das Feedback vom Vorderrad fällt weniger präzise aus, was ein gewisses Maß an Erfahrung erfordert. Die Honda CBR1000RR-R Fireblade präsentiert sich im direkten Vergleich deutlich stabiler. Sie liegt ruhig, vermittelt sehr klares Feedback und erlaubt es dem Fahrer, mit hohem Vertrauen schnell in Kurven hineinzufahren. Beim Einlenken wirkt sie präzise und kontrolliert, was sie besonders auf schnellen Rennstrecken zu einer echten Bank macht.

Reifenwahl: Welche verzeiht mehr

Die hohe Stabilität der Honda wirkt sich positiv auf die Reifenwahl aus. Selbst sehr agile Reifen mit spitzen Konturen lassen sich problemlos fahren, ohne dass das Motorrad nervös wird. Die BMW reagiert auf solches Reifenmaterial sensibler und kann dadurch schnell überhandlich wirken, was das Gefühl für den Vorderreifen zusätzlich beeinflusst. Entsprechend erfordert die BMW hier mehr Feinarbeit im Setup.

Bremsen: High End ohne Schwächen

Bei der Bremsleistung gibt es kaum Unterschiede. Beide Superbikes bieten eine sehr starke Verzögerung und eine gut kontrollierbare Dosierbarkeit. Die BMW benötigt etwas weniger Handkraft, während bei der Honda minimal mehr Kraftaufwand erforderlich ist. In der Praxis spielt dieser Unterschied jedoch kaum eine Rolle, sodass man von einem klaren Gleichstand sprechen kann.

Elektronik: Hightech auf Augenhöhe

Elektronisch bewegen sich beide Motorräder auf absolutem Topniveau. Sowohl Honda als auch BMW bieten sämtliche modernen Assistenzsysteme, umfangreiche Einstellmöglichkeiten und vordefinierte Fahrmodi. Die BMW punktet mit einer besonders intuitiven Bedienung und der Möglichkeit, die Traktionskontrolle während der Fahrt schnell anzupassen. Die Honda überzeugt mit einer sehr ausgewogenen Abstimmung der Systeme, die sich harmonisch in das Gesamtfahrgefühl einfügen.

Fahrwerk: Öhlins Erfahrung gegen BMW Innovation

Beim Fahrwerk verfolgen beide Hersteller unterschiedliche technische Konzepte. Die Honda CBR1000RR-R Fireblade SP setzt auf ein elektronisch unterstütztes Öhlins-Fahrwerk, das auf bewährten Rennsportkomponenten basiert und über Stellmotoren verstellt wird. Dieses System überzeugt durch seine sehr gute Grundabstimmung und das hohe Maß an Erfahrung, das in die Komponenten eingeflossen ist. Die BMW S 1000 RR nutzt ein elektronisches Fahrwerk mit schnellen Magnetventilen und zusätzlicher Sensorik, das sich dynamisch an die Fahrsituation anpasst. Dieses System bietet eine enorme Bandbreite und großes Zukunftspotenzial, erreicht in der Feinabstimmung jedoch nicht in jeder Situation die gleiche Präzision wie das Öhlins-Fahrwerk der Honda.

Fazit: Welche ist die bessere Wahl?

Im Fazit zeigt sich, dass es keinen klaren Sieger gibt, sondern zwei Superbikes mit klar definierten Stärken. Die BMW S 1000 RR überzeugt mit ihrer Agilität, dem starken Durchzug aus niedrigen Drehzahlen und der sehr modernen Elektronik. Sie richtet sich an Fahrer, die ein lebendiges, leichtfüßiges Superbike suchen und bereit sind, für diese Agilität leichte Abstriche bei der Stabilität in Kauf zu nehmen. Die Honda CBR1000RR-R Fireblade hingegen punktet mit maximaler Präzision, herausragender Stabilität und einem extrem drehfreudigen Motor. Sie spricht Fahrer an, die kompromisslose Kontrolle, klares Feedback und ein sehr fokussiertes Rennstrecken-Feeling bevorzugen.

Letztlich entscheidet der persönliche Fahrstil. Beide Motorräder gehören zur absoluten Spitze ihrer Klasse und machen deutlich, dass man mit keiner der beiden Entscheidungen etwas falsch machen kann.

Conclusion: BMW S 1000 RR 2025

Der neuen BMW S 1000 RR spürt man an, dass sie wieder etwas Feinschliff bekommen hat. Ergonomie, Elektronikabstimmung, Fahrbarkeit des Motors, Fahrwerksabstimmung (DDC) - überall dürften die BMW-Ingenieure primär an den normalen Kunden gedacht haben und nicht an verkappte Racer. Denn die S 1000 RR überzeugt durch hohe Universalität und opfert dafür vielleicht das letzte Zehntel an Kompromisslosigkeit - und das ist eine gute Entscheidung gewesen. Denn so ist das 210 PS-Superbike für eine breite Kundenschicht fahr- und beherrschbar, sowohl am Track als auch bei der Wochenendausfahrt auf der Landstraße. Nur die Motorvibrationen müssten nicht noch immer sein.


  • starker, alltags- und rennstreckentauglicher Motor
  • tolle Elektronik die Performance und Sicherheit kann
  • optionale M-Bremse mir brachialem Druckpunkt
  • vergleichsweise bequeme Sitzposition für diese Klasse
  • agiles Chassis, für die Landstraße von Vorteil
  • Motorvibrationen im Lenker spürbar
  • im HIghspeed-Bereich etwas weniger Stabil als die Konkurrenz
  • umfangreiche Sonderausstattung mit teils hohen Aufpreisen

Conclusion: Honda CBR1000RR-R Fireblade SP 2025

Die SC82 war bereits beim Release 2020 der Hammer mit obengenannten kleinen Schönheitsfehlern, die Honda nun 2022 erfolgreich beseitigt hat. Ein großer Vorteil für Straße und Rennstrecke. Die neue Fireblade avanciert somit wieder zum Top Performer für beide Disziplinen und wird sich sicher einen Platz ganz oben sichern können.


  • Toller Motor
  • Gute Elektronikabstimmung
  • Top Fahrbarkeit und Rückmeldung
  • Kniewinkel besonders bei größeren Fahrern sehr eng